Digitalisierungsförderung nach Bundesland: Was die Länder für KI-Projekte bieten

Österreichs Bundesländer fördern KI-Projekte sehr unterschiedlich: von 50 Prozent und bis zu 50.000 Euro in Wien bis zu fehlenden Landesprogrammen in Vorarlberg und im Burgenland. Entscheidend sind Standort, Frist und Förderdeckel.

Beiträge von Roman Gaisböck
4. November 2026
Digitalisierungsförderung nach Bundesland: Was die Länder für KI-Projekte bieten

Ein Digitalisierungsprojekt hat seinen Preis. Wie viel davon die öffentliche Hand übernimmt, hängt stark vom Standort deines Unternehmens ab. Seit das bundesweite Programm KMU.DIGITAL ausgeschöpft ist und ab 2027 nicht fortgeführt wird, liegt die Förderung für Digitalisierungs- und KI-Projekte in kleinen und mittleren Unternehmen vor allem bei den neun Bundesländern. Welche Alternativen es insgesamt gibt, zeigt unser Beitrag KMU.DIGITAL ist ausgeschöpft.

Kärnten hat ein eigenes Programm für die Umsetzung von KI-Projekten aufgesetzt, Oberösterreich einen KI-Forschungscall. Die meisten anderen Länder fördern KI über ihre allgemeinen Digitalisierungs- und Innovationsprogramme, einige haben derzeit kein offenes Landesprogramm für Digitalisierung. Dasselbe Projekt kann in einem Bundesland gut gefördert werden und im Nachbarland ohne Landesförderung bleiben.

Der folgende Überblick zeigt den Stand der Landesprogramme Ende September 2026. Weil sich Förderbedingungen laufend ändern, findest du aktuelle Beträge und Fristen in unserer Übersicht der KI-Förderungen.

Kurz erklärt: Wer in den Ländern fördert

Jedes Bundesland hat eigene Förderstellen, oft in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer. In Wien ist es die Wirtschaftsagentur Wien, in Niederösterreich fördern Land und Wirtschaftskammer gemeinsam. Die Steiermark setzt auf die SFG (Steirische Wirtschaftsförderung), Kärnten auf den KWF (Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds). Die Länder legen Quoten, Höchstbeträge und Fristen ihrer Programme selbst fest.

Ein einheitliches österreichisches Landesprogramm für KI gibt es also nicht, sondern neun Systeme mit eigener Logik. Wenn du ein Projekt planst, prüfst du zuerst die Möglichkeiten in deinem Bundesland und parallel die ergänzenden Bundesprogramme.

Die neun Bundesländer im Überblick

Wien

Die Wirtschaftsagentur Wien bietet zwei passende Programme:

  • Förderung Digitalisierung: 50 Prozent, bis zu 50.000 Euro, Mindestprojektgröße 10.000 Euro. Gefördert werden KMU, die seit mindestens einem Jahr in Wien tätig sind. Das Projekt muss auf einem nachvollziehbaren Digitalisierungsplan aufbauen und darf erst nach der Einreichung starten. Nächster Stichtag: 31.12.2026.
  • Förderung Innovation, auch für die Entwicklung von KI-Produkten: 45 Prozent für kleine, 35 Prozent für mittlere Unternehmen, bis zu 300.000 Euro, Mindestprojektgröße 30.000 Euro, nächster Stichtag 31.12.2026.

Mit 50 Prozent hat Wien die höchste Quote unter den offenen Programmen für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Bei mittelgroßen Projekten bringt das oft am meisten, höhere Höchstbeträge bieten aber etwa die Steiermark und Tirol.

Niederösterreich

Das Programm digi4Wirtschaft von Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer ist mit einer neuen Runde seit 01.10.2026 offen, bis 31.12.2026 oder bis die Mittel ausgeschöpft sind:

  • Umsetzung (digi Investition: data): bis zu 20 Prozent, höchstens 25.000 Euro, förderbare Kosten mindestens 5.000 Euro, nur ein Vorhaben je Unternehmen. KI wird im Programmdokument ausdrücklich genannt. Das gesamte Programm hat ein Budget von 2 Millionen Euro, prüf deshalb vor dem Antrag, ob noch Mittel frei sind.
  • Beratung über den digi Assistent: bis zu 60 Stunden, höchstens 3.300 Euro.

Wichtig: Die Quote beträgt jetzt höchstens 20 Prozent, nicht mehr 50 Prozent wie in der Vorrunde.

Oberösterreich

  • DIGITAL.PLUS 26: bis 35 Prozent, höchstens 7.000 Euro, förderbare Kosten ab 12.000 Euro, für Mitglieder der WKOÖ. Anträge waren bis 02.11.2026 möglich, solange Budget vorhanden war. Ob eine neue Runde folgt, steht auf der Programmseite der WKOÖ. Anders als bei den meisten Programmen durfte das Projekt schon bis zu zehn Wochen vor dem Antrag begonnen haben.
  • ERFOLG.PLUS 26 für Beratung: 50 Prozent, bis zu 750 Euro. Laut WKOÖ ist das Förderbudget zu 100 Prozent ausgeschöpft, eine Abrechnung ist nicht mehr möglich (Stand 02.11.2026). Gefördert wurde auch Beratung zur Anwendung von KI.
  • Industrial AI Upper Austria: ein Call für kooperative KI-Forschungsprojekte mit Standort in Oberösterreich, Förderung von 100.000 bis 600.000 Euro je Projekt, Einreichung bis 10.12.2026, 12 Uhr.

Nach dem Ende von DIGITAL.PLUS 26 gibt es in Oberösterreich kein offenes Landesprogramm speziell für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten mehr. Beratung, Weiterbildung (Innovative Skills für KMUs: 50 Prozent, bis 5.000 Euro je Person und Jahr) und Forschungsförderung bleiben zugänglich.

Steiermark

In der Steiermark fördern die SFG und die StAF:

  • Ideen!Reich XL für Innovationsvorhaben von KMU: bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kosten (höchstens 150.000 Euro), also höchstens 75.000 Euro, Digitalisierungsprojekte erhalten einen Bonus. Der letzte Bewertungstermin (Cut-off) 2026 ist der 03.12.2026, danach gelten die Termine für 2027.
  • Das Programm Cyber? Aber sicher! der SFG unterstützt IT-Sicherheitsprojekte mit bis zu 30 Prozent, höchstens 15.000 Euro, ab 5.000 Euro Projektkosten.
  • Die StAF (Steirische Arbeitsförderungsgesellschaft) bezuschusst KI-Kurse für Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in den Regionen Deutschlandsberg, Graz-Umgebung, Obersteiermark Ost und Obersteiermark West mit bis zu 80 Prozent der Kurskosten, höchstens 3.000 Euro netto, bis auf Widerruf.

Ideen!Reich XL ist großzügig, setzt aber ein echtes Innovationsvorhaben voraus und ist an feste Einreichtermine gebunden.

Kärnten

Der KWF fördert über zwei Wege:

  • Umsetzung.KI: 30 Prozent, bis zu 10.000 Euro, Projektkosten mindestens 10.000 Euro. Die Richtlinie gilt bis 31.12.2026, solange Budget vorhanden ist. Voraussetzung sind Sitz in Kärnten und die Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer Kärnten oder der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten.
  • Strategie.IMPULS für Beratung: bis zu 50 Prozent, höchstens 7.500 Euro.

Die 30 Prozent bei Umsetzung.KI werden bei größeren Projekten durch den Höchstbetrag von 10.000 Euro begrenzt.

Salzburg

Die frühere Digitalisierungsoffensive ist Ende 2025 ausgelaufen. Offen ist:

  • Arbeitswelt 4.0 für organisatorischen Wandel: 40 Prozent, bis zu 25.000 Euro netto, Mindestvolumen 5.000 Euro, Antrag vor Beginn der Umsetzung, bis das Budget ausgeschöpft ist, längstens bis 31.12.2026.

Ob das Programm auch die Einführung von KI abdeckt, ist nicht eindeutig geregelt. Klären lässt sich das mit einer Rückfrage beim Land Salzburg.

Tirol

Die Tiroler Digitalisierungsförderung staffelt ihre Quoten nach Unternehmens- und Projektgröße:

  • Kleinstunternehmen: 30 Prozent bei Projektkosten von 5.000 bis 100.000 Euro
  • Kleinst- und Kleinunternehmen: 20 Prozent bei 5.000 bis 300.000 Euro
  • Unternehmen jeder Größe: 10 Prozent bei 100.000 bis 750.000 Euro

Mittlere und große Unternehmen kommen damit erst ab 100.000 Euro Projektkosten zum Zug. Wird die Obergrenze einer Stufe überschritten, gilt automatisch die nächstniedrigere Quote. Pro Unternehmen ist alle zwei Jahre ein Antrag möglich, die Richtlinie gilt bis 30.06.2028. KI-Lösungen sind ausdrücklich förderbar, etwa die Einbindung von KI in Produktionsprozesse. Ausgeschlossen sind dagegen Chatbots, Marketing, E-Commerce, Webseiten und Webshops. Ergänzend fördern Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol mit der Tiroler Beratungsförderung Digitalisierungsberatung für Kammermitglieder mit bis zu 80 Prozent.

Vorarlberg

In Vorarlberg gibt es derzeit kein offenes Landesprogramm für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Der Innovation Call (bis 50 Prozent, höchstens 25.000 Euro) öffnet voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 wieder. Ob das Programm GO.DIGITAL der Wirtschaftskammer Vorarlberg noch Mittel hat, ist unklar. Frag deshalb zuerst bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg nach und prüf parallel die Bundesprogramme.

Burgenland

Bei Burgenland Digital waren Anträge bis 31.01.2026 möglich, seither ist keine Antragstellung mehr möglich. Die Wirtschaftsagentur Burgenland nennt bislang kein Nachfolgeprogramm. Ein offenes Landesprogramm speziell für Digitalisierung gibt es damit derzeit nicht, allgemeine Investitionsförderungen der Wirtschaftsagentur musst du gesondert prüfen.

Worauf du bei allen Landesprogrammen achten musst

Für fast alle Landesprogramme gelten dieselben Grundregeln:

  • Der Antrag muss in aller Regel vor Projektbeginn gestellt werden. Das verlangen Wien, Niederösterreich, Kärnten, die Steiermark, Salzburg und Tirol ausdrücklich. Wer dort schon begonnen hat, verliert die Förderfähigkeit. Ausnahmen wie ERFOLG.PLUS in Oberösterreich, das ganz ohne Antrag auskam, sind selten.
  • Quote, Höchstbetrag und Mindestkosten zusammen entscheiden. Eine hohe Prozentzahl nützt wenig, wenn der Höchstbetrag stark gedeckelt ist.
  • De-minimis-Grenze: Für alle De-minimis-Förderungen zusammen gilt eine Grenze von 300.000 Euro, rollierend über drei Jahre. Viele der hier genannten Landesprogramme laufen als De-minimis, etwa Wien Digitalisierung, digi4Wirtschaft, KWF Umsetzung.KI, die SFG-Programme und Tirol. Frühere De-minimis-Förderungen musst du deshalb einrechnen, Förderungen nach anderen Beihilferegeln zählen nicht dazu.
  • Fristen: Manche Programme laufen bis zur Ausschöpfung der Mittel, andere haben Stichtage. Wer einen Stichtag verpasst, muss auf den nächsten warten, wer bei Budgetprogrammen zu spät kommt, geht leer aus.
  • Zugangsbedingungen: Anforderungen wie eine Kammermitgliedschaft oder eine Mindestdauer am Standort können ein Programm ausschließen, auch wenn die Zahlen zum Projekt passen.

Neben den Landesprogrammen gibt es Bundesprogramme, die du ergänzend nutzen kannst, solange dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden. Hast du ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt im FFG-Basisprogramm, stocken Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, die Steiermark und Tirol die Förderung ohne eigenen Antrag auf (Landesaufstockung der FFG). Im Burgenland, in Kärnten und in Vorarlberg ist dafür ein gesonderter Antrag nötig. Für Weiterbildung gibt es den Skills Scheck der FFG mit bis zu 50 Prozent, höchstens 5.000 Euro je Person, Einreichung bis 15.12.2026. Die KI-Calls der aws sind derzeit geschlossen.

Rechenbeispiel: dasselbe Projekt in sechs Ländern

Ein kleines Unternehmen plant ein KI-Umsetzungsprojekt mit 40.000 Euro förderbaren Kosten. Gerechnet ist jeweils mit dem höchstmöglichen Fördersatz:

  • Wien: 50 Prozent ergeben 20.000 Euro.
  • Niederösterreich: 20 Prozent ergeben 8.000 Euro.
  • Kärnten: 30 Prozent wären rechnerisch 12.000 Euro, durch den Deckel fließen höchstens 10.000 Euro.
  • Tirol: Als kleines Unternehmen bringen 20 Prozent 8.000 Euro, als Kleinstunternehmen wären es 30 Prozent, also 12.000 Euro.
  • Vorarlberg und Burgenland: Ohne offenes Landesprogramm für Digitalisierung gibt es aus Landesmitteln dafür 0 Euro. Allgemeine Investitions- und Bundesprogramme musst du gesondert prüfen.

Das Beispiel zeigt: Der Höchstbetrag kann stärker wirken als die Quote, wie in Kärnten. Und der Standort entscheidet, ob überhaupt Landesgeld fließt.

Infografik: Balkendiagramm der Landesförderung für ein Kleinunternehmen mit einem KI-Projekt von 40.000 Euro Kosten. Wien zahlt 20.000 Euro, Kärnten wegen des Höchstbetrags 10.000 statt 12.000, Niederösterreich und Tirol je 8.000, Vorarlberg und Burgenland nichts.

Fazit: Erst im eigenen Land suchen, dann Bundesprogramme ergänzen

Wenn du eine Förderung für ein KI-Projekt suchst, prüfst du zuerst dein Bundesland. Parallel lohnt der Blick auf Bundesprogramme, etwa der FFG. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß und reichen von 50 Prozent Förderquote in Wien bis zu Vorarlberg und dem Burgenland, wo es derzeit kein offenes Landesprogramm für Digitalisierung gibt.

Bei der Bewertung zählt das Gesamtpaket aus Quote, Höchstbetrag, Mindestkosten und Zugangsbedingungen. Ein Programm mit niedrigerer Quote, aber großzügigem Deckel kann am Ende mehr bringen als eine hohe Quote mit engem Limit.

Fristen, Beträge und der Status von Programmen ändern sich laufend. Ein Check vor jedem Projektstart schützt vor Fehlplanungen. Die laufend gepflegte Übersicht der KI-Förderungen zeigt die aktuellen Beträge und Fristen, den Aufbau der gesamten Förderlandschaft erklärt unser Beitrag KI-Förderungen in Österreich.

Cheat-Sheet zur Digitalisierungsförderung nach Bundesland mit Ländertabelle zu Quoten, Höchstbeträgen und Fristen, Rechenbeispiel für 40.000 Euro, fünf Antragsregeln und zwei Denkfehlern.

Zum Mitnehmen: die Umsetzungsprogramme aller neun Länder mit Quote, Höchstbetrag und Frist, das Rechenbeispiel für 40.000 Euro und die fünf Regeln für den Antrag auf einer Seite. Als PDF herunterladen oder als Bild speichern.

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Über den Autor

Beitrag von Roman Gaisböck

Roman Gaisböck

Roman Gaisböck arbeitet seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Digitalisierung, Medien und Unternehmenspraxis. Als Chefredakteur des KI Kompass übersetzt er Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz in verständliche, praxisnahe Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen. Sein Fokus liegt auf Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und digitalen Geschäftsmodellen.

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