
Screaming Frog SEO Spider ist eine lokal installierte Crawler-Software, die Websites systematisch scannt und SEO-relevante Rohdaten erfasst. Das Tool findet und dokumentiert technische und Onpage-Themen wie interne Verlinkung, Statuscodes, Redirects, Canonicals, Meta-Daten, Überschriften, Indexierbarkeit, Duplicate Content und XML-Sitemaps. Es unterstützt JavaScript-Rendering, konfigurierbares Crawling und Custom Extraction, damit sich auch spezifische Datenpunkte per Scraping auslesen lassen. Ergebnisse lassen sich exportieren und mit Daten aus Google Search Console und Google Analytics verknüpfen, um Analysen und Prioritätenlisten zu erstellen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Tiefe technische Analyse ganzer Websites
- Feste Jahreslizenz ohne Mengenbegrenzung
- Daten bleiben auf dem eigenen Rechner
Nachteile
- Oberfläche und Hilfe nur auf Englisch
- Lange Einarbeitung, Rohdaten statt Empfehlungen
- Große Durchläufe brauchen viel Arbeitsspeicher
Funktionen
- Ganze Website systematisch durchsuchen: Der Crawler folgt internen Links und erfasst Statuscodes, Weiterleitungen und fehlerhafte Serverantworten.
- Onpage-Elemente prüfen: Seitentitel, Meta-Beschreibungen und Überschriften H1 bis H6 werden je Seite ausgelesen und auf Fehlen oder Duplikate geprüft.
- Hreflang, Canonical und Paginierung kontrollieren: Widersprüchliche oder fehlende Verweise zwischen Sprachversionen und Seitenfolgen werden sichtbar.
- Dynamisch geladene Inhalte rendern: JavaScript wird ausgeführt, damit auch Inhalte erfasst werden, die erst im Browser nachgeladen werden.
- Eigene Daten per XPath oder Regex auslesen: Custom Extraction holt gezielt einzelne Angaben aus dem Quelltext, etwa Produktangaben oder Autorennamen.
- Anbindung an Google Search Console und Analytics: Crawling-Daten lassen sich mit echten Klick- und Zugriffszahlen verknüpfen.
- Strukturierte Daten und Sitemaps: Schema.org-Auszeichnungen werden geprüft, XML-Sitemaps lassen sich direkt erzeugen.
- Daten bleiben auf dem eigenen Rechner: Der Crawler läuft lokal statt in der Cloud, liefert dabei aber Rohdaten statt fertiger Handlungsempfehlungen.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Eine technische Prüfung, die von Hand Tage dauert, erledigt das Programm in Minuten, vor allem bei großen Auftritten und vor einem Relaunch. Der Haken liegt danach: Das Werkzeug liefert Rohdaten, keine Handlungsempfehlungen. Wer nicht weiß, worauf er schaut, hat am Ende eine große Tabelle und keine Entscheidung.
Benutzerfreundlichkeit
Ein erster Durchlauf ist in zwei Minuten gestartet, die Adresse genügt. Danach wird es anspruchsvoll: Dutzende Spalten, Filter und Berichte ohne Führung, dazu eine rein englische Oberfläche. Wer aus dem Fach kommt, findet sich schnell zurecht. Alle anderen brauchen eine Einschulung oder eine Agentur.
Kundensupport
Der Hersteller antwortet nach vorliegenden Erfahrungsberichten schnell und fachkundig, allerdings ausschließlich auf Englisch. Handbuch, Videos und Blog sind umfangreich und richten sich an Fachleute. Einen deutschsprachigen Ansprechpartner oder einen geführten Einstieg gibt es nicht.
Einsatzbereiche
- Fehleranalyse: Das Programm durchsucht alle Unterseiten nach kaputten Links und nicht erreichbaren Inhalten. Sichtbar wird, welche Adressen einen Fehler liefern oder in einer Weiterleitungsschleife hängen. Das ist die Grundlage für eine technisch saubere Website.
- Inhaltsoptimierung: Der Crawler liest Seitentitel, Beschreibungen und Überschriften aus und legt sie als Tabelle vor. Fehlende, zu lange oder doppelt vergebene Elemente fallen sofort auf. Die Redaktion arbeitet diese Liste ab und verbessert damit die Darstellung in den Suchergebnissen.
- Strukturanalyse: Die interne Verlinkung und die Klicktiefe jeder Seite werden sichtbar. Unterseiten ohne eingehende Links tauchen auf, obwohl sie im Menü niemand vermisst. Daraus entsteht eine Navigation, die Besucher und Suchmaschinen gleichermaßen führt.
- Relaunch: Vor der Umstellung hält ein Durchlauf den Bestand fest, nach dem Start prüft ein zweiter die Weiterleitungen. Das Programm gleicht alte gegen neue Adressen ab und meldet, was ins Leere läuft. Ohne diesen Schritt verliert eine Website beim Relaunch regelmäßig ihre Sichtbarkeit bei Google.
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Preis
Es gibt genau ein Bezahlmodell: eine Jahreslizenz je Arbeitsplatz, in Euro. Keine Staffelung nach Seitenzahl, keine Zusatzkosten je Durchlauf, keine Cloud-Gebühren. Der Preis sinkt allein mit der Zahl der Lizenzen.
- Kostenlose Fassung: 0. Der Durchlauf stoppt bei 500 Adressen, es fehlen der Vergleich zweier Durchläufe, geplante Läufe und eigene Datenauslesungen.
- Vollversion: 245 je Lizenz und Jahr.
- Ab fünf Lizenzen: 235.
- Ab zehn Lizenzen: 219.
- Ab zwanzig Lizenzen: 209.
Das ist in dieser Werkzeugklasse eine Seltenheit, vergleichbare Cloud-Dienste rechnen nach geprüften Adressen ab und werden bei großen Auftritten schnell teurer. Genau die drei fehlenden Funktionen braucht, wer die Website regelmäßig prüft. Der Umstieg lohnt deshalb ab dem Moment, in dem die Prüfung wiederkehrend wird, nicht ab einer bestimmten Seitenzahl (Anbieterangaben, Stand September 2026).
Unser Fazit
Screaming Frog ist kein Werkzeug, das sagt, was zu tun ist. Es sagt, was ist. Wer das trennen kann, bekommt für 245 Euro im Jahr die gründlichste technische Prüfung, die es für Geld gibt, ohne Begrenzung nach Seitenzahl und ohne dass Daten das Haus verlassen.
Genau deshalb steht es in fast jeder SEO-Abteilung. Vor einem Relaunch ist es unersetzlich: ein Durchlauf vorher, einer nachher, und die kaputten Weiterleitungen stehen in einer Liste. Diesen einen Anwendungsfall bezahlt die Lizenz schon beim ersten Mal.
Für wen es nichts ist: für Betriebe ohne SEO-Wissen im Haus. Das Programm spricht Englisch, liefert Tabellen statt Empfehlungen und setzt voraus, dass jemand die Zahlen einordnen kann. Wer eine kleine Firmenwebsite hat, fängt mit der kostenlosen Fassung an und sieht nach 500 Adressen weiter. Wer die Technik ohnehin an eine Agentur gibt, braucht das Werkzeug nicht selbst.
Häufige Fragen
245 Euro je Lizenz und Jahr. Ab fünf Lizenzen 235 Euro, ab zehn 219 Euro, ab zwanzig 209 Euro. Die kostenlose Fassung bleibt dauerhaft nutzbar, stoppt aber bei 500 Adressen je Durchlauf. (Anbieterangaben, Stand September 2026)
Vor allem drei Dinge: der Vergleich zweier Durchläufe, geplante automatische Läufe und das Auslesen eigener Datenpunkte aus dem Quelltext. Dazu die Grenze von 500 Adressen. Für einen einmaligen Blick reicht sie, für laufende Prüfung nicht.
Für eine normale Firmenwebsite genügt ein Bürorechner. Bei sehr großen Auftritten mit hunderttausenden Adressen braucht es viel Arbeitsspeicher, und die Speicherung sollte von Arbeitsspeicher auf Festplatte umgestellt werden. Das ist eine Einstellung, kein neues Gerät.
Auf der Festplatte des eigenen Rechners. Nach Anbieterangabe fließen keine Analysedaten an Server des Herstellers. Wer Google Search Console oder Analytics anbindet, holt damit allerdings Daten von dort. (Anbieterangabe, Stand September 2026)
Ja. Eine eingebaute Darstellungsfunktion führt den Seitencode wie ein Browser aus und erfasst auch Inhalte, die erst dabei entstehen. Das verlangsamt den Durchlauf, ist bei modernen Websites aber notwendig.
Ja, über eine Zeitplanung oder den Aufruf über die Kommandozeile. So läuft die Prüfung etwa jeden Montagmorgen und legt den Bericht automatisch ab. Diese Funktion gibt es nur in der Vollversion.
Ja. Über eigene Regeln lassen sich beliebige Stellen aus dem Quelltext greifen, etwa Preise, Verfügbarkeiten oder Autorennamen. Das macht aus dem Prüfwerkzeug auch ein Werkzeug zur Bestandsaufnahme großer Websites.
Über die Vergleichsfunktion, die zwei gespeicherte Durchläufe nebeneinanderlegt. Sichtbar wird, was behoben wurde und was neu dazugekommen ist. Genau das braucht man, um Fortschritt gegenüber der Geschäftsführung zu belegen.
Über den Export als Tabelle oder direkt in Google Sheets. Von dort aus lassen sich Auswertungen bauen, die sich bei jedem neuen Durchlauf aktualisieren. Einen fertigen Berichtsgenerator bringt das Programm nicht mit.
Die KI-Funktionen sind eine Ergänzung, kein Kern. Über die Anbindung eines Sprachmodells lassen sich etwa Alternativtexte für Bilder vorschlagen oder Seitenbeschreibungen erzeugen. Dafür braucht es einen eigenen Zugang beim jeweiligen Anbieter, dessen Nutzung gesondert kostet.
Ja, ohne Einschränkung. Alle Ergebnisse liegen lokal und lassen sich als Tabelle exportieren. Eine Bindung an den Anbieter entsteht nicht, weil nichts in einer Cloud gespeichert wird.
Sitebulb liefert ähnliche Tiefe mit verständlicheren Auswertungen, Ahrefs und Semrush prüfen aus der Cloud und verbinden die Technik mit Keyword- und Verweisdaten, Ryte richtet sich an den deutschsprachigen Markt. Screaming Frog gewinnt bei Tiefe, Preis und Datenhoheit. Einen Vergleich bietet unser Beitrag zu den besten SEO-Tools.






