Copilot ist bei Microsoft ein Dachname, deshalb zuerst die Abgrenzung. Dieses Review behandelt Microsoft 365 Copilot, die kostenpflichtige Zusatzlizenz für Organisationen: für kleinere Betriebe als Copilot Business bis 300 Nutzer je Mandant, mit E3- oder E5-Lizenz ohne Obergrenze. Nicht gemeint sind der freie Chat unter copilot.microsoft.com und GitHub Copilot.

Gearbeitet wird dort, wo die Arbeit ohnehin stattfindet: in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Copilot entwirft Texte, fasst Besprechungen und Mail-Verläufe zusammen und wertet Tabellen aus, auf Basis der eigenen Firmendaten. Dazu kommen Agenten für Recherche und Auswertung sowie Copilot Studio für eigene Agenten. Seit dem 18.08.2026 laufen Privat- und Geschäfts-App in einer Anwendung, mehrere Funktionen entfielen dabei.

8/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
8/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Arbeitet in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams, ohne dass jemand die Anwendung wechselt
  • Antworten stützen sich auf die eigenen Firmendaten und zeigen nur, wofür der jeweilige Mensch berechtigt ist
  • Microsoft gibt an, Eingaben und Antworten kommerzieller Kunden nicht zum Training der Basismodelle zu verwenden (Stand 19.09.2026)
  • Microsoft 365 Copilot zählt laut Anbieter zu den von der EU-Datengrenze erfassten Diensten
  • Eigene Agenten entstehen in Copilot Studio auf internen Wissensquellen, ohne eigenes Entwicklungsprojekt
  • Eigene EWR-Varianten ohne Teams senken den Preis für Kunden in Österreich und Deutschland

Nachteile

  • Laut Microsoft fallen die eingesetzten Anthropic-Modelle derzeit nicht unter die EU-Datengrenze, außerdem leitet der Anbieter Anfragen bei hoher Auslastung in andere Regionen (Anbieterangabe, 19.09.2026)
  • Der Nutzen hängt am Microsoft-365-Vertrag, ohne berechtigende Grundlizenz gibt es die Zusatzlizenz nicht
  • Copilot Business endet bei 300 Nutzern je Mandant, der Wechsel auf die Enterprise-Lizenz bringt nur Lizenzkosten, keinen Funktionszuwachs
  • Monatliche Zahlung kostet beim Zusatzpaket rund 20 Prozent mehr als die Jahresbindung
  • Antwortqualität schwankt, bei Lastspitzen berichten Anwender von längeren Wartezeiten
  • Die Eingabelänge ist begrenzt, sehr lange Dokumente brauchen weiter Vorarbeit

Funktionen

  • Schreiben im Dokument: Copilot entwirft und überarbeitet Berichte, Angebote und E-Mails in Word und Outlook, im laufenden Dokument statt in einem getrennten Chatfenster.
  • Besprechungen nachbereiten: Aus Teams-Besprechungen und langen Mail-Verläufen zieht der Facilitator-Agent Entscheidungen heraus und leitet offene Aufgaben ab.
  • Suche über den eigenen Bestand: Eine Abfrage durchsucht Microsoft 365, lokale Werkzeuge und angebundene Geschäftsanwendungen gemeinsam, statt jede Quelle einzeln zu öffnen.
  • Antworten im Rahmen der Berechtigung: Copilot zeigt nur Inhalte, für die der fragende Mensch ohnehin freigeschaltet ist, und bildet damit die Zugriffsrechte im Mandanten ab.
  • Zahlen auswerten: Der Analytics-Agent wertet Tabellen und Geschäftszahlen aus und baut daraus Auswertungen, etwa eine Umsatzvorschau.
  • Projektwissen an einem Ort: Copilot Notebooks halten Dateien, Notizen und Verläufe eines Vorhabens zusammen, damit Antworten immer denselben Projektkontext heranziehen.
  • Recherche als Auftrag: Der Research-Agent arbeitet mehrstufige Recherchen ab, etwa für einen Marktüberblick, und ersetzt seit August 2026 das eingestellte Deep Research.
  • Eigene Agenten bauen: Fachabteilungen legen in Copilot Studio eigene Agenten an, per Beschreibung oder mit Programmierung, und richten sie auf interne Wissensquellen aus.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Copilot beschleunigt Routinearbeit in Office und Teams, etwa Schreiben, Zusammenfassen, Suchen und Protokollieren. Das senkt den Aufwand von Hand und typische Fehlerquellen. Mit der Zusammenlegung der Anwendungen im August 2026 sind allerdings mehrere Funktionen entfallen, und bei speziellen Inhalten bleibt eine sorgfältige Kontrolle nötig.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Die Einbindung in gewohnte Programme ermöglicht einen schnellen Start ohne neue Installationen. Ein gewisser Vorbereitungsaufwand entsteht durch die notwendige Konfiguration der internen Datenrechte sowie die nötige Übung, um der KI für komplexe Aufgaben die richtigen Anweisungen zu geben.

Kundensupport

8/10

Guter Support mit umfangreicher deutschsprachiger Dokumentation, Lernmaterialien und einem starken Partnernetzwerk. Abzüge gibt es, weil Nutzungsgrenzen nicht immer transparent sind.

Einsatzbereiche

  • Kommunikation: Microsoft Copilot fasst lange E-Mail-Verläufe in Outlook zusammen. Der wesentliche Austausch steht damit in Sekunden fest. Aus wenigen Stichpunkten entwirft das Tool außerdem eine Antwort. Die Prüfung vor dem Versand bleibt Aufgabe des Absenders.
  • Texterstellung: Bei neuen Berichten und Konzepten liefert die Assistenz einen Rohentwurf. Das Programm gliedert Textwüsten in klare Absätze. Der mühsame Start vor dem leeren Dokument entfällt. Für Inhalt und Freigabe bleibt die schreibende Person verantwortlich.
  • Auswertung: Das Assistenzsystem zieht Kerninformationen aus langen Texten und internen Tabellen. Auf eine gezielte Frage antwortet es aus den hinterlegten Unternehmensdaten. Komplexe Zusammenhänge bricht die Software auf Aufzählungen herunter. Die Verarbeitung dieser Inhalte läuft nach Anbieterangabe innerhalb der Systemumgebung der Organisation.
  • Besprechungen: Während und nach Videokonferenzen protokolliert das System die Diskussionspunkte. Microsoft Copilot leitet aus dem Verlauf die anstehenden Aufgaben ab. Wer gefehlt hat, liest sich schnell ein. Eine fachliche Kontrolle der Zusammenfassung bleibt trotzdem nötig.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Über den Preis entscheidet bei Copilot nicht die Copilot-Stufe, sondern die Grundlizenz darunter. Business setzt eine Microsoft-365-Business-Lizenz voraus und endet bei 300 Nutzern je Mandant, darüber greift Microsoft 365 Copilot mit E3 oder E5; funktional unterscheiden sich beide laut Microsoft nicht. Alle Beträge in Euro, je Nutzer und Monat, zuzüglich Mehrwertsteuer, primär bei Jahresbindung.

  • Copilot Chat: kostenlos in berechtigenden Microsoft-365-Plänen. Webassistent und Copilot in Outlook, aber keine Arbeit mit Inhalten in Word, Excel und PowerPoint.
  • Microsoft 365 Copilot Business: 18,20 Euro als Zusatzlizenz, aktuell 15,60 Euro (Aktion bis Dezember 2026), 21,84 Euro bei Monatszahlung.
  • Microsoft 365 Copilot: 26,00 Euro, 27,30 bei Monatszahlung. Ohne Nutzerobergrenze, E3 oder E5 nötig.
  • Grundlizenz im Paket: Business Standard mit Copilot Business 20,36 Euro (24,43 monatlich), Business Premium 27,73 Euro (33,28).
  • EWR-Varianten ohne Teams: Business Standard 17,58 Euro, Business Premium 24,94 Euro, jeweils rund 2,80 Euro günstiger.

Der Wechsel von Chat auf Copilot Business rechnet sich, sobald Copilot mit eigenen Dateien in Word, Excel und Outlook arbeiten soll oder Agenten, Notebooks, Pages, Work IQ und Copilot Studio gebraucht werden. Der Sprung auf Microsoft 365 Copilot bringt keine weiteren Funktionen, er wird ab 300 Nutzern erzwungen. Keine Mindestnutzerzahl, lizenziert je benanntem Nutzer (Stand 19.09.2026, deutschsprachige Preisseiten von Microsoft).

Unser Fazit

An der Einbettung kommt kein Wettbewerber vorbei. Microsoft 365 Copilot sitzt in Word, Excel, Outlook und Teams, hält sich an die vorhandenen Zugriffsrechte und nimmt der Einführung damit den größten Teil der Reibung. Zwei Lizenzen stehen zur Wahl: Business zu 18,20 Euro je Nutzer und Monat, derzeit 15,60 Euro im Rahmen einer bis Dezember 2026 laufenden Aktion, mit harter Grenze bei 300 Nutzern, darüber die große Lizenz zu 26,00 Euro. In Google Workspace zahlt ein Betrieb hier für eine Nähe, die Gemini dort ohnehin mitbringt. Organisationen mit ungeordneter Ablage raten wir zu warten, denn Copilot legt zuerst die eigene Unordnung offen.

Häufige Fragen

Werden meine eingegebenen Unternehmensdaten genutzt, um die KI-Modelle von Microsoft allgemein zu trainieren?

Microsoft gibt dazu an: Eingaben, Antworten und über Microsoft Graph abgerufene Daten dienen nicht dem Training der Basismodelle, auch nicht derjenigen, die Copilot selbst nutzt. Dasselbe schreibt der Anbieter für personenbezogene Daten aus verbundenen Microsoft-365-Erfahrungen. Ein Unterschied zwischen Copilot Business und Microsoft 365 Copilot besteht dabei nicht, beide folgen demselben Mandantenmodell. Für den kostenlosen Privatnutzer-Chat unter copilot.microsoft.com gilt diese Dokumentation ausdrücklich nicht. Wiedergabe der Anbieterangaben vom 19.09.2026.

Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo werden die Daten verarbeitet?

Für kommerzielle Kunden laufen die Datenschutzzusagen über die Microsoft-Produktbestimmungen und das Datenschutz-Addendum, ein gesonderter Auftragsverarbeitungsvertrag ist damit Teil des Standardvertrags. Als Rahmen nennt Microsoft unter anderem ISO 27001, ISO 42001 und HIPAA. Zum Ort gibt der Anbieter an, Microsoft 365 Copilot sei seit dem 01.03.2024 von der EU-Datengrenze erfasst. Zwei Einschränkungen benennt er selbst: Bei hoher Auslastung gehen Anfragen auch in andere Regionen, und die Anthropic-Modelle fallen nicht unter die EU-Datengrenze. Anbieterangaben, Stand 19.09.2026, keine rechtliche Bewertung.

Welche Nutzungsgrenzen gelten je Lizenz?

Copilot Chat bleibt auf allgemeine Abfragen beschränkt und arbeitet nicht mit Inhalten in Word, Excel und PowerPoint. Copilot Business hebt diese Grenze auf, endet aber bei 300 Nutzern je Mandant. Darüber hinaus führt allein Microsoft 365 Copilot weiter, ohne Nutzerobergrenze, dafür mit E3 oder E5 als Voraussetzung. Lizenziert wird je benanntem Nutzer, eine abteilungsweise geteilte Lizenz sieht Microsoft nicht vor. Stand der Angaben: 19.09.2026.

Wie komme ich beim Wechsel an die Inhalte heran?

Die Ergebnisse entstehen als gewöhnliche Dateien in Word, Excel, PowerPoint oder Outlook und liegen im Mandanten der Organisation, nicht in einem gesonderten Copilot-Speicher. Ein Wechsel des Anbieters betrifft damit vor allem die Lizenz, nicht die Dokumente. Für die Copilot-Interaktionen selbst steuert die Administration Aufbewahrung, Inhaltssuche und Ausfuhr über Microsoft Purview.

Welche Alternativen zu Microsoft 365 Copilot gibt es?

Wer nicht an Microsoft 365 gebunden ist, findet in ChatGPT den breiteren Zugang zu Modellen und Erweiterungen und in Mistral Vibe einen Anbieter mit Vertragssitz in der EU. Für Organisationen, deren Arbeit ohnehin in Word, Excel und Teams stattfindet, gibt es zu Copilot dagegen keinen gleichwertigen Ersatz, weil kein Wettbewerber dieselbe Einbettung in diese Anwendungen bietet.

Benötigt jeder Mitarbeiter eine eigene Lizenz, oder kann man Copilot abteilungsweise teilen?

Die Lizenzierung erfolgt je benanntem Nutzer. Wer die Funktionen in den eigenen Office-Anwendungen nutzen will, braucht eine eigene kostenpflichtige Lizenz, eine geteilte Abteilungslizenz gibt es nicht.

Funktioniert die Zusammenfassung von Teams-Besprechungen auch ohne Aufzeichnung?

Für die Zusammenfassung genügt in der Regel ein aktiviertes Transkript, eine Videoaufzeichnung ist dafür nicht nötig. Eine Anbieterangabe dazu wurde bei dieser Prüfung nicht gezielt nachgeschlagen.

Wie aktuell sind die Informationen, die Copilot im Chat liefert?

Copilot Chat greift auf Inhalte aus dem Web und aus den Arbeitsdaten der Organisation zu und ist damit nicht auf den Trainingsstand des Modells beschränkt. Microsoft spricht auf den aktuellen Produktseiten nicht mehr von Bing, sondern von KI-gestützter Suche über Microsoft 365, lokale Werkzeuge und angebundene Geschäftsanwendungen.

Kann Copilot so eingestellt werden, dass er nur interne SharePoint-Daten nutzt und das Web ignoriert?

Die Administration lenkt den Fokus über Grounding und über Konfigurationen in Copilot Studio auf interne Wissensquellen. Ein vollständiges Abschalten des Webzugriffs hängt an den gesetzten Richtlinien im Verwaltungsbereich.

Lassen sich die KI-Funktionen in einzelnen Anwendungen abschalten?

Ja. Über Richtlinien im Microsoft-365-Verwaltungsbereich legt die Administration fest, welche Anwendungen und welche Nutzergruppen Copilot-Funktionen überhaupt sehen.

Versteht Copilot auch österreichische oder schweizerische Dialekte bei der Spracheingabe?

Die Spracherkennung kommt mit gängigen Akzenten gut zurecht, bei starkem Dialekt stößt die Umschrift jedoch weiterhin an Grenzen. Eine Anbieterangabe dazu gibt es nicht.

Was passiert, wenn Copilot in einem Kundendokument falsche Fakten erfindet?

Die Verantwortung für die Prüfung bleibt beim Menschen, der das Ergebnis verwendet. Microsoft weist in den Nutzungsbedingungen darauf hin, dass Ergebnisse Fehler enthalten können. Für Kundendokumente heißt das: gegenlesen, bevor etwas das Haus verlässt.

Ist ein bestehendes Abonnement monatlich kündbar?

Microsoft weist die Unternehmenspreise primär als Jahresbindung aus. Eine monatliche Zahlung gibt es, sie kostet beim Zusatzpaket 21,84 Euro statt 18,20 Euro, also rund 20 Prozent mehr. Flexiblere Laufzeiten bieten in der Praxis Partnerverträge, deren Bedingungen wurden hier nicht geprüft.

Was leisten Research- und Analytics-Agent in Microsoft 365 Copilot?

Der Research-Agent arbeitet mehrstufige Recherchen ab, etwa einen Wettbewerbsüberblick, und übernimmt seit August 2026 die Rolle des eingestellten Deep Research. Der Analytics-Agent wertet Zahlen aus und stellt sie dar, etwa als Umsatzvorschau. Beide stützen sich auf die Daten der Organisation.

Was ist Copilot Pages?

Copilot Pages überführt eine Antwort in eine bearbeitbare Seite, die mehrere Personen gemeinsam weiterschreiben. Aus einem flüchtigen Chatergebnis wird so ein Arbeitsstand, an dem ein Team weiterarbeitet.

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

Aktuelle Tools

1.

SaneBox

11.10.2026
2.

Zapier

19.09.2026
3.

n8n

19.09.2026
4.

Canva

19.09.2026
5.

Jasper

19.09.2026
6.

Cursor

19.09.2026

KI Kompass Newsletter

In jeder Ausgabe eine KI-Anwendung, die du sofort ausprobieren kannst: ein Thema, ausführlich erklärt, mit fertigem Prompt und Cheat-Sheet. Dazu KI-Termine, Weiterbildungen und Förderungen in Österreich. Etwa alle zwei Wochen, kostenlos, jederzeit abbestellbar. Zum Start bekommst du das Starter-Paket mit 10 Cheat-Sheets.