
CloudTalk ersetzt die Telefonanlage im Technikraum durch eine Anwendung. Rufnummern aus über 160 Ländern, Sprachmenü, Warteschlangen und Regeln für die Verteilung laufen im Browser, am Rechner oder am Handy, und jedes Gespräch landet als Eintrag in der Kundenakte von HubSpot, Salesforce oder Zendesk. Der slowakische Anbieter zielt auf Vertriebs- und Serviceteams, die viel telefonieren und die Nachbereitung loswerden wollen. Die KI-Bausteine, von der Mitschrift bis zum Sprachagenten am Hörer, stehen dabei neben der Telefonanlage und nicht in ihr.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Aufzeichnungen und Mitschriften liegen nach Anbieterangabe in Deutschland
- Ortsnummern aus über 160 Ländern, bestehende Nummern wandern mit
- Gesprächsbaum als Ablaufbild, ohne Programmierung änderbar
- Anbieter schließt Modelltraining mit Kundendaten aus
Nachteile
- Mitschrift und Stimmungserkennung nur gegen Aufpreis je Platz
- Wählhilfen außerhalb der obersten Stufe kostenpflichtig
- Expert erst ab drei Plätzen buchbar
- Keine Gratisstufe, nur 14 Tage Test
- Hilfecenter und Lernportal auf Englisch
- Keine Angabe zur Aufbewahrungsdauer von Aufzeichnungen
Funktionen
- Anrufverteilung: Führt Anrufer über Sprachmenü und Warteschlange zu der Person mit der passenden Zuständigkeit und bietet bei Andrang einen Rückruf an.
- Grafischer Gesprächsbaum: Legt Ansagen, Tastenwege, Geschäftszeiten und Umleitungen als Ablaufbild fest, das ein Team ohne Programmierung selbst ändert.
- Rufnummern aus über 160 Ländern: Bucht Ortsnummern für Märkte ohne eigenes Büro und übernimmt bestehende Nummern per Portierung.
- Wählhilfen für ausgehende Anrufe: Arbeitet Anruflisten nacheinander ab oder wählt bis zu zehn Leitungen gleichzeitig und erkennt Anrufbeantworter; als Zusatz geführt.
- Gesprächsauswertung: Schreibt das Gespräch mit, erkennt Stimmung und Themen und misst das Verhältnis von Sprechen zu Zuhören; als Zusatz geführt.
- Mithören und Einflüstern: Lässt Vorgesetzte in ein laufendes Gespräch hineinhören und der eigenen Person Hinweise geben, ohne dass der Anrufer es hört.
- Sprachagent am Hörer: Nimmt Anrufe selbst an, beantwortet Wiederkehrendes in über 70 Sprachen und übergibt an einen Menschen, sobald es nicht weitergeht.
- Anschluss an Kundensysteme: Schreibt Anruf, Notiz und Aufzeichnung in über 95 Kunden-, Ticket- und Bewerbersysteme zurück, darunter HubSpot, Salesforce und Zendesk.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Die Nachbereitung schrumpft: Anruf, Dauer, Notiz und Aufzeichnung landen von selbst am Datensatz im Kundensystem, und die Verteilung sorgt dafür, dass ein Anruf beim ersten Mal richtig ankommt. Die eigentlichen Zeitfresser im Vertrieb, also Wählhilfen und die Auswertung der Gespräche, gehören jedoch nicht zum Tarif. Beide kommen je Platz obendrauf, und erst mit ihnen entfaltet CloudTalk die Wirkung, mit der der Anbieter wirbt.
Benutzerfreundlichkeit
Als reine Cloud-Lösung steht CloudTalk ohne Technikeinsatz bereit, und der grafische Gesprächsbaum macht Ansagen, Tastenwege und Zeiten für jeden nachvollziehbar, der sie ändern soll. Neue Beschäftigte finden sich rasch zurecht. Die Anbindung an gängige Kundensysteme läuft über fertige Verbindungen. Punktabzug gibt es dafür, dass sich die Ausstattung über Tarif und Zusätze verteilt und erst beim Einrichten sichtbar wird, was fehlt.
Kundensupport
CloudTalk führt ein Hilfecenter mit Anleitungen zu Einrichtung, Rufnummern und Sprachagenten, dazu ein Lernportal für die Einarbeitung; die Artikel liegen auf Englisch, die deutsche Fassung des Hilfecenters kam beim Abruf ohne einen einzigen Artikel. Auf Deutsch stehen dagegen die Website, die Stimmen der Sprachagenten und das Onboarding-Portal der deutschen Seite bereit, das erste Schritte und erweiterte Einrichtung erklärt (abgerufen am 19.09.2026). Feste Reaktionszeiten nennt der Anbieter in den Selbstbedienungstarifen nicht, erweiterte Betreuung und telefonische Erreichbarkeit hängen an den oberen Stufen.
Einsatzbereiche
Anrufannahme im Service: Eingehende Gespräche laufen über Sprachmenü und Warteschlange zu der Person, die das Thema bearbeitet. Wer wartet, bekommt einen Rückruf angeboten. Wer abnimmt, sieht die Kundenakte aus HubSpot oder Zendesk bereits am Schirm.
Ausgehende Vertriebsanrufe: Aus der Liste im Kundensystem wählt ein Klick die Nummer, die Wählhilfe arbeitet die Liste nacheinander ab. Gesprächsdauer, Notiz und Aufzeichnung landen ohne Zutun am Datensatz. Nur die oberste Stufe bringt die Wählhilfen mit, darunter kosten sie Aufpreis.
Telefonzentrale ohne Anlage: CloudTalk ersetzt die Hardware im Technikraum. Ein grafischer Gesprächsbaum legt fest, welche Taste wohin führt, welche Ansage läuft und was außerhalb der Geschäftszeiten passiert. Änderungen macht das Team selbst.
Verteilte Teams unter einer Nummer: Beschäftigte telefonieren im Browser, in der Anwendung am Rechner oder am Handy unter der Firmennummer. Der Status zeigt, wer erreichbar ist. Für Standorte im Ausland bucht der Betrieb Ortsnummern aus über 160 Ländern.
Gespräche auswerten und coachen: Mitschrift, Stimmungsverlauf und das Verhältnis von Sprechen zu Zuhören zeigen, an welcher Stelle ein Gespräch kippt. Vorgesetzte hören live mit und flüstern ein. Wer aufzeichnet, klärt die internen Vorgaben vorher.
Screenshots






Preis
Der Platzpreis ist nur die halbe Rechnung. Verteilung, Sprachmenü und Aufzeichnung stecken im Tarif, alles mit KI davor legt CloudTalk obendrauf. Die folgenden Beträge gelten je Platz bei Jahreszahlung, der Betrag bei Monatszahlung steht dahinter; laut Anbieter spart die Jahreszahlung rund 30 Prozent.
- Lite: 19 Euro, 27 bei Monatszahlung. Eine Rufgruppe, Aufzeichnung, Sprachmenü.
- Starter: 25 Euro, 34 bei Monatszahlung. Mehrere Rufgruppen und Warteschlangen, 500 ausgehende Inlandsminuten je Platz.
- Essential: 29 Euro, 39 bei Monatszahlung. Unbegrenzte Inlandsgespräche in EU, Großbritannien, Island und Norwegen.
- Expert: 49 Euro, 69 bei Monatszahlung, erst ab drei Plätzen. Wählhilfen, Salesforce, Mithören und Coaching.
Die Aufschläge summieren sich: Wählhilfe 15 Euro je Platz, Parallelwählen 39, KI-Gesprächsauswertung 9. Die Sprachagenten laufen als eigenes Angebot, 349 Euro im Monat für 1.000 Gesprächsminuten, größere Mengen ab 0,15 Euro je Minute, 50 Minuten liegen zum Ausprobieren bei. Eine Gratisstufe gibt es nicht, nur einen Test über 14 Tage (Preisseite von CloudTalk, Abruf 19.09.2026).
Unser Fazit
9 Euro je Platz kostet die Mitschrift extra. Stimmungsverlauf, Themen und das Verhältnis von Sprechen zu Zuhören gehören zur selben Zusatzbuchung, die Wählhilfe kostet 15 Euro obendrauf, das Parallelwählen 39; genau die Funktionen also, wegen derer ein Vertriebsteam eine solche Anlage anschafft. Die Telefonanlage selbst taugt: Rufnummern aus über 160 Ländern, Gesprächsbaum als Ablaufbild ohne Programmierung, Portierung der alten Büronummer, über 95 Anschlüsse an Kunden- und Ticketsysteme, dazu Aufzeichnungen und Gesprächstexte, die laut Anbieter in Deutschland liegen. Lite beginnt bei 19 Euro je Platz, Expert erst ab drei Plätzen. Soll dagegen ein Agent die Anrufe selbst annehmen, ist Fonio.ai die passendere Adresse. Ein Büro mit zwei Telefonaten am Tag braucht diese Anlage nicht.
Häufige Fragen
Nein, der Anbieter schließt das aus. CloudTalk schreibt, es verwende Kundendaten nicht zum Trainieren oder Nachjustieren von KI-Modellen und erlaube das seinen Unterauftragsverarbeitern ebenfalls nicht. Aufzeichnungen und Mitschriften liegen nach derselben Angabe in Deutschland. Wie lange der Anbieter Aufzeichnungen aufbewahrt, steht auf den öffentlichen Seiten nicht (Anbieterangaben, Abruf 19.09.2026).
In Deutschland, der Vertrag gehört zum Standardvertrag. CloudTalk nennt Deutschland als Ort für Aufzeichnungen und Gesprächstexte und führt daneben Rechenzentren bei Amazon und Google in Frankfurt, Virginia, Singapur und Sydney. Vertragspartner ist die CloudTalk s.r.o. in Bratislava, ein Schwesterunternehmen in den USA verarbeitet einzelne Daten mit. Der Anbieter führt Zertifikate nach ISO/IEC 27001 und SOC 2 Typ II (Abruf 19.09.2026).
Minuten, Rufgruppen und die Mindestzahl an Plätzen. Lite erlaubt eine Rufgruppe, Starter mehrere und 500 ausgehende Inlandsminuten je Platz, Essential und Expert unbegrenzte Inlandsgespräche in EU, Großbritannien, Island und Norwegen. Expert startet erst ab drei Plätzen. Gespräche ins Ausland, Wählhilfen und die Gesprächsauswertung fallen aus diesen Paketen heraus (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Über Programmierschnittstelle und Datenabgleich. Beides führt CloudTalk in allen Stufen, darüber holt ein Team Anrufdaten, Notizen und Aufzeichnungen ab. Wer ein Kundensystem angebunden hat, findet dieselben Einträge ohnehin dort wieder. Die Rufnummern wandern per Portierung mit. Einen Export des gesamten Bestands als fertiges Paket beschreibt der Anbieter nicht (Abruf 19.09.2026).
Das hängt daran, wer abnehmen soll. Für eine Telefonanlage mit Vertriebsfunktionen und Anschluss ans Kundensystem ist CloudTalk gesetzt. Soll ein Agent die Anrufe selbst führen, bekommt man bei Fonio.ai und Leaping AI mehr. Wer bestehende Gespräche nur auswerten und Vertrieb coachen will, greift besser zu Gong.
Nein, das ist ein Zusatz je Platz. CloudTalk fasst Mitschrift, durchsuchbare Gesprächstexte, Stimmungserkennung, Themenerkennung und das Verhältnis von Sprechen zu Zuhören zur KI-Gesprächsauswertung zusammen und berechnet sie zusätzlich zum Platzpreis. Ohne diesen Zusatz bleiben Aufzeichnung, Notizen und die Auswertung von Anrufzahlen und Wartezeiten (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Er nimmt Anrufe selbst an. Der Agent begrüßt, fragt ab, beantwortet Wiederkehrendes und übergibt an einen Menschen, wenn es nicht weitergeht. CloudTalk nennt über 70 Sprachen und Akzente, deutsche Stimmen eingeschlossen. Abgerechnet wird nach Gesprächsminuten, getrennt vom Tarif für die Telefonanlage; zum Ausprobieren liegen 50 Minuten bei (Anbieterangaben, Abruf 19.09.2026).
Ja, die Portierung gehört zum Standardweg. Eingeführte Nummern bleiben erhalten und ziehen in die Cloud um, parallel bucht ein Betrieb neue Ortsnummern aus über 160 Ländern dazu. CloudTalk führt die Portierung in allen Stufen (Preisseite, Abruf 19.09.2026).
Nein, CloudTalk läuft als Software. Telefoniert wird im Browser, in der Anwendung am Rechner oder in der App am Handy, ein Kopfhörer mit Mikrofon genügt. Damit funktioniert dieselbe Nummer auch am Küchentisch, solange die Verbindung trägt.
Ja, über fertige Verbindungen. CloudTalk zählt über 95 Anschlüsse an Kunden-, Ticket- und Bewerbersysteme; Anruf, Notiz und Aufzeichnung hängen danach am richtigen Datensatz. Salesforce führt der Anbieter erst in der obersten Stufe. Für alles ohne fertige Verbindung gibt es die Programmierschnittstelle (Abruf 19.09.2026).
Ja, über die Übersicht in Echtzeit. Dort stehen laufende Gespräche, Warteschlangen und den Status der einzelnen Personen. Dazu kommen Mithören und Einflüstern für die Einarbeitung. Wie viele Gespräche jemand geführt hat und wie lange gewartet wurde, zeigen die Auswertungen auch ohne den KI-Zusatz.






