Squarespace gehört zu den Baukasten-Anbietern, die Gestaltung nicht dem Betreiber überlassen. Vorlagen, Raster und Abstände sind vorgegeben, der Editor weicht davon nur begrenzt ab, dafür wirkt das Ergebnis auch ohne Designkenntnisse geordnet. Genau darin unterscheidet sich die Plattform von Wix, wo Elemente frei auf der Fläche liegen. Angesprochen sind Dienstleister, Kreativbetriebe und kleine Shops, die Website, Domain, Hosting und Kasse aus einer Hand wollen. Die KI-Funktionen setzen den ersten Entwurf auf, schreiben Seitentexte und prüfen, ob die Adresse in KI-Antworten vorkommt. Einen Gratistarif gibt es nicht.

7,9/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
7/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Festes Gestaltungsraster liefert auch ohne Designer ein geordnetes Ergebnis
  • Ab Core unbegrenzt viele Bearbeiter ohne Aufpreis
  • Domain, Hosting, Shop und Zahlungsabwicklung aus einer Hand

Nachteile

  • Kein Gratistarif, nur 14 Tage Probe
  • Keine eingebaute Mehrsprachigkeit, nötig sind Weglot oder doppelte Seitenbäume
  • Eigenes CSS und Code-Einbindung erst ab dem zweiten Tarif
  • Export lässt Shop-, Portfolio- und Indexseiten zurück

Funktionen

  • Entwurf aus wenigen Angaben: Blueprint AI baut aus Branche, Ziel und Stilwahl eine erste Seitenstruktur samt Layout, die danach im Editor weiter bearbeitet wird.
  • Sichtbarkeit in KI-Antworten: Ein Prüflauf zeigt, bei welchen Fragen die Website in Antworten von ChatGPT und Gemini vorkommt, und nennt die Mitbewerber daneben.
  • Raster statt freier Fläche: Der Editor bindet Blöcke an ein Gestaltungsraster. Das verhindert verrutschte Seiten auf dem Telefon, begrenzt aber eigenwillige Anordnungen.
  • Kasse im eigenen Haus: Squarespace Payments wickelt Karte, Apple Pay, Klarna und SEPA selbst ab, ein zusätzliches Konto bei einem Zahlungsdienst entfällt.
  • Domain aus derselben Oberfläche: Squarespace führt selbst das Adressregister und verwaltet Domain, Zertifikat und Weiterleitungen dort, wo auch die Seiten liegen.
  • Texte und Bilder im Editor: Die Textfunktion schreibt und kürzt Seitentexte, das Image Studio erzeugt und retuschiert Bilder. Beides zieht ein Guthaben ab.
  • Mitgliederbereiche und Kurse: Geschützte Bereiche verkaufen Zugang zu Inhalten, Videos und Kursen, die Abrechnung läuft über dieselbe Kasse wie der Shop.
  • Export nur als XML: Die Ausgabe umfasst Seiten und Blogbeiträge im WordPress-Format, Shop-, Portfolio- und Indexseiten sowie eigenes CSS bleiben zurück.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Squarespace ermöglicht den schnellen Aufbau von Webseiten und kleinen Shops durch fertige Bausteine sowie integrierte Hilfen für Texte und Marketing. Während die tägliche Pflege und Standardprozesse effizient ablaufen, fehlen bei sehr individuellen technischen Abläufen oder komplexen Erweiterungen oft die nötigen Freiheiten.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Der Aufbau einer geordneten Website gelingt ohne eigenes IT-Personal in kurzer Zeit, Wartung und Zertifikate laufen im Hintergrund mit. Zwei Punkte kosten die Bestnote: Eine eingebaute Sprachumschaltung fehlt, zweisprachige Auftritte entstehen nur über Weglot oder einen zweiten Seitenbaum. Eigenes CSS und Code-Einbindung sperrt der Anbieter in der Einstiegsstufe ganz aus, gestalterische Sonderwünsche kosten also von vornherein eine Tarifstufe mehr.

Kundensupport

7/10

Umfangreiche Hilfecenter-Inhalte, Tutorials und schneller Support per E-Mail und Chat decken die meisten Standardfragen von Unternehmen gut ab. Einschränkungen sind der fehlende Telefonsupport.

Einsatzbereiche

Auftritt für Dienstleister: Kanzleien, Studios und Praxen stellen Leistungen, Team und Kontakt auf wenigen Seiten dar. Die Vorlagen geben Typografie und Abstände vor, das Ergebnis wirkt geordnet, auch wenn niemand gestaltet hat. Wartung, Zertifikat und Aktualisierungen übernimmt der Anbieter.

Verkauf kleiner Sortimente: Ein Shop mit überschaubarer Artikelzahl entsteht in derselben Oberfläche wie die Website. Squarespace Payments nimmt Karte, Apple Pay, Klarna und SEPA entgegen. In der kleinsten Stufe behält der Anbieter zwei Prozent des Umsatzes ein, ab Core entfällt dieser Abzug.

Digitale Angebote und Mitgliedschaften: Kurse, Videos und geschützte Bereiche verkaufen Zugang statt Ware. Hier greift die höchste Zusatzgebühr, und sie sinkt erst in den oberen Stufen. Wer damit nennenswerten Umsatz macht, rechnet den Tarifaufpreis gegen die Gebühr auf.

Inhalte und Newsletter: Blog, Veranstaltungsseiten und E-Mail-Versand greifen auf dieselbe Gestaltung zu. Der Versand geht direkt aus dem System hinaus. Bei mehrsprachigen Inhalten endet der Weg, dafür braucht es Weglot oder zwei parallele Seitenbäume.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Der Hebel liegt nicht beim Monatsbetrag, sondern bei der Art der Ware. Verkaufen erlaubt Squarespace schon in der kleinsten Stufe, behält dort aber 2 Prozent jedes Umsatzes ein, bei digitalen Produkten und Mitgliedschaften sind es 7 Prozent. Dieser Abzug sinkt mit jeder Stufe. Abgerechnet wird je Website, nicht je Nutzer.

Tarife, Jahreszahlung (Monatszahlung in Klammern)

  • Basic: 12 Euro im Monat (17). Zwei Bearbeiter, kein eigenes CSS, 2 Prozent Shopgebühr, 7 Prozent auf digitale Produkte.
  • Core: 18 Euro (24). Unbegrenzte Bearbeiter, eigenes CSS und Code, 0 Prozent Shopgebühr, 5 Prozent auf digitale Produkte.
  • Plus: 32 Euro (42). 1 Prozent auf digitale Produkte, Kartengebühr 1,7 Prozent plus 0,25 Euro.
  • Advanced: 69 Euro (79). Keine Zusatzgebühr mehr, Kartengebühr 1,5 Prozent plus 0,25 Euro.

Der Sprung auf Core rechnet sich, sobald ein Betrieb überhaupt etwas verkauft oder eigenes CSS braucht. Die Terminbuchung Acuity läuft als eigenes Abonnement und kommt obendrauf. Statt eines Gratistarifs gibt es 14 Tage Probe (Tarifgrenzen laut squarespace.com/pricing, Eurobeträge nach Blogmojo und Everyblue als Zweitquellen, 19.09.2026).

Unser Fazit

Squarespace ist kein Baukasten für Leute, die jede Einstellung selbst bestimmen wollen. Das Raster gibt vor, wo die Dinge liegen, und genau deshalb sieht eine Squarespace-Seite auch ohne Designer geordnet aus. Für Dienstleister, Kreativbetriebe und kleine Shops, die Domain, Hosting, Website und Kasse aus einer Hand wollen, ist das ein guter Tausch. Gerechnet wird je Website, und 12 Euro im Monat im Basistarif klingen wenig; dort behält der Anbieter aber 2 Prozent jedes Umsatzes ein und lässt kein eigenes CSS zu. Sobald ein Betrieb wirklich verkauft, führt der Weg auf Core zu 18 Euro. Freie Platzierung auf der Fläche und ein Gratistarif zum Anfangen: dafür ist Wix die bessere Adresse. Mehrsprachige Auftritte scheitern hier an einer fehlenden Grundfunktion, nötig sind Weglot oder ein zweiter Seitenbaum von Hand.

Häufige Fragen

Werden meine Eingaben in die KI-Funktionen zum Training verwendet?

Squarespace sagt dazu nichts Eindeutiges. Die KI-Bedingungen halten fest, dass Eingaben an die Modellanbieter OpenAI, Anthropic und Google weitergereicht werden, und verweisen für alles Weitere auf deren Bedingungen. Eine Zusage, dass Eingaben vom Training ausgenommen bleiben, fehlt, ebenso eine Unterscheidung nach Tarif (Squarespace AI Terms, Fassung 25.06.2026, Abruf 19.09.2026).

Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo liegen die Daten?

Der Vertrag gilt automatisch, die Server nicht in Europa. Die Ergänzung zur Datenverarbeitung ist nach Anbieterangabe Bestandteil der Nutzungsbedingungen, ein gesonderter Abschluss entfällt. Vertragspartner für europäische Kunden ist Squarespace Ireland Limited, die Übermittlung in die USA stützt der Anbieter auf die Standardvertragsklauseln und das Data Privacy Framework (Ergänzung zur Datenverarbeitung, Fassung 15.07.2026). Einen EU-Serverstandort nennt Squarespace nicht.

Was trennt die Tarife voneinander?

Bearbeiterzahl, eigener Code und Verkaufsgebühren. Die kleinste Stufe lässt zwei Bearbeiter zu und sperrt CSS und Code-Einbindung, beides öffnet erst die zweite Stufe. Die Gebühr auf digitale Produkte fällt von sieben auf null Prozent, je höher der Tarif. KI-Guthaben gibt es monatlich, in der kleinsten Stufe nur einmalig (Hilfecenter, 19.09.2026).

Bekomme ich meine Inhalte beim Wechsel wieder heraus?

Teilweise, der Export bleibt unvollständig. Squarespace gibt Seiten, Blogbeiträge, Text- und Bildblöcke sowie Galerien als XML-Datei im WordPress-Format aus. Nicht enthalten sind Shopseiten, Portfolios, Index- und Kalenderseiten, Produkt-, Audio- und Videoblöcke, Entwürfe und eigenes CSS. Der Umzug bedeutet also Nacharbeit, vor allem bei Shops (Anbieterangabe, 19.09.2026).

Kann ich eine mehrsprachige Website aufsetzen?

Nicht ohne Zusatzdienst. Eine eingebaute Sprachumschaltung fehlt. Der Anbieter beschreibt zwei Wege: die Anbindung des Übersetzungsdienstes Weglot, der gesondert abgerechnet wird, oder das Anlegen eines zweiten Seitenbaums von Hand, der danach doppelt gepflegt werden will. Für zweisprachige Auftritte in Österreich ist das der schwächste Punkt der Plattform.

Ist die Terminbuchung im Websitetarif enthalten?

Nein, Acuity ist ein eigenes Abonnement. Der Anbieter führt die Terminverwaltung getrennt von der Website und rechnet sie auch getrennt ab. Buchungsseiten laufen ebenso ohne Squarespace-Website. Wer Beratung, Behandlung oder Unterricht online buchbar machen will, rechnet diesen Posten von Anfang an dazu.

Für welche Betriebe passt Squarespace, für welche nicht?

Passend für kleine Teams mit überschaubarem Auftritt. Dienstleister, Kreativbetriebe, Praxen und kleine Sortimente kommen ohne Entwicklungsarbeit aus. An Grenzen stößt die Plattform bei tiefer Anbindung an Warenwirtschaft oder Kundenverwaltung, bei streng vorgegebenem Erscheinungsbild und überall dort, wo mehrere Sprachfassungen gepflegt werden müssen.

Welche Baukasten-Anbieter kommen sonst infrage?

Das hängt davon ab, was stört. Wix bringt Mehrsprachigkeit und einen Gratistarif mit und lässt Elemente frei platzieren. Onepage kommt aus Deutschland, antwortet auf Deutsch und speichert nach eigener Angabe in der EU. WordPress gibt volle Kontrolle, verlangt dafür eigene Pflege.

Zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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