ChatGPT ist der Allrounder unter den KI-Assistenten. Ein Chatfenster genügt, um Texte zu entwerfen, Fragen zu beantworten, PDFs und Tabellen auszuwerten, Bilder zu erzeugen oder Code zu schreiben. Dahinter arbeitet ein großes Sprachmodell, das Anweisungen in normaler Sprache entgegennimmt. Claude ist inzwischen ähnlich breit aufgestellt. Wer nur eine einzelne Disziplin braucht, findet dafür oft ein stärkeres Spezialwerkzeug. Für Unternehmen heißt das: ein Werkzeug statt fünf, und eines, das ohne Schulung läuft. Wiederkehrende Aufgaben wandern in ein Projekt oder ein eigenes Custom GPT, dann entfällt das Neuerklären bei jedem Start.

9,1/10
Gesamtbewertung
Produktivität
9/10
Benutzerfreundlichkeit
10/10
Kundensupport
7/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Deckt Text, Bild, Datenanalyse und Code in einer Oberfläche ab
  • Behält Projektkontext über mehrere Chats hinweg
  • Ohne Installation und ohne Schulung nutzbar

Nachteile

  • Funktionalität beim kostenlosen Plan eingeschränkt
  • Nutzungsobergrenzen gelten auch im Plus-Tarif
  • In den Privattarifen ist das Training mit den Eingaben voreingestellt

Funktionen

  • Websuche eingebaut: sucht bei aktuellen Fragen selbständig im Netz und nennt die verwendeten Quellen.
  • Vertiefte Recherche (Deep Research): mehrstufige Recherche zu komplexen Fragen, das Ergebnis kommt strukturiert mit Quellenangaben.
  • Sprachdialog in Echtzeit (Voice Mode): gesprochene Unterhaltung mit kurzer Reaktionszeit statt Tippen.
  • Text, Bild, Datei und Ton in einem Gespräch: alle vier Eingabearten landen im selben Chat.
  • Daten auswerten und Code ausführen: Tabellen und Dateien lassen sich direkt im Chat analysieren und berechnen.
  • Bilder erzeugen und bearbeiten: aus einer Beschreibung entsteht ein Bild, vorhandene Bilder lassen sich analysieren und verändern.
  • Projekte für wiederkehrende Aufgaben: Chats, Dateien und Anweisungen liegen an einem Ort, ein eigenes Custom GPT übernimmt das Neuerklären beim nächsten Start.
  • Gedächtnis über Gespräche hinweg: merkt sich Angaben aus früheren Chats und bindet Dienste wie Google Drive oder Slack ein.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

9/10

ChatGPT deckt Recherche, Strukturierung, erste Entwürfe und Datenauswertung in einer einzigen Oberfläche ab und spart damit die Einarbeitung in mehrere Spezialwerkzeuge. Der Zeitgewinn hängt daran, wie gründlich die Ergebnisse geprüft werden, denn Quellen und Faktentreue sind nicht durchgehend verlässlich.

Benutzerfreundlichkeit

10/10

ChatGPT erfordert keine Installation und lässt sich durch die Eingabe in natürlicher Sprache ohne Schulung bedienen. Die Oberfläche ist übersichtlich, zusätzlicher Aufwand fällt vor allem an, wenn eine technische Schnittstelle eingebunden werden soll.

Kundensupport

7/10

Der Support läuft hauptsächlich über automatisierte Hilfe-Center und Chatbots. Direkter Kontakt zu Menschen ist eingeschränkt und bleibt meist zahlenden Nutzern vorbehalten. Verbindliche Zusagen für schnelle Unterstützung oder Hilfe bei der Einführung sind erst in den teureren Tarifen für große Teams enthalten.

Einsatzbereiche

  • Erste Textfassungen: Stichpunkte hinein, Rohfassung heraus. ChatGPT formuliert daraus zusammenhängende Absätze in der Tonalität, die im Prompt steht, für E-Mails, Angebote oder Blogtexte. Ein Entwurf ist aber kein fertiger Text: Stil und Fakten kommen in der Durchsicht dazu. Personenbezogene Daten bleiben vorher draußen.
  • Dateien auswerten: Ein vierzigseitiges PDF, eine Umsatzliste, ein Besprechungsprotokoll. ChatGPT liest die Datei, schreibt im Hintergrund ein kleines Auswertungsprogramm und liefert Tabelle oder Diagramm statt Fließtext. Das erspart den Umweg über Excel. Auf Nachfrage zeigt ChatGPT, wie es die Spalten gelesen hat. Damit ist die Gegenprobe in zwei Minuten erledigt.
  • Recherche mit Deep Research: Bei Deep Research zieht ChatGPT für einige Minuten allein los. Das Modell sucht, liest nach, sucht erneut und legt am Ende einen Bericht mit Quellenangaben vor. Für Markt- und Anbieterüberblicke ist das die stärkste Funktion im Abo. Jede Aussage im Bericht hängt an ihrer Quelle, nachsehen dauert Minuten.
  • Wiederkehrende Aufgaben: In einem Projekt liegen Chats, Dateien und feste Anweisungen beisammen. Ein Custom GPT geht weiter und speichert die Vorkonfiguration für eine Aufgabe, die jede Woche wiederkommt, etwa Angebotstexte im Hausstil. Beides erspart das Erklären des Zusammenhangs bei jedem Start.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Die Stufe entscheidet bei ChatGPT weniger über den Funktionsumfang als über den Umgang mit den eingegebenen Daten. OpenAI weist in US-Dollar aus, in Österreich wird in Euro inklusive Umsatzsteuer abgerechnet, für Plus sind das rund 23 Euro im Monat.

  • Free: kostenlos, im Funktionsumfang eng begrenzt.
  • Go: 8 US-Dollar im Monat, kann Werbung enthalten.
  • Plus: 20 US-Dollar. Öffnet die Reasoning-Modelle, also Modelle, die vor der Antwort Zwischenschritte rechnen, dazu Deep Research und Projekte.
  • Pro: ab 100 US-Dollar, laut Anbieter die fünffache Nutzungsmenge.
  • Business, Standardlizenz: 20 US-Dollar je Nutzer und Monat, 25 bei Monatszahlung, buchbar ab zwei Nutzern.
  • Business, Premiumlizenz: 100 US-Dollar, 125 bei Monatszahlung. Hebt das Fünf-Stunden-Limit der Standardlizenz auf.

Der Aufpreis auf Business rechnet sich an drei Punkten: Ab hier trainiert OpenAI die Modelle standardmäßig nicht mehr mit den eingegebenen Daten, ab hier lässt sich ein Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen, und ab hier liegen Nutzerverwaltung, Abrechnung und Auswertung an einer Stelle. Wer allein arbeitet und keine personenbezogenen Daten eingibt, fährt mit Plus günstiger (Preisseite von OpenAI, Stand 16. September 2026).

Unser Fazit

ChatGPT ist für uns weiterhin das Standardwerkzeug, wenn ein einzelnes Tool möglichst viel abdecken soll. In der Breite kommt nur Claude heran, und bei Bildgenerierung und Agentenaufgaben bleibt ChatGPT vorn. Schneller einsatzbereit ist ohnehin keiner. Genau diese Breite ist die Schwäche: Bei quellenbasierter Recherche liefert Perplexity die sauberere Belegkette, bei langen Analysen arbeitet Claude strukturierter. Für Einzelpersonen halten wir Plus für die sinnvolle Stufe, Free und Go sind zu knapp bemessen. Unternehmen raten wir klar zu Business, weil erst dort das Modelltraining mit den eigenen Daten standardmäßig abgeschaltet ist. Wer Kundendaten in den Gratistarif tippt, spart an der falschen Stelle.

Häufige Fragen

Werden meine Eingaben zum Training der Modelle verwendet?

Bei den Privattarifen Free, Go, Plus und Pro werden Inhalte standardmäßig zum Training verwendet. Die Abmeldung ist in den Einstellungen unter Datenkontrollen möglich. Bei ChatGPT Business und Enterprise findet nach Angaben von OpenAI standardmäßig kein Training mit den eingegebenen Daten statt. Stand: 16. September 2026, Angaben von OpenAI zum Enterprise-Datenschutz.

Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo liegen die Daten?

Ja, aber erst ab Business. Für ChatGPT Business, Enterprise und die API schließt OpenAI nach eigenen Angaben einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab, angefordert wird er über ein Formular. Für dieselben Tarife nennt der Anbieter eine Speicherung der Daten in der EU und ein bestandenes SOC-2-Typ-2-Audit, also eine externe Prüfung der Sicherheitsprozesse. Für die Privattarife gibt es beides nicht. Ob das für den eigenen Anwendungsfall ausreicht, klärt die eigene Rechtsberatung. Stand: 16. September 2026. Worauf es beim Einsatz sonst noch ankommt, steht im Beitrag DSGVO-konformer Einsatz von KI-Tools.

Welche Nutzungsgrenzen gelten in den einzelnen Tarifen?

Textchats sind in allen Tarifen unbegrenzt. Begrenzt sind Uploads, Bildgenerierung, Sprachchats und Deep Research. Bei Business greift für Standardlizenzen ein Fünf-Stunden-Limit, das die Premiumlizenz aufhebt. Unterschiedlich ist auch das Kontextfenster, also die Textmenge, die ein Modell gleichzeitig berücksichtigen kann: bei Free rund zwölf Seiten Text, bei Go und Plus rund vierzig, bei Pro rund 250. Mit den Reasoning-Modellen sind es bis zu 680 Seiten.

Ab wann rechnet sich ChatGPT Business gegenüber Plus?

Sobald Kundendaten im Spiel sind. Business ist ab zwei Nutzern buchbar und kostet je Standardlizenz 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, 25 US-Dollar bei monatlicher. Der Grund liegt nicht beim Funktionsumfang: Erst ab Business ist das Training mit den eingegebenen Daten standardmäßig ausgeschlossen und ein Auftragsverarbeitungsvertrag möglich. Dazu kommen zentrale Abrechnung, Nutzerverwaltung und ein gemeinsamer Arbeitsbereich. Wer allein arbeitet und keine personenbezogenen Daten eingibt, fährt mit Plus günstiger.

Wie komme ich beim Wechsel wieder an meine Daten?

In den Privattarifen führt der Weg über Einstellungen, Datenkontrollen, Daten exportieren. OpenAI stellt daraufhin ein ZIP-Archiv mit Chatverlauf und Kontodaten bereit. Der Versand kann bis zu sieben Tage dauern, der Downloadlink ist 24 Stunden gültig. In verwalteten Arbeitsbereichen wie Business und Enterprise steht dieser Weg nicht zur Verfügung, dort exportieren die Administratoren die Gespräche. Gelöschte Chats holt auch der Export nicht zurück.

Wie unterscheidet sich ChatGPT von Perplexity, Claude und Gemini?

ChatGPT deckt die größte Bandbreite ab. Perplexity ist auf quellenbasierte Recherche zugeschnitten, Claude auf lange Analysen und strukturierte Argumentation, Gemini auf die Verzahnung mit Google Workspace. Weitere Kandidaten stehen in der Kategorie KI-Chatbots und Assistenten und im Beitrag Die stärkste europäische Alternative zu ChatGPT.

Was ist ChatGPT Work?

ChatGPT Work ist ein Agentenmodus, der komplexe, mehrstufige Aufgaben eigenständig plant und ausführt. Er bindet verbundene Tools wie Slack, Google Drive oder E-Mail ein. Statt einer Chat-Antwort liefert er fertige Ergebnisse wie Tabellen, Präsentationen oder Dokumente.

Kann ChatGPT Dateien wie PDFs oder Tabellen analysieren?

Ja. Je nach Tarif nimmt ChatGPT Dokumente, Tabellen und andere Dateien entgegen und wertet sie inhaltlich aus. Für sehr spezialisierte Datenanalysen liefern dedizierte Werkzeuge genauere Ergebnisse.

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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