
sevdesk ist eine cloudbasierte Buchhaltungs- und Rechnungssoftware für österreichische und deutsche Unternehmen. Sie erstellt Rechnungen und Angebote, verwaltet Kunden und automatisiert wiederkehrende Vorgänge wie Mahnungen und Zahlungsabgleich. Belege lassen sich digital erfassen, kategorisieren und mit Transaktionen verknüpfen. Bankkonten und Zahlungsdienste können angebunden werden. Die Software bereitet Buchungsdaten für die Zusammenarbeit mit dem Steuerbüro auf und unterstützt die elektronische Übermittlung relevanter Meldungen an das Finanzamt.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Eigene Version für den österreichischen Markt
- Automatische Belegerkennung
Nachteile
- Für deutsche Kunden ist die Schnittstelle zum Finanzamt integriert, österreichische Kunden müssen den XML-Export für FinanzOnline nutzen
- Bankabgleich nicht immer zuverlässig
Funktionen
- Rechnungswesen: Angebote, Rechnungen, Lieferscheine und Mahnungen erstellen.
- Belegerfassung: Digitalisierung von Papierbelegen per Foto-App und automatisches Auslesen der Daten (OCR).
- Online-Banking: Verknüpfung mit Geschäftskonten zum automatischen Abgleich von Zahlungen.
- Steuer-Features: Erstellung von Umsatzsteuervoranmeldungen (UStVA), Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) und Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV).
- Zusammenarbeit: DATEV-Schnittstelle und direkter Zugang für den Steuerberater.
- Warenwirtschaft: Bestandsführung und Artikelverwaltung (im Pro-Tarif).
Sevdesk bietet für österreichische Kunden keine direkte Anbindung an FinanzOnline, sodass UVA und Zusammenfassende Meldungen nur per XML-Export oder manuell übermittelt werden können. Dies führt bei österreichischen Nutzern oft zu Mehraufwand, da sevdesk primär für Deutschland (ELSTER) optimiert ist.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Automatisierte Abläufe bei Belegerfassung und Bankabgleich nehmen im Alltag viel Arbeit ab. Treten bei der Datenübernahme Fehler auf, sind allerdings Nachkontrollen nötig.
Benutzerfreundlichkeit
sevDesk ist auch für Anwender ohne tiefes Buchhaltungswissen leicht verständlich aufgebaut. Im Test punktet sevdesk vor allem dort, wo es im Alltag zählt: Die Oberfläche ist aufgeräumt und die App erkennt Belege zuverlässig, sodass man sich das Abtippen spart.
Kundensupport
Der Support überzeugt bei typische Standardfragen mit gut erreichbarem, deutschsprachigem Team. Weiters bietet sevDesk ein hilfreiches Onboarding sowie sehr guter Dokumentation, Webinaren und Hilfecenter. Bei komplexeren buchhalterischen oder technischen Problemen kommt es aber zu teils langsamen Reaktionszeiten.
Einsatzbereiche
- Rechnungsstellung: Du erstellst mit sevdesk Angebote und Rechnungen direkt im System. Das Programm übernimmt dabei Kundendaten aus der integrierten Kontaktverwaltung. Du wandelst freigegebene Angebote sofort in fertige Rechnungen um. Ein digitaler Versand per E-Mail schließt den Vorgang ab.
- Belegerfassung: Eingehende Rechnungen und Quittungen digitalisierst du per App oder lädst sie über den Browser hoch. Eine Texterkennung liest wichtige Daten wie Betrag und Absender selbstständig aus. Du prüfst diese ausgelesenen Werte anschließend kurz auf ihre Richtigkeit. Die Software verarbeitet dabei sensible Geschäftsdaten, weshalb du stets die Vorgaben der DSGVO beachten musst.
- Zahlungsabgleich: Das Tool verbindest du direkt mit deinem Geschäftskonto. Eingehende Überweisungen ordnet das System den offenen Rechnungen automatisch zu. Dadurch behältst du jederzeit den Überblick über unbezahlte Forderungen. Bei überfälligen Zahlungen löst du direkt aus der Übersicht die entsprechenden Mahnungen aus.
- Steuervorbereitung: Am Monatsende übergibst du alle gesammelten Finanzdaten strukturiert an die Steuerberatung. Eine DATEV-Schnittstelle sorgt für die reibungslose Übermittlung der Buchungssätze. Du erledigst zudem eigene Pflichten wie die Umsatzsteuervoranmeldung über eine integrierte Elster-Anbindung. Eine abschließende menschliche Kontrolle der übermittelten Steuerdaten bleibt bei diesen Prozessen zwingend erforderlich.
Screenshots






Preis
Sevdesk bietet Unternehmen in Österreich drei Tarife an. Das mittlere Paket „Buchhaltung“ stellt durch die Kombination aus Rechnungsstellung, Banking und Steuer-Schnittstellen (UStVA/EÜR) für die meisten Anwender das beste Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Mittelständische Unternehmen mit Bedarf an Kostenstellenrechnung, Lagerverwaltung oder API-Anbindungen sollten direkt den „Pro“-Tarif wählen.
Neukunden profitieren bei zweijähriger Vorauszahlung von hohen Einstiegsrabatten. Für deutsche Unternehmen können andere Konditionen gelten, nachzulesen unter https://sevdesk.de/preise/.
Unser Fazit
sevdesk richtet sich primär an Selbstständige und kleine Unternehmen, die ihre Buchhaltung strukturiert digital abbilden wollen. Automatisierungen reduzieren manuelle Arbeitsschritte und helfen, Finanzprozesse effizienter zu gestalten; KI wird zunehmend genutzt, um Abläufe intelligenter zu machen und Fehlerquellen zu minimieren.
Häufige Fragen
Das Tool übernimmt lediglich die Vorbereitung der Buchhaltung. Für den Jahresabschluss und für steuerliche Fragen bleibt die Zusammenarbeit mit einer Fachperson notwendig. Über das Tool kann dieser Person der Zugriff unkompliziert freigegeben werden.
Theoretisch ja, aber das Tool ist speziell auf gewerbliche Buchhaltungspflichten wie Umsatzsteuer und GoBD ausgelegt. Für reine Privatfinanzen ist es „Overkill“ und zu teuer.
Da sevdesk eine reine Cloud-Software ist, ist eine Internetverbindung zwingend erforderlich. Ein Arbeiten ohne Verbindung ist nicht vorgesehen. Das gilt auch für die App.
Die Daten gelten als sicher gespeichert. Die Software ist GoBD-konform. Das heißt, alle Änderungen werden nachvollziehbar protokolliert. Buchungen lassen sich nicht einfach löschen. Diese Vorgehensweise entspricht den Anforderungen der Finanzverwaltung.
Beim monatlichen Tarif bleibt die Nutzung flexibel. Die günstigeren Preise gelten jedoch nur bei Laufzeiten von zwölf oder vierundzwanzig Monaten.
Ja, sofern das Bankkonto verknüpft ist. Das System gleicht Zahlungseingänge automatisch mit offenen Rechnungen ab und kennzeichnet sie anschließend als bezahlt.
Für Kunden und Artikel gibt es einen praktischen CSV-Import. Alte Rechnungen lassen sich allerdings nicht „als Daten“ importieren, sondern müssen oft als historische Belege archiviert werden.
In den meisten Fällen reicht der Tarif „Buchhaltung“ aus. Die Variante „Pro“ ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Kassenbuch geführt werden muss, Lagerbestände verwaltet werden oder Kostenstellen für detailliertere Auswertungen genutzt werden sollen.
Sevdesk eignet sich primär für die vorbereitende doppelte Buchführung und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, mit DATEV-Export für Steuerberater. Für bilanzpflichtige Unternehmen wie GmbHs fehlt jedoch ein BAO-kompatibler Export, weshalb ein Steuerberater den Abschluss finalisieren muss. Es ist ideal für Kleinunternehmer und Freiberufler, aber nicht als vollwertiges Bilanzprogramm geeignet.
sevDesk bietet eine direkte Schnittstelle zu DATEV, über die Steuerberater auf die Daten zugreifen können, und ermöglicht es, Daten und Dateien via Interface an den Steuerberater zu senden oder ihn direkt zur Zusammenarbeit im Account einzuladen. Diese Integration macht sevDesk besonders attraktiv für die Zusammenarbeit zwischen Selbstständigen und Steuerkanzleien.
sevDesk zeigt bei der Umsatzsteuervoranmeldung Schwächen – während Alternativen wie FreeFinance die Umsatzsteuervoranmeldung direkt aus der Software erstellen und elektronisch einreichen können, ist dies bei sevDesk nicht vollständig integriert. Dies kann besonders für österreichische Unternehmer, die monatlich ihre Umsatzsteuervoranmeldung einreichen müssen, ein Wechselgrund sein.
sevDesk bietet ein integriertes Kassenbuch zur Erfassung von Zahlungseingängen und -ausgängen mit aktuellem Kassenbestand sowie ein Dashboard mit Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Allerdings fehlen spezielle Liquiditätsplanungen und -übersichten, weshalb Unternehmen mit tiefergehendem Cashflow-Management eher zu spezialisierten Lösungen wie Agicap greifen sollten.
sevDesk ermöglicht die Integration mit verschiedenen peripheren Systemen wie Online-Banking und kann über Schnittstellen mit anderen Finanztools verbunden werden, wobei auch ERP- und CRM-Systeme möglich sind. Dies unterstützt Unternehmen bei der Schaffung einer 360-Grad-Sicht auf ihre Finanzdaten und ermöglicht bessere Geschäftsentscheidungen.





