
Gong.io schneidet Vertriebsgespräche mit, schreibt sie nieder und legt die Auswertung neben die Daten aus dem CRM. Inzwischen verkauft der Anbieter das nicht mehr als Analysewerkzeug, sondern als Betriebssystem für den Umsatz: Ein Revenue Graph sammelt den Zusammenhang aus Gesprächen, Mails und Geschäften, darüber arbeiten benannte KI-Agenten vom AI Briefer über den AI Tracker bis zum AI Deal Predictor. Dazu kommen die Bausteine Engage für die Ansprache, Forecast für die Prognose und Enable für die Einarbeitung. Gebaut ist das für Vertriebsorganisationen mit eigener Steuerung, nicht für einzelne Verkäufer.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Niederschrift in über 70 Sprachen, Deutsch für Deutschland und Österreich gelistet
- Benannte KI-Agenten für Rückstand, Gesprächsprüfung, Deal-Analyse und Prognose
- AI Translator übersetzt Niederschriften für englischsprachige Zentralen
- EU-Rechenzentrum auf Wunsch der Verwaltung, dazu EU-Standardvertragsklauseln
- Aufbewahrungsfristen und Löschregeln im Verwaltungsbereich einstellbar
Nachteile
- Kein veröffentlichter Preis, Plattformgebühr zusätzlich zu jeder Lizenz
- Oberfläche nur auf Englisch und Französisch, keine deutsche Fassung
- Hilfezentrum ausschließlich englischsprachig
- Ausgabe beim Wechsel nur als CSV-Bericht, Aufnahmen und Niederschriften nicht aufgeführt
- Aufbewahrung endet im Regelfall nach drei Jahren, nach Vertragsende nach 30 Tagen
Funktionen
- Mitschnitt und Niederschrift: Holt Gespräche aus Zoom, Teams und Meet sowie Telefonate und Mails herein und schreibt sie in über 70 Sprachen nieder.
- KI-Agenten mit fester Rolle: Stellt benannte Agenten bereit, vom AI Briefer für den Rückstand über den AI Call Reviewer bis zum AI Deal Predictor.
- AI Tracker: Erkennt nicht nur Stichwörter, sondern auch umschriebene Konzepte, etwa einen Preiseinwand in beliebiger Formulierung.
- Ask Anything: Beantwortet Fragen über mehrere Gespräche hinweg, etwa welche Bedenken ein Kunde zuletzt zum Angebot geäußert hat.
- AI Translator: Übersetzt Niederschriften und Zusammenfassungen, damit eine englischsprachige Zentrale deutschsprachige Gespräche mitliest.
- Deal- und Prognosetafeln: Führen offene Geschäfte mit Signalen aus Gesprächen und CRM zusammen und rechnen daraus eine Umsatzprognose.
- Gong Engage: Steuert Ansprache und Folgeaufgaben im Vertrieb und zeigt, welche Nachrichten beim Empfänger eine Antwort auslösen.
- Aufbewahrungssteuerung: Löscht Gespräche nach der eingestellten Frist, auf Wunsch auch die in der Bibliothek abgelegten Aufnahmen.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Gong nimmt dem Vertrieb die Nacharbeit ab: Mitschnitt, Niederschrift, Zusammenfassung und Übertrag ins CRM laufen ohne Zutun, dazu kommen benannte Agenten für Rückstand, Gesprächsprüfung und Prognose. Der Gewinn hängt an der Disziplin im Team und an der Datenqualität im CRM. Gegen eine höhere Note steht die Sprachlage: Gong schreibt Gespräche zwar in über 70 Sprachen nieder, Deutsch für Deutschland und Österreich eingeschlossen, die Auswertung im Haus bleibt aber englischsprachig, und ein deutscher Bericht entsteht erst über den AI Translator.
Benutzerfreundlichkeit
Nach der Einrichtung führt die Oberfläche schnell zu den ersten Auswertungen, Deal- und Prognosetafeln stellt die Vertriebsleitung selbst zusammen. Zwei Dinge halten die Note unten. Gong bietet die Bedienoberfläche nur auf Englisch, Französisch und kanadischem Französisch an, eine deutsche Fassung fehlt. Und der Aufwand für Zustimmungen, Aufbewahrungsfristen und Löschregeln fällt vor dem ersten Gespräch an, nicht danach.
Kundensupport
Beim Start begleitet Gong eng, und das englischsprachige Hilfezentrum ist gut sortiert: Es deckt Verwaltung, Schnittstellen und Datenschutzeinstellungen bis in die Einzelheiten ab. Eine deutschsprachige Fassung davon gibt es nicht, ebenso wenig eine veröffentlichte Zusage zu Antwortzeiten. Bei einem Werkzeug ohne Listenpreis bleibt der Umfang der Betreuung damit Verhandlungssache.
Einsatzbereiche
Gesprächsauswertung fürs Coaching: Gong schneidet Verkaufsgespräche mit und legt die Niederschrift daneben. Führungskräfte markieren einzelne Stellen und hängen ihre Rückmeldung daran. Neue Mitarbeitende hören abgeschlossene Gespräche nach. Die Aufnahme setzt die Zustimmung der Beteiligten und eine Regelung im Haus voraus.
Prüfung offener Geschäfte: Deal-Tafeln führen zusammen, was aus Gesprächen, Mails und dem CRM zu einem Abschluss vorliegt. Der Agent für die Deal-Prüfung meldet, wenn der Entscheider seit Wochen fehlt. Die Steuerung stützt sich damit auf Gesprächsverläufe statt auf Selbsteinschätzungen.
Pflege des CRM ohne Tippen: Das System überträgt Zusammenfassungen, Kontakte und vereinbarte Schritte in das angebundene CRM. Das spart die Nacharbeit nach langen Terminen. Eine Kontrolle der erzeugten Einträge bleibt nötig, weil die Zuordnung nicht jedes Mal trifft.
Marktbeobachtung über Tracker: AI Tracker erkennen Begriffe und auch umschriebene Konzepte, etwa einen Preiseinwand oder den Namen eines Wettbewerbers. Produkt und Marketing lesen daraus, was Kunden gerade beschäftigt. Vor der Weitergabe im Haus gehört eine Anonymisierung einzelner Angaben dazu.
Screenshots





Preis
Gong veröffentlicht keinen einzigen Listenpreis, und genau das ist hier die Auskunft. Der Anbieter nennt zwei Bestandteile und beziffert keinen davon.
- Lizenz je Platz: Betrag nicht veröffentlicht.
- Plattformgebühr: Betrag nicht veröffentlicht, die Höhe richtet sich nach der Zahl der unterstützten Nutzer und fällt zusätzlich zu jeder einzelnen Lizenz an.
- Kostenfreie Stufe und Testzugang: führt der Anbieter nicht.
Wen Gong meint, verrät trotzdem das Angebotsformular. Es sortiert Anfragen in 1 bis 50, 51 bis 1.000, 1.001 bis 9.999 und mehr als 10.000 Nutzer. Für die Kalkulation heißt das: Ohne Vertriebsgespräch gibt es keine Zahl (gong.io/de/preise, abgerufen am 19.09.2026).
Eine Größenordnung liefert nur der Markt. Die Einkaufsplattform Vendr wertet nach eigener Angabe 1.136 abgeschlossene Käufe aus und nennt einen Mittelwert von 55.182 Dollar im Jahr (rund 51.000 Euro) bei einer Spanne von 11.352 bis 203.598 Dollar, gepflegt im März 2026. Das ist eine Portalangabe und keine Zusage des Anbieters, zeigt aber, in welcher Größenordnung ein Vertrag liegt (Vendr, abgerufen am 19.09.2026).
Unser Fazit
Gong richtet sich an Vertriebsorganisationen mit eigener Steuerung, nicht an Teams, die Gespräche mitschreiben wollen. Das Angebotsformular beginnt bei der Staffel von 1 bis 50 Nutzern und reicht über 10.000 hinaus, einen Listenpreis nennt der Anbieter für keine davon, und zur Lizenz je Platz tritt eine Plattformgebühr nach Nutzerzahl. Am Können liegt das nicht: Mitschnitt, Niederschrift in über 70 Sprachen, Deal-Prüfung, Prognose und der Übertrag ins CRM ohne Tippen sind belegt. Drei Befunde begrenzen den Einsatz im deutschsprachigen Raum. Die Bedienoberfläche gibt es nur auf Englisch und Französisch, das EU-Rechenzentrum muss die Verwaltung erst auswählen, und beim Wechsel kommt ein CSV-Bericht heraus, Aufnahmen und Niederschriften führt die Hilfeseite dort nicht auf. Kickscale bedient dieselbe Aufgabe aus Wien, auf Deutsch und mit veröffentlichten Beträgen. Bei drei Verkäufern beginnt das hier gar nicht.
Häufige Fragen
Nein, für generative Modelle nicht. Gong schreibt auf der Sicherheitsseite, Kundendaten würden niemals zum Training generativer Modelle verwendet. Eine Unterscheidung nach Tarif nennt der Anbieter dort nicht. Für die Verarbeitung im Auftrag verweist er auf den Data Processing Addendum mit dem jeweiligen Kunden (Sicherheitsseite und Datenschutzerklärung, abgerufen am 19.09.2026).
Vertrag ja, EU-Standort nur auf Wunsch. Gong führt einen Data Processing Addendum und EU-Standardvertragsklauseln. Die Datenschutzerklärung nennt als Speicherorte die USA, Europa, Israel und weitere Länder. Ein EU-Rechenzentrum gibt es, die Verwaltung muss es aber auswählen; Rufnummern und Unterlagen der Telefonie bleiben auch dann in den USA (Hilfezentrum, abgerufen am 19.09.2026).
Die härteste Grenze ist nicht die Menge, sondern die Zeit. Gong hält Daten im Regelfall den kürzeren Zeitraum aus drei Jahren und der Vertragsdauer vor, die Verwaltung kann diese Frist ändern und auf die Bibliothek ausweiten. Verkürzt jemand die Frist, holt Gong die betroffenen Gespräche nicht zurück (Hilfezentrum, abgerufen am 19.09.2026).
Als CSV-Bericht, und zwar nur den. Über die Suche stellt ein Berechtigter einen gefilterten Satz zusammen und bekommt ihn als CSV per Mail, mit Kopfdaten, Teilnehmern, Trackern und CRM-Feldern. Aufnahmen und Niederschriften führt diese Hilfeseite nicht auf, dafür gibt es Schnittstelle und Data Cloud. Nach Vertragsende löscht Gong die Daten binnen 30 Tagen (Hilfezentrum, abgerufen am 19.09.2026).
Nein, die Oberfläche gibt es nicht auf Deutsch. Gong bietet als Anzeigesprachen Englisch, Französisch und kanadisches Französisch an. Deutsch steht dagegen auf der Liste der Sprachen für Niederschrift und Analyse, ausdrücklich in der Variante für Deutschland und Österreich. Website und Preisseite erscheinen auf Deutsch, das Hilfezentrum nicht (Hilfezentrum, abgerufen am 19.09.2026).
Nur die angebundene Geschäftskommunikation. Gong greift auf verknüpfte Kalender, Konferenzsysteme und Postfächer zu. Als privat markierte Termine bleiben außen vor. Wer eine Aufnahme nicht will, hält sie an oder löscht sie; für den Hinweis vor dem Termin gibt es eine eigene Einstellung.
Nein, es füllt eines. Gong schreibt Zusammenfassungen, Kontakte und vereinbarte Schritte in das angebundene System und nimmt dem Vertrieb die Eingabe ab. Die Stammdatenhaltung, die Angebotslogik und die Rechteverwaltung bleiben im CRM.
Der Anbieter nennt sie heute AI Tracker. Gong unterscheidet drei Arten: Stichwort-Tracker auf Wortebene, AI Tracker für Konzepte unabhängig von der Formulierung und fertige Tracker aus dem Haus. Tracker gelten jeweils für einen Arbeitsbereich und müssen in jedem einzeln angelegt werden (Hilfezentrum, abgerufen am 19.09.2026).
Nein. Die Plattformgebühr fällt zusätzlich zu den Lizenzen an, und das Angebotsformular beginnt erst bei einer Staffel von 1 bis 50 Nutzern. Für kleine Teams, die vor allem Gespräche mitschreiben und durchsuchen wollen, reicht Fireflies. Wer Gesprächsanalyse für den Vertrieb mit einem Anbieter aus Österreich sucht, schaut sich Kickscale an.






