Ein Förderleitfaden mit 60 Seiten liegt im Posteingang, eine Studie soll bis morgen gelesen sein, das Protokoll der letzten Sitzung auch. Naheliegend ist, das PDF in einen Chatbot zu laden und „Fass zusammen“ zu tippen. KI ist weit verbreitet: 39 Prozent der Menschen in Österreich nutzten 2025 generative KI, so eine Auswertung von Statistik Austria für den OeAD, über die news.at berichtet. Ob die Zusammenfassung brauchbar ist, entscheidet sich vor und nach dem Hochladen. Hier erfährst du, welches Tool welches PDF annimmt, mit welchen Prompts du ein Dokument gezielt auswertest und wie du das Ergebnis am Original prüfst.
Kurz erklärt: Wie KI ein PDF zusammenfasst
Ein Chatbot liest in der Regel die Textebene eines PDFs. Diesen Text verarbeitet er in seinem Kontextfenster, also der Menge an Text, die er auf einmal berücksichtigen kann. Gemessen wird sie in Token, den Textbausteinen, mit denen ein Sprachmodell rechnet. Die KI kürzt und gewichtet Inhalte, sie versteht sie aber nicht. Eine flüssig geschriebene Zusammenfassung kann deshalb wichtige Einschränkungen auslassen oder Nebensächliches betonen. Wenn ein PDF nur aus gescannten Bildern besteht und keine Textebene hat, ist vorab eine Texterkennung (OCR) nötig.
Welche Tools PDFs verarbeiten und wo die Grenzen liegen
Die Angaben stammen aus den Hilfe- und Produktseiten der Anbieter, Stand 22.10.2026. „Keine Angabe“ heißt, dass die Hilfeseite dazu nichts sagt. Die Limits ändern sich laufend, ein Blick in die verlinkte Hilfe lohnt sich vor größeren Dokumenten.
| Tool | Ohne Abo | Größe und Umfang | Bilder und Diagramme im PDF |
|---|---|---|---|
| ChatGPT | Ja, 3 Uploads pro Tag | 512 MB und 2 Millionen Token je Datei (OpenAI) | Nur im Enterprise-Tarif, sonst nur der Text |
| Claude | Keine Angabe | 500 MB je Datei, 20 Dateien je Chat, PDFs bis 1.000 Seiten (Anthropic) | In PDFs bis 100 Seiten, bei längeren PDFs nur der Text |
| Gemini | Ja, mit Google-Konto | 10 Dateien je Prompt (je nach Verfügbarkeit), 100 MB je Datei; mit Google AI Pro oder Ultra ein Kontextfenster von 1 Million Token, laut Google etwa 1.500 Seiten Text (Google) | Keine Angabe |
| Microsoft Copilot | Keine Angabe | 50 MB je Datei, 20 Dateien je Unterhaltung (Microsoft) | Keine Angabe |
| Le Chat | Ja | Uploads in allen Tarifen, konkrete Limits nennt Mistral nicht | Keine Angabe |
| Adobe Acrobat KI-Assistent | Nein, Add-on oder passender Acrobat-Tarif | Keine Angabe | Keine Angabe |
Was ein Tool annimmt, liest es nicht unbedingt vollständig. Für Copilot in Word und PowerPoint weist Microsoft darauf hin, dass sich Copilot beim Zusammenfassen langer Dokumente auf den Anfang konzentrieren und den Rest ignorieren kann. Microsoft rät deshalb, lange Dokumente aufzuteilen und abschnittsweise zusammenfassen zu lassen. In Claude-Projekten gilt laut Anthropic eine Grenze von 30 MB je Datei, und der gesamte Inhalt muss ins Kontextfenster passen. Wie viel Gemini ohne Abo auf einmal berücksichtigt, nennt Google nicht, mit Google AI Pro und Ultra gelten höhere Limits. Der KI-Assistent von Adobe verweist laut Anbieter in seinen Antworten auf die Stellen im Dokument.
Für die Arbeit mit vielen Dokumenten gibt es Gemini Notebook (früher NotebookLM): Laut Google nimmt es ohne Abo bis zu 50 Quellen je Notebook auf, jede mit bis zu 500.000 Wörtern oder 200 MB.

In sechs Schritten zur brauchbaren Zusammenfassung
- Ziel festlegen: Vor dem Upload muss der Zweck klar sein. Ein grober Überblick erfordert einen anderen Prompt als die Suche nach rechtlichen Pflichten in einer Förderrichtlinie. Lege Zielgruppe, gewünschte Länge und Format vorab fest.
- Dokument prüfen: Markiere testweise einen Absatz im PDF, um die Textebene zu prüfen. Kontrolliere Dateigröße, Seitenumfang und den Anteil an Tabellen oder Scans. Entferne sensible Inhalte, die nicht hochgeladen werden dürfen.
- Datenschutz klären: Prüfe die Trainingseinstellungen des gewählten Dienstes. Für einzelne Dokumente gibt es Chats, die laut Anbietern nicht ins Training fließen: in Gemini den „Temporären Chat“, in Claude den Inkognito-Chat (Geistersymbol, nicht in Projekten), in ChatGPT temporäre Chats. Gespeichert werden sie eine Zeit lang, in ChatGPT und Claude bis zu 30 Tage, in Gemini 72 Stunden. Was im Dokument steht, prüfst du vorher (Schritt 2).

- Hochladen und Prompt schreiben: Lade die Datei über das Plus-Symbol im Eingabefeld hoch. Es heißt in ChatGPT „Dateien und mehr hinzufügen“, in Claude „Dateien, Konnektoren und mehr hinzufügen“ und in Gemini „Uploads & Tools“ (Stand 22.10.2026). Nenne im Prompt den Zweck, die Zielgruppe, die Textlänge und die gewünschte Gliederung. Fordere zu allen Aussagen konkrete Seitenangaben ein.


- Gezielt nachfragen: Stelle separate Fragen zu Fristen, Beträgen, Pflichten, Risiken oder offenen Punkten. Was zählt, hängt vom Dokument ab: bei Verträgen Laufzeit, Kündigung, Kosten und Haftung, bei Ausschreibungen und Förderrichtlinien Voraussetzungen, Fristen, Beträge und Unterlagen, bei Protokollen Beschlüsse, Aufgaben und Termine, bei Handbüchern Arbeitsschritte und Warnhinweise, bei Studien die Ergebnisse und die Einschränkungen, die das Dokument selbst nennt. Bei sehr langen Dokumenten ist es sinnvoll, die Kapitel einzeln bearbeiten zu lassen.
- Mit dem Original abgleichen: Schlage die Seitenangaben stichprobenartig nach, denn auch sie können falsch sein. Prüfe konkrete Zahlen und Fristen immer im PDF. Rechne Summen aus Tabellen nach und nutze einen Gegenprobe-Prompt.
Prompt-Vorlagen für typische Aufgaben
Mit dem Prompt-Baukasten stellst du dir einen passenden Prompt zusammen: Zweck wählen, bei Bedarf Dokumentart, Zielgruppe und Länge ergänzen, kopieren. Darunter findest du die einzelnen Vorlagen zum Kopieren. Platzhalter in GROSSBUCHSTABEN ersetzt du durch deine Angaben.
Tool
Prompt-Baukasten: PDFs zusammenfassen
Wähle, was du mit dem Dokument vorhast. Das Tool setzt daraus einen Prompt für ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot oder Le Chat zusammen. Nur der Zweck ist Pflicht. Ein zweiter Klick hebt eine Auswahl wieder auf.
Worauf soll die KI besonders achten?
Deine Eingaben bleiben in deinem Browser. Das Tool speichert und sendet nichts.
Lade das PDF zuerst über die Büroklammer oder das Plus-Symbol im Eingabefeld hoch und schick den Prompt im selben Chat ab. Lade keine Dokumente mit personenbezogenen Daten Dritter, Betriebsgeheimnissen oder Vertraulichkeitsklausel hoch, ebenso keine Inhalte hinter Paywalls.
Stell danach im selben Chat die Gegenprobe: „Prüfe deine Zusammenfassung noch einmal Satz für Satz gegen das Dokument. Welche Aussagen sind allgemeiner formuliert als im Original, welche Einschränkungen fehlen, welche wichtigen Punkte hast du ausgelassen? Nenne jeweils die Stelle mit Seitenzahl.“ Schlag die Seitenangaben im Original nach, auch sie können falsch sein.
Kurzfassung
Sinnvoll, um zu entscheiden, ob das gesamte Dokument gelesen werden muss.
Fasse das hochgeladene Dokument für ZIELGRUPPE zusammen. Ich will danach entscheiden, ob ich es ganz lesen muss. Schreib höchstens fünf Sätze: worum es geht, was die wichtigste Aussage ist und was daraus folgt. Nenne zu jeder Aussage die Seite, auf der sie steht. Wenn das Dokument eine wichtige Frage offenlässt, schreib das dazu.Prüfen: Belegt die angegebene Stelle im Original die Kernaussage tatsächlich?

Stichpunkte je Kapitel
Sinnvoll, um den Aufbau und die Kernpunkte einzelner Abschnitte nachzuvollziehen.
Geh das Dokument Kapitel für Kapitel durch. Nenne für jedes Kapitel die Überschrift und zwei bis drei Stichpunkte mit den Kernaussagen, jeweils mit Seitenzahl. Übernimm Zahlen genau so, wie sie im Dokument stehen, und runde nicht.Prüfen: Hat die KI alle Kapitel erfasst und die Zahlen unverändert gelassen?
Entscheidungsvorlage
Sinnvoll, um eine konkrete geschäftliche Entscheidung vorzubereiten.
Ich muss bis DATUM entscheiden, ob ENTSCHEIDUNG. Erstelle aus dem Dokument eine Entscheidungsvorlage mit höchstens 200 Wörtern in drei Teilen: Ausgangslage, wichtigste Ergebnisse, offene Risiken. Trenne klar, was im Dokument steht und was du daraus ableitest. Gib zu jeder Aussage die Seite an.Prüfen: Sind die Ableitungen der KI logisch und die Risiken im Original belegt?
Fristen und Beträge als Tabelle
Sinnvoll für Richtlinien oder Ausschreibungen mit verbindlichen Vorgaben.
Suche im Dokument alle Fristen, Beträge und Pflichten. Erstelle eine Tabelle mit den Spalten Art, Inhalt im Wortlaut, Seite, Wer ist betroffen. Wenn eine Angabe fehlt, schreib „nicht angegeben“. Nimm nur auf, was wirklich im Dokument steht.Prüfen: Vergleiche jede relevante Frist und jeden Betrag mit dem PDF.
Fragen an das Dokument
Sinnvoll, wenn die gesuchte Auskunft bereits feststeht.
Beantworte die folgenden Fragen nur mit Informationen aus dem Dokument: FRAGE 1, FRAGE 2, FRAGE 3. Zitiere zu jeder Antwort die passende Stelle wörtlich und nenne die Seite. Steht die Antwort nicht im Dokument, schreib „steht nicht im Dokument“.Prüfen: Stimmen Zitat, Seitenzahl und Kontext im Original überein?

Zwei Fassungen vergleichen
Sinnvoll bei neuen Versionen von Verträgen oder Richtlinien.
Ich habe zwei Fassungen desselben Dokuments hochgeladen: NAME DER ALTEN DATEI ist die alte, NAME DER NEUEN DATEI die neue Fassung. Liste alle inhaltlichen Änderungen auf, besonders bei THEMA, etwa Preisen, Fristen oder Pflichten. Nenne je Änderung die alte Formulierung, die neue Formulierung und die Seite. Reine Änderungen an Layout und Formatierung lässt du weg.Prüfen: Kontrolliere Preise, Fristen und Pflichten in beiden Dateien.
Gegenprobe
Sinnvoll als zweiter Schritt zur Qualitätskontrolle.
Prüfe deine Zusammenfassung noch einmal Satz für Satz gegen das Dokument. Welche Aussagen sind allgemeiner formuliert als im Original, welche Einschränkungen fehlen, welche wichtigen Punkte hast du ausgelassen? Nenne jeweils die Stelle mit Seitenzahl.Prüfen: Kontrolliere die gemeldeten Stellen selbst, da auch die KI-Gegenprobe Fehler übersehen kann.
Lange, gescannte und komplexe PDFs
Gescannte PDFs
Wenn sich ein Text im PDF nicht markieren lässt, fehlt in der Regel die Textebene. Führe in diesem Fall vor dem Upload eine Texterkennung im PDF-Programm durch und kontrolliere danach einige Absätze. Bei passwortgeschützten Dateien darf der Schutz nur entfernt werden, wenn eine entsprechende Berechtigung vorliegt.
Tabellen und Diagramme
Ob ein Tool visuelle Inhalte verarbeitet, hängt vom Anbieter, dem Tarif und dem Seitenumfang ab. ChatGPT liest laut OpenAI außerhalb des Enterprise-Tarifs nur den Text eines PDFs und verwirft Bilder, Claude wertet Diagramme und Grafiken laut Anthropic in PDFs bis 100 Seiten aus. Für Gemini, Copilot und Le Chat nennen die Hilfeseiten dazu nichts. Tabellenwerte und Summen prüfst du immer im Original, auch wenn die Antwort plausibel wirkt.
Sehr lange Dokumente
Ein Forschungsteam um Nelson F. Liu zeigte 2024 in der Studie „Lost in the Middle“, dass Sprachmodelle eine Information am Anfang oder am Ende eines langen Textes besser finden als in der Mitte. Der Test NoLiMa (ICML 2025) zeigte, dass die Leistung mit der Textlänge sinkt: Von 13 Modellen fielen bei 32.000 Token 11 unter die Hälfte ihrer Leistung bei kurzen Texten. Teile umfangreiche PDFs in sinnvolle Abschnitte, lass sie einzeln auswerten und führe die Ergebnisse erst am Schluss zusammen.
Wo KI-Zusammenfassungen an Grenzen stoßen
Die Bibliothek des University College London (UCL) beschreibt das Grundproblem: KI kürzt Texte, ohne sie kritisch zu analysieren. Sie kann Kernpunkte auslassen und betont oft, was viel Platz einnimmt, auch wenn es nicht das Wichtigste ist. Mehrere Untersuchungen zeigen, wie häufig KI beim Zusammenfassen und Antworten Fehler macht:
- Peters und Chin-Yee (2025): Die Studie verglich 4.900 Zusammenfassungen wissenschaftlicher Texte von 10 Sprachmodellen mit den Originalen. Auch mit ausdrücklicher Bitte um Genauigkeit verallgemeinerten die meisten Modelle stärker als das Original, drei davon in 26 bis 73 Prozent der Fälle. Im direkten Vergleich mit Zusammenfassungen von Menschen enthielten die KI-Zusammenfassungen fast fünfmal so häufig zu breite Verallgemeinerungen. Untersucht wurden wissenschaftliche Texte, keine Verträge oder Geschäftsberichte.
- EBU und BBC (2025): Von über 3.000 Antworten von ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity auf Nachrichtenfragen (erzeugt im Mai und Juni 2025) hatte fast die Hälfte mindestens ein erhebliches Problem. Hochgeladene PDFs waren nicht Teil der Untersuchung.
- Vectara-Leaderboard (Stand 11.05.2026): Beim Zusammenfassen von über 7.700 Artikeln lag der Anteil der Zusammenfassungen mit erfundenen Inhalten je nach Modell zwischen 1,8 und 24,2 Prozent. Bewertet hat ein Prüfmodell des Anbieters, das laut Vectara nicht alle Arten von Fehlern erfasst.
Eine KI-Zusammenfassung zeigt dir deshalb vor allem, ob sich das Lesen des Originals lohnt. So sieht es auch die UCL-Bibliothek. Für Entscheidungen über Pflichten, Budgets oder Fristen zählt das Original.
Datenschutz: Was in ein KI-Tool gehört und was nicht
Keine Einstellung im Tool ersetzt die Prüfung, was du hochlädst. Diese Inhalte gehören nicht in ein KI-Tool:
- personenbezogene Daten Dritter oder Betriebsgeheimnisse
- Verträge mit Vertraulichkeitsklauseln
- Inhalte hinter Paywalls und fremdes geistiges Eigentum, denn Lizenzen von Verlagen können das Zusammenfassen mit KI untersagen
Was die Anbieter zu Training und Speicherung sagen, Stand 22.10.2026:
- OpenAI: Das Training lässt sich in den Einstellungen abschalten. Die Tarife Business, Enterprise und Edu sind standardmäßig vom Training ausgenommen. Dateien werden laut OpenAI innerhalb von 30 Tagen gelöscht, nachdem der Chat oder das Konto entfernt wurde, außer sie müssen aus Sicherheits- oder Rechtsgründen länger aufbewahrt werden.
- Anthropic: In den Tarifen Free, Pro und Max fließen Chats ins Training, wenn du es in den Einstellungen erlaubst. Ausnahmen sind Feedback über Daumen hoch oder runter und Chats, die zur Sicherheitsprüfung markiert wurden. Erlaubst du es, bewahrt Anthropic die Chats de-identifiziert bis zu 5 Jahre auf. Kommerzielle Produkte sind standardmäßig ausgenommen. Gelöschte Chats entfernt Anthropic binnen 30 Tagen aus seinen Systemen.
- Google Gemini: Laut Google prüfen Menschen einen Teil der Chats. Ist „Aktivitäten speichern“ aktiviert, nutzt Google die Chats laut eigener Angabe auch zum Training seiner KI-Modelle. Standardmäßig löscht Google die Aktivitäten nach 18 Monaten. Ist „Aktivitäten speichern“ deaktiviert, findet laut Google kein Training statt, solange du kein Feedback sendest, und die Chats bleiben 72 Stunden im Konto. Geprüfte Chats können bis zu drei Jahre gespeichert werden.
- Microsoft Copilot: Hochgeladene Dateien verwendet Microsoft nicht zum Training und speichert sie bis zu 30 Tage.
- Mistral Le Chat: Bei Free, Pro und Student musst du laut Mistral der Nutzung zur Modellverbesserung gegebenenfalls aktiv widersprechen. Teams und Enterprise sind standardmäßig ausgenommen. Zur Speicherdauer gibt es keine Angabe.
- Adobe Acrobat KI-Assistent: Adobe nutzt die Inhalte nach eigener Aussage nicht für das KI-Training. Zur Speicherdauer gibt es keine Angabe.
Welche Daten grundsätzlich in ein KI-Tool dürfen, erklärt der Ratgeber Welche Daten dürfen in KI-Tools und welche nicht?, die rechtliche Seite der Beitrag zu KI und DSGVO.
Häufige Fragen
Ja. ChatGPT, Gemini und Le Chat nehmen PDFs laut Anbieter auch ohne Abo an, ChatGPT kostenlos mit 3 Uploads pro Tag (Stand 22.10.2026). Für Claude und Microsoft Copilot nennen die Hilfeseiten zum Upload keinen Tarif. Der KI-Assistent von Adobe Acrobat kostet extra.
Das hängt vom Tool ab: ChatGPT bis 512 MB und 2 Millionen Token je Datei, Claude bis 500 MB und 1.000 Seiten, Gemini bis 100 MB je Datei, Copilot bis 50 MB. Für Copilot in Word rät Microsoft, lange Dokumente aufzuteilen.
Einen Testsieger gibt es nicht. Prüfe vor allem, ob das Tool dein Dokument vollständig liest: Claude wertet Grafiken nur in PDFs bis 100 Seiten aus, ChatGPT außerhalb des Enterprise-Tarifs nur den Text, und für Copilot in Word rät Microsoft, lange Dokumente aufzuteilen. Stell denselben Prompt im Zweifel in zwei Tools und vergleiche.
Nicht immer. ChatGPT liest außerhalb des Enterprise-Tarifs nur den Text, Claude wertet Diagramme nur in PDFs bis 100 Seiten aus, für Gemini, Copilot und Le Chat nennen die Hilfeseiten nichts dazu. Zahlen aus Tabellen prüfst du deshalb im Original.
Lässt sich der Text nicht markieren, fehlt die Textebene. Führe vor dem Hochladen eine Texterkennung (OCR) im PDF-Programm aus und kontrolliere ein paar Absätze.
Sie eignen sich für einen Überblick. Das Original ersetzen sie nicht. In einer Studie zu Zusammenfassungen wissenschaftlicher Texte verallgemeinerten Sprachmodelle stärker als das Original, im Vergleich mit Zusammenfassungen von Menschen fast fünfmal so häufig (Peters und Chin-Yee 2025).
Nur, wenn keine Vertraulichkeitsklausel, keine Betriebsgeheimnisse und keine personenbezogenen Daten Dritter darin stehen. Schalte das Training ab oder nutze einen Business-Tarif, in dem Uploads standardmäßig nicht ins Training fließen.
Verlange sie ausdrücklich im Prompt, etwa mit „Nenne zu jeder Aussage die Seite, auf der sie steht“. Schlag die Angaben stichprobenartig nach, denn auch sie können falsch sein.
Ja, soweit das Tool mehrere Dateien erlaubt: Claude und Copilot bis 20 Dateien je Chat, Gemini bis 10 je Prompt. Benenne im Prompt, welche Datei die alte und welche die neue Fassung ist.
Teile es in Abschnitte, etwa nach Kapiteln, und lass jeden einzeln zusammenfassen. Sprachmodelle übersehen in langen Texten eher Informationen in der Mitte.
Fazit
Mit KI bekommst du einen ersten Überblick über ein langes PDF. Verlässlicher wird er, wenn du vorher festlegst, wofür du ihn brauchst, im Prompt Seitenangaben verlangst und die wichtigen Stellen im Original nachschlägst. Prüfe vor dem Hochladen, ob das Tool dein Dokument vollständig lesen kann und ob der Inhalt überhaupt dorthin darf. Zahlen, Fristen und Pflichten übernimmst du nur aus dem Original.
ChatGPT ist eine Marke von OpenAI, Claude eine Marke von Anthropic, Gemini eine Marke von Google LLC. Screenshots: KI Kompass, Oktober 2026.
Zum Mitnehmen: die sechs Schritte, die PDF-Grenzen von ChatGPT, Claude, Gemini und Copilot, drei Prompts zum Abtippen, vier typische Fehler von KI-Zusammenfassungen und was nicht in ein KI-Tool gehört, auf einer A4-Seite. Als PDF herunterladen oder als Bild speichern.
Tools, die im Artikel erwähnt wurden
ChatGPT
ChatGPT ist für uns weiterhin das Standardwerkzeug, wenn ein einzelnes Tool möglichst viel abdecken soll. In der Breite kommt nur Claude heran, und bei Bildgenerierung und Agentenaufgaben bleibt ChatGPT vorn. Schneller einsatzbereit ist ohnehin keiner. Genau diese Breite ist die Schwäche: Bei quellenbasierter Recherche liefert Perplexity die sauberere Belegkette, bei langen Analysen arbeitet Claude strukturierter. Für Einzelpersonen halten wir Plus für die sinnvolle Stufe, Free und Go sind zu knapp bemessen. Unternehmen raten wir klar zu Business, weil erst dort das Modelltraining mit den eigenen Daten standardmäßig abgeschaltet ist. Wer Kundendaten in den Gratistarif tippt, spart an der falschen Stelle.
Claude
Claude ist für uns das Werkzeug für die lange Form. Wo ein Vertrag, ein Bericht oder eine Codebasis am Stück gelesen werden soll, spielt das Kontextfenster seine Stärke aus, und die Argumentation bleibt sauberer als bei den Allroundern. ChatGPT deckt mehr Disziplinen ab und erzeugt Bilder, Claude nicht. Für Einzelpersonen halten wir Pro für die sinnvolle Stufe. Unternehmen raten wir ab zwei Personen zu Team, weil dort das Training mit den eigenen Inhalten wegfällt. Wer den ganzen Tag im Tool arbeitet, sollte die Fünf-Stunden-Fenster einkalkulieren, sonst steht er am Nachmittag.
Gemini
Drei Wege verkauft Google unter demselben Namen, und wer sie verwechselt, zahlt für das Falsche: das Privatabo Google AI, Gemini im Workspace-Tarif, Gemini Enterprise als eigenes Produkt. Betrieben empfehlen wir den mittleren Weg. Ab Business Standard, 16,20 Euro je Nutzer und Monat, sitzt der Assistent in Gmail, Docs und Sheets, und erst dort lässt sich die EU als Datenregion wählen. Im Microsoft-Haus liefert Microsoft Copilot dieselbe Nähe zum Arbeitsplatz und fällt leichter. Mandanten- und Patientendaten haben im Privatabo nichts verloren, weil der Schutz vor dem Modelltraining dort an einer Einstellung hängt und an keiner Zusage.
Microsoft Copilot
An der Einbettung kommt kein Wettbewerber vorbei. Microsoft 365 Copilot sitzt in Word, Excel, Outlook und Teams, hält sich an die vorhandenen Zugriffsrechte und nimmt der Einführung damit den größten Teil der Reibung. Zwei Lizenzen stehen zur Wahl: Business zu 18,20 Euro je Nutzer und Monat, derzeit 15,60 Euro im Rahmen einer bis Dezember 2026 laufenden Aktion, mit harter Grenze bei 300 Nutzern, darüber die große Lizenz zu 26,00 Euro. In Google Workspace zahlt ein Betrieb hier für eine Nähe, die Gemini dort ohnehin mitbringt. Organisationen mit ungeordneter Ablage raten wir zu warten, denn Copilot legt zuerst die eigene Unordnung offen.
Mistral Vibe
Mistral Vibe ist für uns der ernsthafteste europäische Gegenentwurf zu den amerikanischen Assistenten, seit dem Umbau zum Agenten mit Work- und Code-Modus auch mehr als ein Chatfenster. Das Datenschutzargument trägt allerdings weniger weit, als die Herkunft verspricht: Gespeichert wird nach Anbieterangabe zwar standardmäßig in der EU, je nach Funktion wandern Daten aber vorübergehend in Drittländer, und abschalten lassen sich diese Funktionen erst im Unternehmenstarif. Wer Reichweite, Erweiterungen und eingeübte Bedienung sucht, bleibt bei ChatGPT. Der Anbieter rechnet in US-Dollar ab: 14,99 für Pro, 24,99 je Nutzer im Team, dort mit einem Mindestbetrag von 50 Dollar im Monat. Für eine Person lohnt dieser Team-Tarif nicht, zu zweit kostet er rund 20 Dollar mehr als zwei Pro-Zugänge und bringt dafür den gemeinsamen Arbeitsbereich.
Gemini Notebook
Gemini Notebook ist für uns das Werkzeug der Wahl, wenn die Antwort aus den eigenen Unterlagen kommen soll und nicht aus dem Internet. Die Quellenbindung ist der Unterschied zu den Allroundern: Was nicht im Notizbuch liegt, taucht auch nicht in der Antwort auf, und jede Aussage trägt ihren Beleg. Für offene Recherche im Netz ist Perplexity die bessere Wahl, für Textarbeit ChatGPT. Die Gratisversion reicht für den Einstieg weit. Wer personenbezogene Daten einspielen will, braucht ein Workspace-Setup und sollte die Privatversion dafür gar nicht erst in Betracht ziehen.








