
Clay verkauft keine Adressliste, sondern das Werkzeug, mit dem sie entsteht. Jede Zeile steht für eine Firma oder eine Person, jede Spalte holt eine Angabe nach: Position, Beschäftigtenzahl, eingesetzte Technik, Finanzierungsstand. Die Adressen hält der US-Anbieter nicht selbst vor, sondern vermittelt sie aus über 200 angeschlossenen Datenquellen und rechnet jede einzelne Abfrage ab. Dazu kommen Rechercheagenten, die offene Fragen im Netz beantworten und das Ergebnis in die Zelle schreiben. Gedacht ist das für Vertriebs- und Marketingteams, die ihre Zielkundenlisten selbst bauen, statt sie fertig zu kaufen. Oberfläche und Hilfe gibt es nur auf Englisch.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Tabellenoberfläche ohne Programmierung
- Über 200 Datenquellen in einem Zugang
- Rechercheagenten für Fragen ohne Datenbank
- Erfolglose Abfragen kosten kein Kontingent
- Plätze in jeder Stufe unbegrenzt
Nachteile
- Erste Bezahlstufe ab 167 Dollar im Monat
- Zwei getrennte Kontingente erschweren die Kalkulation
- Oberfläche, Hilfe und Support nur auf Englisch
- Datenschutzerklärung seit 2020 unverändert
- Auftragsverarbeitungsvertrag nur auf Anfrage
- Serverstandort nicht öffentlich ausgewiesen
Funktionen
- Tabelle statt Formular: Jede Zeile ist ein Zielkunde, jede Spalte eine Abfrage. Bedingungen steuern, welche Spalte wann läuft, ohne dass jemand Programmcode schreibt.
- Anreicherung im Wasserfall: Fragt fehlende Angaben der Reihe nach bei mehreren Datenanbietern ab und übernimmt den ersten brauchbaren Treffer in die Zelle.
- Datenmarkt mit über 200 Quellen: Ein Zugang genügt für die angeschlossenen Anbieter. Wer eigene Verträge mit einer Quelle hat, hinterlegt deren Zugangsschlüssel.
- Claygent als Rechercheagent: Beantwortet Fragen ohne Datenbankgrundlage, durchsucht dafür offene Quellen im Netz und legt seinen Gedankengang offen.
- Account Agents mit Gedächtnis: Laufen über ganze Zielgruppen statt einzelner Zeilen und behalten Ergebnisse früherer Durchgänge. In der untersten Stufe nicht enthalten.
- Meldung bei Stellenwechsel: Weist darauf hin, wenn ein gespeicherter Kontakt den Arbeitgeber wechselt, und liefert damit den Anlass für eine neue Ansprache.
- Rückgabe in die eigenen Systeme: Übergibt fertige Listen an Salesforce, HubSpot, Google Sheets, Notion und Slack. Der laufende Abgleich bleibt den oberen Stufen vorbehalten.
- Leere Abfragen bleiben frei: Findet eine Anreicherung nichts, zieht Clay dafür kein Kontingent ab. Abgerechnet wird der Treffer, nicht der Versuch.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Das Tool automatisiert die Recherche und Anreicherung von Kontaktdaten durch die Verknüpfung zahlreicher Quellen. Dadurch entfallen viele manuelle Routineaufgaben im Vertrieb. Für diesen hohen Zeitgewinn sind jedoch eine längere Einarbeitung in die komplexen Funktionen sowie eine regelmäßige Qualitätskontrolle der Ergebnisse notwendig.
Benutzerfreundlichkeit
Die Tabellenansicht wirkt vertraut, und die ersten Spalten füllt auch jemand ohne technische Vorbildung. Anspruchsvoll wird es eine Stufe später: Verkettete Anreicherungen, Bedingungen und die Frage, welche Abfrage welches Kontingent zieht, verlangen Einarbeitung in die Datenlogik. Zwei Punkte kosten dauerhaft. Oberfläche und Hilfebereich gibt es nur auf Englisch, eine deutschsprachige Fassung der Seite besteht nicht (geprüft am 19.09.2026).
Kundensupport
Während die englischsprachige Community und die Lernmaterialien überzeugen, fehlt ein direkter Kundenservice in deutscher Sprache sowie eine klare Zusage für feste Antwortzeiten. Bei technischen Problemen ist man daher weitgehend auf Eigeninitiative und gute Englischkenntnisse angewiesen.
Einsatzbereiche
Firmenlisten anreichern: Aus einer Spalte mit Firmennamen macht Clay einen vollständigen Datensatz. Beschäftigtenzahl, Branche, eingesetzte Technik und Finanzierungsstand holt das Werkzeug aus den angeschlossenen Quellen. Jede Spalte zieht Kontingent. Wer breit sucht, rechnet vorher.
Kontaktdaten im Wasserfall suchen: Für Adressen und Telefonnummern fragt Clay mehrere Anbieter nacheinander ab und übernimmt den ersten Treffer. Findet keiner etwas, rechnet der Anbieter nichts ab. Telefonnummern liefert erst die zweite Stufe.
Rechercheagenten arbeiten lassen: Claygent beantwortet Fragen, für die keine Datenbank existiert, etwa welche Software eine Firma in ihren Stellenanzeigen nennt. Der Agent durchsucht offene Quellen und legt eine geordnete Antwort in der Zelle ab. Seinen Gedankengang zeigt er mit.
Zielgruppen dauerhaft beobachten: Account Agents laufen über ganze Segmente statt über einzelne Zeilen und behalten frühere Ergebnisse. Der Anbieter schaltet sie ab der ersten Bezahlstufe frei. Im Gratistarif fehlen sie.
Ergebnisse weitergeben: Fertige Listen gehen an Salesforce, HubSpot, Google Sheets, Slack oder Versandwerkzeuge wie Smartlead und Instantly. Den laufenden Abgleich mit dem Kundenverwaltungssystem öffnet Clay erst in der dritten Stufe. Darunter bleibt die einzelne Übergabe.
Screenshots






Preis
Clay zählt seit dem Umbau der Tarife zwei Dinge getrennt, und daran hängt die ganze Rechnung: Aktionen für die Arbeit in der Oberfläche und Datencredits für zugekaufte Angaben. Plätze kosten nichts extra, sie sind in jeder Stufe unbegrenzt. Eine Aktion beginnt bei knapp einem Cent, ein Datencredit bei fünf Cent (Anbieterangabe). Alle Beträge in US-Dollar, der Umschalter auf der Preisseite weist für Jahreszahlung zehn Prozent weniger aus.
- Free: 0 Dollar. 500 Aktionen und 100 Datencredits im Monat, höchstens 200 Zeilen je Tabelle, keine Telefonnummern.
- Launch: ab 167 Dollar im Monat bei Jahreszahlung, 185 Dollar bei monatlicher Zahlung. 15.000 Aktionen, 2.500 Datencredits mit Ausbau bis 10.000, bis zu 50.000 Zeilen je Tabelle, erstmals Telefonnummern und Meldungen bei Stellenwechsel.
- Growth: ab 446 Dollar im Monat bei Jahreszahlung, 495 Dollar bei monatlicher Zahlung. 40.000 Aktionen, 6.000 Datencredits mit Ausbau bis 100.000, keine Zeilengrenze, erst hier laufender CRM-Abgleich und eigene Schnittstelle.
- Enterprise: auf Anfrage, nur im Jahresvertrag, ab 200.000 Aktionen im Monat.
Aktionen verfallen zum Ende des Abrechnungszeitraums, Datencredits laufen in Launch und Growth bis zum Doppelten des Monatsbestands auf. Bleibt eine Anreicherung ohne Treffer, zieht Clay weder das eine noch das andere ab. Wer eigene Zugangsschlüssel seiner Datenanbieter hinterlegt, zahlt nur die Aktion (Preisseite und Tarifdokumentation von Clay, abgerufen am 19.09.2026).
Unser Fazit
Clay verkauft keine Adressen, sondern die Maschine, die sie zusammensucht. Darin liegen Stärke und Preis zugleich. Über 200 Quellen hängen an einer Tabelle, Rechercheagenten beantworten Fragen, für die keine Datenbank existiert, und eine erfolglose Abfrage kostet weder Aktion noch Datencredit. Die Kalkulation wird dafür zur Übung für sich, weil Aktionen und Datencredits getrennt zählen und die erste Bezahlstufe bei 167 Dollar im Monat beginnt. Darunter deckelt der Gratistarif jede Tabelle bei 200 Zeilen und gibt keine Telefonnummern heraus. Uns stört zusätzlich, dass die Datenschutzerklärung seit dem 11. September 2020 unverändert steht und zur Frage nach dem Training mit Kundendaten schweigt. Apollo geht den umgekehrten Weg: eigene Datenbank, fester Platzpreis, weniger Rechnerei. Ein Team ohne Lust auf Tabellenlogik lässt Clay liegen.
Häufige Fragen
Der Anbieter sagt es nicht. Die veröffentlichte Datenschutzerklärung trägt als letzte Änderung den 11. September 2020 und enthält keine Aussage zum Training eigener Modelle mit Kundendaten. Auch die Vertrauensseite schweigt dazu und verweist auf die Sicherheitsabteilung. Wer darauf angewiesen ist, holt die Auskunft vor Vertragsschluss schriftlich ein (Datenschutzerklärung von Clay, abgerufen am 19.09.2026).
Ja, aber nur auf Anfrage. Clay bietet den Vertrag nach eigener Angabe auf Wunsch an und bindet die Standardvertragsklauseln ein; die Vertrauensseite nennt dafür eine eigene Adresse der Sicherheitsabteilung. Einen Betriebsort der Server weist der Anbieter öffentlich nicht aus, eine europäische Datenhaltung erwähnt keine der beiden Seiten (Vertrauensseite von Clay, abgerufen am 19.09.2026).
Beides, denn es sind zwei getrennte Kontingente. Aktionen zählen die Arbeit in der Oberfläche, Datencredits die zugekauften Angaben. Free liefert 500 Aktionen und 100 Credits bei höchstens 200 Zeilen je Tabelle, Launch 15.000 Aktionen bei bis zu 50.000 Zeilen, Growth 40.000 Aktionen ohne Zeilengrenze. Die harte Grenze der untersten Stufe ist dabei nicht das Kontingent, sondern die Zeilenzahl.
Über die Anbindungen, einen Export-Knopf gibt es nicht. Clay schreibt Tabelleninhalte an Google Sheets, Airtable, Notion, Slack und Kundenverwaltungssysteme wie Salesforce, HubSpot oder Pipedrive, über Zapier auch an beliebige Empfänger. Den laufenden Abgleich und die eigene Schnittstelle öffnet der Anbieter erst ab Growth (Hilfebereich von Clay, abgerufen am 19.09.2026).
Nein, es liefert dem CRM zu. Clay sammelt, prüft und ergänzt Firmen- und Personendaten, bevor sie im Kundenverwaltungssystem landen. Angebote, Abschlüsse und Servicefälle bleiben dort. Ab der dritten Stufe hält Clay den Bestand in Salesforce oder HubSpot laufend auf Stand.
Kommt darauf an, woran es hakt. Wer eine fertige Kontaktdatenbank samt Versand zu einem festen Platzpreis sucht, kommt mit Apollo schneller ans Ziel, weil dort Daten und Werkzeug aus einer Hand stammen. Wer bestehende Systeme verketten und in Europa selbst betreiben will, greift zu n8n. Clay trägt dort, wo eigene Recherchelogik auf viele Quellen trifft.
Aus dem angeschlossenen Datenmarkt. Clay hält keine eigene Adressdatenbank, sondern vermittelt jede Abfrage an über 200 Datenanbieter und legt deren Antwort in der Tabelle ab. Wer bereits einen eigenen Vertrag mit einer Quelle hat, hinterlegt den Zugangsschlüssel und zahlt dann nur die Aktion (Übersicht der Anbindungen, abgerufen am 19.09.2026).
Nein, aber Tabellendenken. Zeilen sind Datensätze, Spalten sind Abfragen, Bedingungen steuern die Reihenfolge. So entsteht eine mehrstufige Recherche ohne eine Zeile Programmcode. Wer Formeln und Wenn-dann-Logik gewohnt ist, holt deutlich mehr heraus als jemand, der bisher nur Listen gepflegt hat.
Selten. Die erste Bezahlstufe beginnt bei 167 Dollar im Monat, der Gratistarif darunter deckelt jede Tabelle auf 200 Zeilen und gibt keine Telefonnummern heraus. Für gelegentliche Recherche ist das zu teuer. Wer Monat für Monat mehrere hundert Firmen anreichert, holt den Betrag dagegen schnell wieder herein.
Dann kostet die Abfrage nichts. Clay rechnet nach eigener Angabe weder Aktionen noch Datencredits ab, wenn eine Anreicherung ohne Ergebnis bleibt. Bezahlt wird der Treffer, nicht der Versuch. Wie viele Anbieter eine Suche durchläuft, bestimmt der eingestellte Wasserfall (Angaben der Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).
So aktuell wie die Quelle im Moment der Abfrage. Clay ruft viele Angaben erst beim Anreichern ab und prüft dabei Websites oder Profile unmittelbar. Das schlägt Datenbanken, die nur in Abständen nachziehen. Der Preis dafür: Die Ergebnisse schwanken mit der Güte der jeweils angebundenen Quelle.






