Billbee ist kein KI-Werkzeug, sondern die Schaltstelle zwischen Onlineshop und Buchhaltung. Die Software der Billbee GmbH holt Bestellungen aus Shops und Marktplätzen herein, schreibt Rechnungen und Lieferscheine, gleicht Bestände über alle Kanäle ab und übergibt an Versender und Steuerkanzlei. Gebaut ist sie für Händler im deutschsprachigen Raum, die über mehrere Plattformen verkaufen und kein vollständiges Warenwirtschaftssystem einführen wollen. Zwei Dinge trennen Billbee von internationalen Anbietern: Die Hauptserver stehen bei einem deutschen Betreiber, und die Rechnung hängt an den Bestellungen im Monat statt an der Zahl der Mitarbeiter. KI-Funktionen im Produkt selbst führt der Anbieter keine auf.

8,5/10
Gesamtbewertung
Produktivität
9/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
8/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Abrechnung nach Bestellungen statt nach Mitarbeiterplätzen
  • Hauptserver bei einem deutschen Betreiber
  • Deutschsprachiger Support mit nachprüfbarer Zusage
  • Über 150 Anbindungen in jedem Paket enthalten

Nachteile

  • Keine App fürs Handy
  • Kein Telefonsupport, keine Betreuung am Wochenende
  • Aufstieg nach Growth bleibt dauerhaft bestehen
  • Keine Produktionsplanung und keine Ladenkasse
  • Keine KI-Funktion im Produkt selbst

Funktionen

  • Auftragseingang aus vielen Kanälen: Holt Bestellungen aus Shops und Marktplätzen in eine gemeinsame Liste und bearbeitet sie unabhängig von der Herkunft nach demselben Schema.
  • Belege nach eigenem Layout: Erzeugt Rechnungen, Lieferscheine, Stornos und Gutschriften aus hinterlegten Vorlagen und verschickt sie regelgesteuert per E-Mail an den Käufer.
  • Handlungsketten: Verknüpfen Auslöser und Folgeschritte zu Ketten, die Belege verschicken, Status setzen, Zahlungserinnerungen anstoßen oder Exporte anlegen.
  • Bestandsabgleich über alle Kanäle: Schreibt eine verkaufte Menge sofort in allen angebundenen Shops fort, samt Setartikeln und Stücklisten, und verhindert so Überverkäufe.
  • Etiketten und Sendungsverfolgung: Übergibt Adressen an DHL, GLS, Hermes, DPD oder Shipcloud, erzeugt das Etikett und meldet die Sendungsnummer an die Verkaufsplattform zurück.
  • Zahlungsabgleich und Buchhaltungsexport: Ordnet Zahlungen von PayPal, Stripe, Klarna oder Mollie den Aufträgen zu und gibt Belege für DATEV, Lexoffice oder sevDesk heraus.
  • Über 150 Anbindungen im Standard: Enthält die Verbinder zu Shops, Marktplätzen, Versendern, Zahlungsdiensten und Lagerdienstleistern, ohne dass jemand ein Zusatzmodul bucht.
  • Grenze zur Warenwirtschaft: Führt weder Produktionsplanung noch Personalverwaltung noch eine eigene Ladenkasse; die tiefere Lagerführung liegt beim Schwesterprodukt VentoryOne.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

9/10

Billbee nimmt einem Händler den größten Block wiederkehrender Arbeit ab: Bestellungen einsammeln, Belege schreiben, Bestände nachziehen, Etiketten erzeugen, Zahlungen zuordnen. Die Handlungsketten treiben das weiter, weil ein Betrieb seine eigenen Regeln hinterlegt statt jeden Vorgang anzustoßen. Der Nutzen wächst mit der Zahl der Kanäle. Wer nur über einen einzigen Shop verkauft, holt weniger heraus, als die Note vermuten lässt.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Ein Händler bekommt Billbee ohne Technikkenntnisse in Betrieb, weil die Anbindungen an Shops, Marktplätze und Versender fertig vorliegen und in der Oberfläche eingerichtet werden. Der tägliche Ablauf ist geradlinig. Anspruchsvoll wird erst der Aufbau eigener Handlungsketten, dort braucht ein Betrieb Einarbeitung und eine klare Vorstellung vom gewünschten Ergebnis. Abzug gibt es für die fehlende Handy-App.

Kundensupport

8/10

Der Support arbeitet auf Deutsch und bindet sich an eine nachprüfbare Zusage: Bleibt ein Ticket bis zum Ende des nächsten Arbeitstages unbeantwortet, erlässt Billbee die Gebühren des ganzen Monats. Dazu kommen Hilfeartikel, Videos und Webinare in derselben Sprache, abends und am Wochenende ein Chat mit zertifizierten Anwendern. Zum vollen Wert fehlen zwei Dinge: ein Telefonkanal und eine Betreuung außerhalb der Werktage.

Einsatzbereiche

Bestellungen aus allen Kanälen einsammeln: Billbee zieht Aufträge aus Shopsystemen und Marktplätzen in eine gemeinsame Liste. Ein Mitarbeiter bearbeitet sie danach nach demselben Schema, unabhängig davon, woher sie stammen. Das Abtippen von Kundendaten zwischen Plattformen entfällt.

Belege erzeugen und verschicken: Aus den Auftragsdaten entstehen Rechnungen, Lieferscheine und Auftragsbestätigungen nach hinterlegter Vorlage. Der Versand an den Käufer läuft regelgesteuert. Stornos und Gutschriften folgen demselben Weg.

Versand und Rücksendungen abwickeln: Adressen gehen an DHL, GLS, Hermes oder DPD, Billbee erzeugt das Etikett und meldet die Sendungsnummer an die Verkaufsplattform zurück. Der Käufer erfährt den Stand ohne Zutun. Rücksendungen erfasst das System im Grundumfang.

Bestände über Kanäle hinweg gleichhalten: Ein Verkauf in einem Shop senkt die Menge sofort in allen anderen. Das verhindert Überverkäufe bei knappen Artikeln. Setartikel und Stücklisten rechnet Billbee dabei mit.

Monatsabschluss übergeben: Billbee ordnet Zahlungen von PayPal, Stripe, Klarna oder Mollie den Aufträgen zu und legt daraus Buchhaltungsexporte an. Lexoffice, sevDesk und DATEV nehmen sie entgegen. Das spart der Kanzlei die Nacharbeit am Monatsende.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Bei Billbee zahlt niemand für Arbeitsplätze. Die Rechnung hängt allein an den Aufträgen, die im Monat durch das System laufen, und dazu zählt der Anbieter auch Angebote, Stornorechnungen und Gutschriften. Ein Konto ganz ohne Bestellung kostet 9 Euro netto für das Vorhalten der Daten, nach oben wächst der Betrag mit dem Volumen. Alle Funktionen und alle Schnittstellen stecken in jedem Paket, ebenso unbegrenzt viele Mitarbeiterkonten. Alle Beträge ohne Umsatzsteuer.

  • Starter: bis 200 Bestellungen im Monat, ab 9 Euro. Voller Funktionsumfang, dazu Amainvoice für die Amazon-Buchhaltung.
  • Growth: ab 200 Bestellungen im Monat. Schaltet zusätzlich VentoryOne für die Lagerführung und Replyco für den Kundendienst frei.

Der Aufstieg nach Growth ist einseitig: Billbee stuft ein Konto nach drei Monaten über der Grenze hoch, und der Status bleibt, auch wenn die Bestellungen später wieder sinken. Als Größenordnung nennt eine Auswertung des Preisrechners 48 Euro bei 100 Bestellungen, 125 Euro bei 500, 171 Euro bei 1.000 und 269 Euro bei 3.000; oberhalb von 3.500 rechnet Billbee mit rund 0,84 Euro je Bestellung (Auswertung von trusted.de, Zweitquelle, abgerufen am 19.09.2026; der Rechner auf der Preisseite gab nur den Mindestbetrag heraus). Monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit.

Unser Fazit

Billbee ist keine Warenwirtschaft, will auch keine sein und führt im Produkt selbst keine einzige KI-Funktion. Das ist hier kein Mangel. Die Software sitzt zwischen Shop und Buchhaltung: Bestellungen aus allen Kanälen einsammeln, Belege schreiben, Bestände gleichhalten, Etiketten erzeugen, Zahlungen zuordnen und das Ergebnis an DATEV, Lexoffice oder sevDesk übergeben. Abgerechnet wird nach Bestellungen im Monat statt nach Mitarbeitern, und jedes Paket enthält alle Funktionen und über 150 Anbindungen. Für Händler auf mehreren Marktplätzen löst das den teuersten Engpass im Alltag. Zwei Dinge gehören trotzdem eingeplant: Der Aufstieg nach Growth bleibt dauerhaft bestehen, auch wenn die Bestellungen später wieder sinken, und eine App fürs Handy gibt es nicht. Beim Support sind wir nach der Recherche milder geworden, denn bleibt ein Ticket bis zum Ende des nächsten Arbeitstages unbeantwortet, erlässt der Anbieter die Monatsgebühr. Läuft der Verkauf allein über einen Shopify-Shop, bleibt von diesem Gewinn wenig übrig.

Häufige Fragen

Steckt in Billbee überhaupt eine KI?

Im Produkt selbst führt der Anbieter keine auf. Der veröffentlichte Funktionsumfang nennt Auftragsabwicklung, Belege, Bestände, Versand, Regeln und Exporte, aber keine KI-Funktion, die Bestelldaten verarbeitet. Einen KI-Assistenten gibt es im Hilfe- und Supportbereich, wo er Fragen beantwortet und Tickets anlegt. Eine Aussage zum Training mit Kundendaten macht Billbee dazu nicht (Funktionsumfang, abgerufen am 19.09.2026).

Wer verarbeitet meine Daten mit, und auf welcher Vertragsgrundlage?

Sieben Dienstleister, festgehalten in einem öffentlichen Mustervertrag. Den Auftragsverarbeitungsvertrag schließen beide Seiten durch Unterzeichnung. Die Hauptserver betreibt Hetzner in Deutschland, die externe Sicherung TWL-KOM, die Schutzschicht davor Myra Security, alle drei in Deutschland. Für Amazon Web Services in Luxemburg nennt der Vertrag die Standardvertragsklauseln nach Durchführungsbeschluss (EU) 2021/914; das Supportwerkzeug Help Scout verarbeitet in den USA (Mustervertrag, abgerufen am 19.09.2026).

Was zählt bei Billbee als Bestellung?

Jeden angelegten oder importierten Vorgang, auch Gutschriften. Zur Zählung gehören Bestellungen, Angebote, Stornorechnungen und Gutschriften; wer gar nichts verarbeitet, zahlt die Mindestgebühr für das Vorhalten der Daten. Grenzen bei den Funktionen oder den Mitarbeiterkonten setzt keine der beiden Stufen. Oberhalb von etwa 20.000 Bestellungen im Monat verhandelt Billbee einzeln.

Was kann ich beim Wechsel mitnehmen?

Artikel, Kunden, Bestellungen, Zahlungen und alle Belege. Billbee gibt sie als Tabellendateien heraus, dazu kommen die Buchhaltungsexporte und das Rechnungsarchiv. Über die Programmierschnittstelle holt ein Zielsystem dieselben Inhalte automatisiert ab. Was nicht mitwandert, sind die Handlungsketten und die Belegvorlagen; beides baut ein Betrieb im neuen System neu auf.

Wie schnell antwortet der deutschsprachige Support?

Auf Deutsch, mit einem ungewöhnlich harten Versprechen. Billbee sagt zu: Bleibt ein Ticket bis zum Ende des nächsten Arbeitstages unbeantwortet, erlässt der Anbieter die Gebühren des ganzen Monats. Gearbeitet wird Montag bis Freitag ohne Feiertage. Telefonsupport gibt es nicht; abends und am Wochenende hilft ein Chat mit zertifizierten Anwendern aus der Gemeinschaft.

Kann ich Billbee unterwegs am Handy bedienen?

Nein, und der Wunsch steht seit Jahren offen. Die alte Android-Anwendung stammt aus dem Jahr 2018 und wird nicht mehr gepflegt. Die App namens Billbee im Apple-Laden stammt von einem fremden Entwickler und verwaltet Abonnements, hat mit dem Händlerwerkzeug also nichts zu tun. Wer unterwegs arbeitet, nimmt den Browser.

Deckt Billbee alles ab, was eine Warenwirtschaft leistet?

Nein, das ist erklärter Verzicht. Der Schwerpunkt liegt auf Auftragsabwicklung, Belegen, Versand und Bestandsabgleich im Onlinehandel. Produktionsplanung, Personalverwaltung und eine eigene Ladenkasse fehlen vollständig. Die tiefere Lagerführung hat der Anbieter in das Schwesterprodukt VentoryOne ausgelagert, das ab der Growth-Stufe ohne Aufpreis dazugehört.

Eignet sich Billbee für Betriebe aus Österreich?

Ja, der Alltagsbetrieb funktioniert grenzüberschreitend. Die Software kennt die landesüblichen Steuersätze und arbeitet mit regional verbreiteten Versendern zusammen, etwa der Österreichischen Post. Die Rechnung läuft in Euro ohne Umsatzsteuer. Branchenspezifische Vorgaben und Sonderabläufe prüft ein Betrieb trotzdem vor der Einführung.

Wem gehört Billbee inzwischen?

Der Gruppe comrce, mit Bregal Unternehmerkapital als Mehrheitseigner. Den Anteil übernahm der Investor im November 2023, seither sind Replyco, Amainvoice und VentoryOne unter demselben Dach zusammengefasst. Betreiber der Software bleibt die Billbee GmbH in Deutschland. Der Anbieter nennt über 20.000 Händler im deutschsprachigen Raum.

Verkraftet Billbee Spitzenlast an Aktionstagen?

Dazu gibt es keine belastbare Zusage des Anbieters. Billbee betreibt die Software als Mietlösung und veröffentlicht den Betriebszustand laufend auf einer eigenen Statusseite, nennt aber keine zugesagte Verfügbarkeit in Prozent und keine Obergrenze für Aufträge je Tag. Wer ein Weihnachtsgeschäft plant, verlässt sich deshalb besser auf die eigene Erfahrung aus dem Vorjahr.

Welche Systeme stehen neben Billbee?

Billbee sitzt zwischen Shop und Buchhaltung, nicht in einem davon. Den Verkauf selbst tragen Systeme wie Shopware oder WooCommerce, die Bücher führt sevDesk. Als direkte Gegenspieler treten JTL-Wawi, plentymarkets, Afterbuy und Xentral an, die allerdings deutlich mehr Warenwirtschaft mitbringen.

Zuletzt aktualisiert: 29. April 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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