
GetMyInvoices sammelt ein, was die Buchhaltung sonst zusammensuchen muss. Die Software meldet sich selbst bei Lieferantenportalen an, zieht Rechnungen aus verbundenen Postfächern, nimmt E-Rechnungen entgegen, liest die Zahlen per Texterkennung aus und reicht alles an DATEV, Lexware Office oder das eigene Buchhaltungsprogramm weiter. Ersetzt wird dabei nichts. Gebaut hat das Werkzeug die fino data services GmbH aus Kassel, Oberfläche, Hilfe und Betreuung liegen auf Deutsch. Gedacht ist es für Betriebe, deren Eingangsrechnungen über Dutzende Lieferantenportale verstreut liegen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Holt Belege aus über 10.000 Portalen selbständig ab
- Programm für Windows und macOS hält Portalverbindungen samt Zwei-Faktor-Codes am Laufen
- Server in Deutschland, Auftragsverarbeitungsvertrag als fertiges Dokument
- Oberfläche, Hilfecenter und Betreuung auf Deutsch
Nachteile
- Freigabeläufe nur als kostenpflichtiges Zusatzmodul
- Bankanbindung erst ab der zweiten Stufe
- Belegzahl je Monat hart gedeckelt
- Ein US-Dienstleister arbeitet an der Texterkennung mit
- Bevorzugte Betreuung kostet Aufpreis
Funktionen
- Portalabruf: Meldet sich an über 10.000 Lieferanten- und Dienstleisterportalen an und lädt die dort hinterlegte Rechnung herunter, sobald sie erscheint.
- Postfachabruf: Durchsucht verbundene E-Mail-Konten nach Rechnungsanhängen und stellt zusätzlich eine eigene Empfangsadresse für Lieferanten bereit.
- Programm für den Rechner: Hält die Portalverbindungen unter Windows und macOS an einer Stelle und meldet, sobald ein Portal eine neue Anmeldung oder einen Code verlangt.
- E-Rechnung: Nimmt Rechnungen im Format ZUGFeRD und XRechnung entgegen und verarbeitet sie ohne den Umweg über ein Bild des Dokuments.
- Texterkennung: Liest Rechnungsnummer, Datum, Betrag, Steuersatz und Lieferant aus dem Dokument und legt sie als Datensatz neben den Beleg.
- Zahlungsabgleich: Zieht Umsätze von verbundenen Bankkonten und Firmenkarten und ordnet jedem Beleg die passende Buchung zu, American Express eingeschlossen.
- Übergabe in die Buchhaltung: Reicht Beleg und ausgelesene Daten an DATEV, Lexware Office und weitere Buchhaltungs-, Warenwirtschafts- und Archivsysteme weiter.
- Freigabeläufe mit Betrugsprüfung: Leitet Rechnungen ab einer festgelegten Summe an Vorgesetzte und markiert auffällige Bankverbindungen; als Zusatzmodul geführt.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Das Einsammeln der Belege verschwindet fast vollständig aus dem Monatsabschluss: Portale, Postfächer und E-Rechnungen laufen ohne Zutun zusammen, die Texterkennung hängt die Zahlen an, und DATEV oder Lexware Office bekommen beides in einem Zug. Das Programm für den Rechner hat dabei die alte Schwachstelle entschärft, weil es Anmeldungen und Zwei-Faktor-Codes meldet, statt Verbindungen still abreißen zu lassen. Abzug bleibt: Prüf- und Freigabeläufe gehören nicht zum Tarif, sondern zu einem getrennt berechneten Modul.
Benutzerfreundlichkeit
Ein Konto steht in Minuten, die ersten Portale hängen über vorbereitete Verbindungen mit einer Anmeldung daran. Fachkenntnis braucht dafür niemand. Die Oberfläche ordnet Belege, Status und Zahlungen übersichtlich, und weil alles auf Deutsch vorliegt, entfällt das Übersetzen von Fachbegriffen. Aufwendiger wird es erst dort, wo Freigabeläufe und Kostenstellen eingerichtet werden wollen.
Kundensupport
Die Betreuung läuft auf Deutsch, dazu kommen ein Hilfecenter mit rund 190 Anleitungen, ein öffentlicher Systemstatus und eine Liste der Änderungen an der Software. Termine zur Einrichtung vergibt der Anbieter über einen Kalender. Bevorzugte Bearbeitung gibt es allerdings erst ab der mittleren Stufe und nur gegen Aufpreis, der mit der Paketgröße steigt. Wer klein einsteigt, landet in der normalen Warteschlange.
Einsatzbereiche
Belegabruf aus Lieferantenportalen: Die Software meldet sich bei über 10.000 Portalen selbst an und holt die Rechnung ab, sobald sie dort liegt. Das Nachlaufen am Monatsende entfällt. Verlangt ein Portal einen Zwei-Faktor-Code, meldet sich das Programm am Rechner und fragt ihn ab.
Übergabe an Buchhaltung und Kanzlei: Die Texterkennung liest Datum, Betrag, Steuersatz und Lieferant aus, danach gehen Beleg und Datensatz an DATEV oder Lexware Office. Die Kanzlei bekommt vorsortierte Ordner statt einer Schachtel. Eine Sichtprüfung vor der Verbuchung bleibt nötig.
Prüfen und Freigeben vor der Zahlung: Eingangsrechnungen ab einer festgelegten Summe wandern zur Freigabe an die zuständige Person, der Betrugsassistent markiert dabei auffällige Bankverbindungen. Beides steckt in einem Zusatzmodul, das getrennt abgerechnet wird.
Papierbelege von unterwegs: Die Handy-App fotografiert Quittungen von Reise und Bewirtung, die Texterkennung greift sofort. Der Kassenzettel landet im selben Bestand wie die Portalrechnung. Kostenstelle und Projekt vergibt die Buchhaltung später in der Oberfläche.
Abgleich mit Bank und Kreditkarte: Verbundene Konten und Firmenkarten liefern die Umsätze, das System ordnet Beleg und Zahlung einander zu. So zeigt die Liste, was offen ist. Die erste Tarifstufe lässt Bankkonten allerdings aus.
Screenshots






Preis
Zwei Zahlen entscheiden, und die Teamgröße gehört nicht dazu: Belege im Monat und Portalverbindungen. Wer 60 Rechnungen bucht, aber nur acht Portale abfragt, rutscht trotzdem eine Stufe höher, sobald die Belegzahl kippt. Jahreszahlung senkt die Beträge um 5 Prozent.
- Essential: 19 Euro im Monat. 1 Nutzer, 20 Belege, 5 Portale, ohne Bankanbindung.
- Small: 39 Euro. 3 Nutzer, 50 Belege, 10 Portale.
- Standard: 59 Euro. 5 Nutzer, 80 Belege, 25 Portale, ab hier bevorzugte Betreuung buchbar.
- Professional: 99 Euro. 5 Nutzer, 200 Belege, 50 Portale.
- Advanced: 179 Euro. 25 Nutzer, 500 Belege, 100 Portale.
- Business: ab 499 Euro. 50 Nutzer, 500 Belege, bis zu zwei Mandanten.
Freigabeprozesse kosten extra. Das Modul dafür liegt je nach Stufe bei 9 bis 139 Euro, der Assistent gegen Rechnungsbetrug bei 6 bis 130 Euro und nur zusammen mit dem Modul, die bevorzugte Betreuung bei 59 bis 129 Euro. Steuerkanzleien rechnen getrennt ab, ab 499 Euro mit 10 Prozent Nachlass bei Jahreszahlung. Eine dauerhaft kostenlose Stufe gibt es nicht, nur einen Test-Zugang über 14 Tage, der laut Hilfecenter automatisch endet und nicht gekündigt werden muss (Preisseite von GetMyInvoices, Abruf 19.09.2026; Hilfecenter zum Test-Account, Abruf 19.09.2026).
Unser Fazit
Wer seine Eingangsrechnungen aus Dutzenden Lieferantenportalen zusammenklaubt, verliert mit GetMyInvoices den größten Zeitfresser der Buchhaltung: Die Software meldet sich selbst an, holt den Beleg ab, liest Datum, Betrag und Steuersatz aus und reicht alles an DATEV oder Lexware Office weiter. Gebucht wird weiterhin im gewohnten Programm. Dass die Server in Deutschland stehen, Oberfläche und Betreuung auf Deutsch laufen und ein Auftragsverarbeitungsvertrag als fertiges Dokument bereitliegt, wiegt bei Finanzdaten schwer. Gerechnet wird nach Belegen und Portalverbindungen, nicht nach Köpfen, und 19 Euro im Monat decken 20 Belege und fünf Portale ab, während die Bankanbindung eine Stufe höher beginnt. Unterschätzt haben wir bisher die Zusätze, denn Freigabeläufe verkauft der Anbieter als Modul ab 9 Euro, der Betrugsassistent kommt darauf. Landen die Belege ohnehin alle in einem Postfach, genügt sevDesk allein.
Häufige Fragen
Der Vertrag schließt andere Zwecke aus. Im Auftragsverarbeitungsvertrag sagt die fino data services GmbH zu, überlassene Daten für keine anderen Zwecke als die beauftragte Verarbeitung zu verwenden; eine eigene Regelung zum Modelltraining enthält er nicht. In der Liste der weiteren Auftragsverarbeiter steht allerdings ein US-Anbieter, den fino mit Texterkennungs-Training und zugehörigen Diensten angibt (Abruf 19.09.2026).
In Deutschland, der Vertrag steht als Datei bereit. Der Anbieter nennt Deutschland als Speicherort, führt eine Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 an und verschlüsselt Dokumente und Zugangsdaten mit AES-256. Unter den weiteren Auftragsverarbeitern stehen Amazon Web Services (Luxemburg), Google (Irland) und fünf US-Anbieter, darunter Cloudflare und Datadog; für Drittlandübermittlungen nennt fino die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission (Anbieterangaben, Abruf 19.09.2026).
Die Stufe deckelt hart, der Aufstieg folgt. Essential verarbeitet 20 Belege im Monat, Small 50, Standard 80, Professional 200, Advanced 500. Parallel setzt jede Stufe eine Grenze für Portalverbindungen, von 5 bis 100, dazu für die Zahl der Nutzer. Wer nur an einer der beiden Achsen wächst, bezahlt die andere mit, weil die Pakete beides koppeln (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Über dieselben Wege wie in die Buchhaltung. GetMyInvoices gibt Dokumente samt ausgelesener Daten an DATEV, Lexware Office und weitere Buchhaltungs- und Archivsysteme ab, dazu über die Programmierschnittstelle und Zapier an eigene Systeme. Einen einzelnen Knopf, der das gesamte Archiv als Paket herausgibt, beschreiben die öffentlichen Seiten nicht; wer wechselt, klärt den Gesamtexport vorab (Abruf 19.09.2026).
Nur wenn das Einsammeln weh tut. sevDesk und WISO MeinBüro schreiben Rechnungen und buchen, holen Belege aber nicht selbständig aus fremden Portalen. Genau das ist die Aufgabe von GetMyInvoices, weshalb beide nebeneinander laufen. Wer vor allem Eingangsrechnungen automatisch prüfen und kontieren will, schaut sich Vic.ai an.
Nein, das Werkzeug sitzt davor. GetMyInvoices sammelt, liest aus und übergibt, gebucht wird weiterhin im gewohnten Programm. Der Anbieter spricht auf der Seite zu den Schnittstellen von über 100 möglichen Integrationen und nennt dort unter anderem DATEV, Lexware Office, sevdesk, FastBill, BuchhaltungsButler, DocuWare und SharePoint, dazu eine Programmierschnittstelle und Zapier für alles, wofür es keine fertige Verbindung gibt (Seite zu Integrationen, Abruf 19.09.2026).
Ja, für Windows und macOS. Das Programm zeigt alle Portalverbindungen an einer Stelle, speichert Kennwörter auf Wunsch lokal und meldet sich, sobald ein Portal eine neue Anmeldung oder einen Zwei-Faktor-Code verlangt. Genau daran scheiterten früher viele automatische Abrufe. Der Anbieter gibt das Programm allen Kunden ohne Aufpreis mit, heruntergeladen wird es aus dem eigenen Konto (Abruf 19.09.2026).
Nein, dafür gibt es ein Zusatzmodul. Erst damit laufen Eingangsrechnungen über festgelegte Prüfschritte, Zuständigkeiten und Betragsgrenzen. Der Anbieter berechnet das Modul je nach Paket zwischen 9 und 139 Euro im Monat. Der Assistent gegen Rechnungsbetrug setzt dieses Modul voraus und kostet zwischen 6 und 130 Euro zusätzlich (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Mit der Handy-App abfotografieren. Die App für iOS und Android schickt das Bild in den zentralen Bestand, die Texterkennung liest Betrag, Datum und Lieferant heraus. Der Beleg liegt danach neben den Portalrechnungen und wandert mit derselben Übergabe in die Buchhaltung. Die Zuordnung zu Projekt oder Kostenstelle erfolgt später in der Oberfläche (Abruf 19.09.2026).
Ja, dafür gibt es eine eigene Lizenz. Kanzleien verknüpfen Mandantenkonten und bekommen die Belege samt ausgelesener Daten direkt in ihre Systeme, DATEV eingeschlossen. Der Anbieter rechnet diese Kanzleilizenz getrennt ab, ab 499 Euro im Monat mit 10 Prozent Nachlass bei Jahreszahlung. Im ersten Jahr nennt er die Zahl der Mandanten dabei unbegrenzt (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Verschlüsselt und auf deutschen Servern. Nach Anbieterangabe liegen Dokumente und Zugangsdaten mit AES-256 verschlüsselt, die Übertragung läuft über SSL, dazu kommen Zwei-Faktor-Anmeldung und automatische Sicherungen an mehreren deutschen Standorten. Als Betreiber der Rechenzentren nennt fino Amazon Web Services in Frankfurt und die Google Cloud Platform in Deutschland (Abruf 19.09.2026).





