
sevdesk nimmt kleinen Betrieben die Buchhaltung ab, ohne die Kanzlei zu ersetzen. Das Programm schreibt Angebote und Rechnungen, liest Belege per Texterkennung aus, holt Kontoumsätze und ordnet Zahlungen den offenen Posten zu. Die sevDesk GmbH führt eine eigene österreichische Fassung; Oberfläche, Hilfecenter und Betreuung liegen auf Deutsch, die Server stehen nach Anbieterangabe in Deutschland. Der Steuerberater bekommt einen eigenen Zugang und einen DATEV-kompatiblen Export. Wer bilanziert, braucht die Kanzlei für den Abschluss weiterhin.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Eigene österreichische Fassung, Oberfläche und Betreuung auf Deutsch
- Server in Deutschland, Auftragsverarbeitungsvertrag und Subunternehmerliste als Dateien zum Herunterladen (Anbieterangabe, Abruf 19.09.2026)
- Dauerhaft kostenloser Einstieg mit drei Rechnungen im Monat
- Kassenbuch und Anlagenbuchführung ohne Aufpreis ab der mittleren Stufe
- Eigener Kanzleizugang statt Dateiversand
Nachteile
- Jeder Tarif enthält nur einen Benutzer, jeder weitere kostet 5,90 Euro im Monat
- Keine Übermittlung an FinanzOnline, die österreichischen Seiten nennen nur eine Umsatzsteuerauswertung
- Kein direkter BMD-Export, die Kanzlei braucht dafür ein eigenes Zusatzmodul
- Lagerbestände nur über das kostenpflichtige Addon Inventar
- Bankabgleich ordnet nicht jede Zahlung richtig zu
Funktionen
- Rechnungen und Mahnwesen: Aus einem freigegebenen Angebot wird per Klick die Rechnung, Zahlungserinnerungen laufen danach nach selbst gesetzten Stufen.
- Belegerfassung mit Texterkennung: Liest Betrag, Datum, Lieferant und Steuersatz aus fotografierten oder hochgeladenen Belegen und legt daraus einen Buchungsvorschlag an.
- Bankanbindung: Holt Umsätze von mehr als 4.000 Instituten und ordnet jedem Zahlungseingang die passende offene Rechnung zu.
- Kassenbuch: Bareinnahmen und Barausgaben stehen getrennt von den Bankbuchungen, mit laufendem Kassenbestand.
- Anlagenbuchführung: Verwaltet Anschaffungen über die Nutzungsdauer und schreibt sie planmäßig ab, ohne eigene Tabelle daneben.
- Steuerauswertungen: Umsatzsteuerauswertung, Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Gewinn-und-Verlust-Rechnung entstehen aus den gebuchten Daten, ohne zweite Erfassung.
- Steuerberaterportal: Über einen eigenen Zugang holt sich die Kanzlei Buchungssätze und Belegbilder als DATEV-kompatibles Paket, ohne Dateiversand per Mail.
- Inventar als Zusatzmodul: Lagerbestände hängen an den angelegten Artikeln, das Modul gehört aber nicht zum Grundtarif.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Automatisierte Abläufe bei Belegerfassung und Bankabgleich nehmen im Alltag viel Arbeit ab. Treten bei der Datenübernahme Fehler auf, sind allerdings Nachkontrollen nötig.
Benutzerfreundlichkeit
sevDesk ist auch für Anwender ohne tiefes Buchhaltungswissen leicht verständlich aufgebaut. Im Test punktet sevdesk vor allem dort, wo es im Alltag zählt: Die Oberfläche ist aufgeräumt und die App erkennt Belege zuverlässig, sodass man sich das Abtippen spart.
Kundensupport
Der Support überzeugt bei typische Standardfragen mit gut erreichbarem, deutschsprachigem Team. Weiters bietet sevDesk ein hilfreiches Onboarding sowie sehr guter Dokumentation, Webinaren und Hilfecenter. Bei komplexeren buchhalterischen oder technischen Problemen kommt es aber zu teils langsamen Reaktionszeiten.
Einsatzbereiche
Rechnungen und Angebote: Das Programm zieht die Kontaktdaten aus der Kundenverwaltung, setzt daraus Angebote und wandelt freigegebene Angebote in Rechnungen um. Der Versand läuft per E-Mail aus dem System. Mahnstufen legt der Betrieb einmal fest, danach laufen die Erinnerungen von allein.
Belege digitalisieren: Die Handy-App fotografiert Quittungen, die Texterkennung hängt Betrag, Datum und Lieferant an. Größere Stapel wandern über den Browser hinein. Eine Sichtprüfung bleibt nötig, weil die Erkennung bei ungewohnten Layouts danebenliegt.
Zahlungen zuordnen: Über die Bankanbindung holt sevdesk Umsätze von mehr als 4.000 Instituten und verknüpft sie mit offenen Posten. Die Übersicht zeigt, was aussteht. Der Abgleich trifft nicht jede Buchung, deshalb bleibt eine Kontrolle der offenen Posten nötig.
Kasse und Anlagen: Bargeldbewegungen erfasst das Kassenbuch, Anschaffungen wandern in die Anlagenbuchführung samt Abschreibung. Kleine Betriebe sparen sich die getrennte Tabelle. Lagerbestände verlangen dagegen das Zusatzmodul Inventar.
Übergabe an die Kanzlei: Der Steuerberater bekommt einen eigenen Zugang oder den DATEV-Export mit Belegbildern als ZIP-Datei. Österreichische Kanzleien arbeiten meist mit BMD und brauchen dort ein Zusatzmodul, um DATEV-Exporte einzulesen (Anbieterangabe, Abruf 19.09.2026).
Screenshots





Preis
Der Preis hängt an zwei Stellschrauben, und die Tarifstufe ist nur die erste. Die zweite ist die Laufzeit: Zwischen Monatsabo und Zweijahresbindung liegen gut 20 Prozent. Dazu kommt ein Detail, das die Rechnung im Team sprengt. Jede Stufe enthält genau einen Benutzer, jeder weitere kostet als Addon 5,90 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer. Die Beträge gelten für Österreich.
- Kostenlos: 0 Euro. Drei Rechnungen im Monat, Kontakte und Artikel, sonst nichts.
- Rechnung: 8,90 Euro im Monat bei 24 Monaten, 9,90 bei Jahres-, 11,90 bei Monatszahlung. Rechnungen und Angebote ohne Stückgrenze, aber keine Buchhaltung.
- Buchhaltung: 19,90 / 22,90 / 25,90 Euro. Belegerfassung, Bankanbindung, Umsatzsteuerauswertung, doppelte Buchführung.
- Buchhaltung Pro: 27,90 / 30,90 / 34,90 Euro. Zusätzlich Kostenstellen und die REST-Schnittstelle.
Der Sprung auf Pro lohnt erst bei Kostenstellen oder eigener Anbindung. Lagerbestände laufen über das Addon Inventar für 19,90 Euro im Monat und kosten damit fast so viel wie der Grundtarif. Beim Benutzer-Addon staffelt der Anbieter nach Kopfzahl: ab dem dritten Benutzer 10 Prozent Nachlass, ab dem elften 25 Prozent. Vierzehn Tage Test ohne Kartendaten (Preisseite von sevdesk und Addon-Seite, Abruf 19.09.2026; Staffel nach Wissensdatenbank).
Unser Fazit
Für Einzelunternehmer und kleine Betriebe in Österreich ist sevdesk die naheliegendste Buchhaltung aus der Cloud. Eigene österreichische Fassung, Betreuung und Oberfläche auf Deutsch, Server in Deutschland (Anbieterangabe), dazu ein eigener Kanzleizugang statt Dateiversand: Das trifft genau den Bedarf, den wir bei Gründern und Ein-Personen-Firmen am häufigsten sehen. Belegerkennung und Bankanbindung nehmen die Tipparbeit ab. Zwei Grenzen muss man vorher kennen. Jeder Tarif enthält genau einen Benutzer, weitere kosten als Zusatzpaket extra, und eine Übermittlung an FinanzOnline führt der Anbieter für Österreich nicht, die Meldung geht weiterhin von Hand. Der Einstieg in die eigentliche Buchhaltung kostet 19,90 Euro monatlich, wenn der Vertrag über 24 Monate läuft. Bei mehreren Arbeitsplätzen und eigener Lagerführung gehört WISO MeinBüro in den Vergleich.
Häufige Fragen
Dazu sagen die öffentlichen Seiten nichts. Die Datenschutzseiten nennen Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Subunternehmerliste und technische Maßnahmen, eine Regelung zum Training der Erkennung mit Kundendaten steht dort nicht. sevdesk bewirbt die Belegerfassung und den Hilfe-Agenten Sevi als KI-gestützt, ohne die Datenbasis zu benennen. Wer das vertraglich festhalten will, klärt es vor Vertragsschluss (Anbieterangaben, Abruf 19.09.2026).
In Deutschland, der Vertrag steht bereit. sevdesk nennt den Serverstandort Deutschland als bewusste Entscheidung und stellt Auftragsverarbeitungsvertrag, Subunternehmerliste sowie die technischen und organisatorischen Maßnahmen als Dateien zum Herunterladen bereit. Eine Zertifizierung nach ISO 27001 führen die Datenschutzseiten nicht an (Anbieterangaben, Abruf 19.09.2026).
Ein Nutzer je Stufe, Rechnungen nur gratis gedeckelt. Der kostenlose Zugang endet bei drei Rechnungen im Monat. Rechnung, Buchhaltung und Buchhaltung Pro setzen dort keine Grenze, enthalten aber je einen Benutzer mit Verwaltungsrechten; weitere kommen über das Addon Weiterer Benutzer zu 5,90 Euro im Monat zuzüglich Umsatzsteuer dazu. Lagerbestände verlangen das Addon Inventar (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Über die DATEV-kompatiblen Exporte. sevdesk gibt Buchungssätze als CSV oder XML aus und legt die Belegbilder für Eingangs- und Ausgangsrechnungen als ZIP-Datei dazu, dieselben Dateien nutzt die Kanzlei. Einen Knopf, der das gesamte Konto in einem Paket herausgibt, beschreibt das Hilfecenter nicht (Abruf 19.09.2026).
Nein, sevdesk liefert nur die Auswertung. Die österreichischen Produktseiten beschreiben eine Umsatzsteuerauswertung im Programm, eine Übermittlung an FinanzOnline nennen sie nicht, und das Hilfecenter führt zum Stichwort FinanzOnline keinen einzigen Artikel. Die Meldung läuft damit weiter über das Portal der Finanzverwaltung oder über die Kanzlei (Abruf 19.09.2026).
Ja, aber meist über den Umweg DATEV. sevdesk gibt Buchungsdaten im DATEV-Format aus und bietet der Kanzlei zusätzlich einen eigenen Zugang. Für BMD, das in Österreich verbreitete Kanzleiprogramm, gibt es keinen eigenen Export; die Kanzlei benötigt dort ein kostenpflichtiges Zusatzmodul, um DATEV-Dateien einzulesen (Anbieterangabe, Abruf 19.09.2026).
Buchhaltung reicht den meisten kleinen Betrieben. Kassenbuch, Anlagenbuchführung, Bankanbindung und die Steuerauswertungen stecken bereits dort. Pro bringt Kostenstellen und die REST-Schnittstelle, lohnt sich also bei mehreren Auswertungsdimensionen oder einer eigenen Anbindung an Warenwirtschaft und Kasse (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Nein, sevdesk läuft ausschließlich im Browser. Auch die Handy-App holt sich die Daten aus dem Konto und braucht dafür eine Verbindung. Belege fotografieren und später hochladen funktioniert, das Buchen selbst nicht.
Das hängt daran, woran es klemmt. Wer Eingangsrechnungen vor allem aus fremden Lieferantenportalen einsammeln muss, greift zu GetMyInvoices, das die Belege holt und an sevdesk weiterreicht. Bilanzierende Gesellschaften mit mehreren Mandanten prüfen Sage Active. Der direkte Gegenspieler im selben Segment ist WISO MeinBüro.





