Lindy ist ein KI-Mitarbeiter für Slack: Das Team stellt eine Aufgabe im Kanal oder per Direktnachricht, Lindy erledigt sie in den angebundenen Programmen und meldet das Ergebnis zurück. Dazu gehören Postfach und Kalender, CRM-Pflege, Recherche, Berichte und Besprechungsmitschriften. Wiederkehrende Arbeit läuft als Routine nach Zeitplan oder auf ein Ereignis hin, eigene Vorgehensweisen werden als Skill hinterlegt. Der Anbieter nennt über 1.000 Anbindungen und unterstützt MCP. Den früheren Baukasten für Agenten und Abläufe führt die aktuelle Dokumentation nicht mehr (Stand 30.09.2026).

7,9/10
Gesamtbewertung
Produktivität
9/10
Benutzerfreundlichkeit
7/10
Kundensupport
6/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Aufgaben direkt aus Slack, das Ergebnis kommt in den Kanal zurück
  • Über 1.000 Anbindungen und MCP-Server nach Anbieterangabe
  • Jede Aktion mit Außenwirkung wartet auf Freigabe

Nachteile

  • Kein Gratistarif, Testwoche nur beim Einstieg über Slack
  • Credits machen die laufenden Kosten schwer planbar
  • Oberfläche, Hilfe und Support nur auf Englisch, Hosting in den USA

Funktionen

  • Arbeit aus Slack heraus: Eine Erwähnung oder Direktnachricht genügt, Lindy arbeitet in den angebundenen Programmen und meldet das Ergebnis im Kanal.
  • Routinen nach Zeitplan oder Ereignis: Auslöser, Anweisung und Ziel bilden eine Routine: werktags um 9 Uhr die Mails zusammenfassen oder nach jedem Termin das Protokoll ablegen.
  • Trockenlauf vor dem Scharfschalten: Eine Routine läuft einmal mit echten Daten durch und zeigt, was sie getan hätte, ohne etwas zu verändern.
  • Skills als wiederverwendbare Anleitung: Ein Vorgehen wird einmal beschrieben, danach wählt Lindy den passenden Skill selbst; eine Bibliothek fertiger Skills liegt bei.
  • Freigabe vor jeder Außenwirkung: E-Mail senden, Ticket ändern, Dokument veröffentlichen: Solche Schritte wartet Lindy ab, bis eine Person sie bestätigt.
  • Besprechungen aufzeichnen: Lindy nimmt an Google Meet, Zoom und Teams teil, hält Mitschrift und Aufgaben fest und legt sie ab.
  • Gedächtnis als Dateiablage: Was Lindy über das Unternehmen weiß, liegt als versioniertes Dateisystem vor, das sich einsehen, ändern und teilen lässt.
  • Postfach in Gmail: Eine Chrome-Erweiterung sortiert Mails, setzt Kennzeichnungen und legt Antwortentwürfe im eigenen Ton an.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

9/10

Das Tool übernimmt administrative Routineaufgaben wie die Terminplanung oder E-Mail-Workflows weitgehend eigenständig und schafft so zeitliche Freiräume für strategische Kernaufgaben. Wie viel dabei herauskommt, hängt allerdings stark an einer sauberen Einrichtung, guten Datenquellen und gelegentlichen Kontrollen von Hand. Dafür ziehen wir einen Punkt ab.

Benutzerfreundlichkeit

7/10

Wer ohnehin in Slack arbeitet, braucht keine Einarbeitung, eine Anfrage im Kanal genügt. Routinen aus Auslöser, Anweisung und Ziel verlangen dagegen ein Gefühl dafür, wie eng ein Filter sein muss und was bei Ausnahmen passiert; der Trockenlauf hilft dabei, kostet aber Zeit. Außerhalb von Slack bleibt die Web-App die zweite Wahl, dafür ziehen wir ab.

Kundensupport

6/10

Support und Dokumentation gibt es auf Englisch, die Hilfe ist knapp und auf den Slack-Alltag zugeschnitten, einen eigenen Ansprechpartner bekommen erst Enterprise-Kunden. Deutschsprachige Betreuung nennt der Anbieter nicht.

Einsatzbereiche

  • Posteingang sortieren: Lindy ordnet eingehende Mails nach Dringlichkeit und legt Antwortentwürfe im gewohnten Schreibstil an. Versendet wird erst nach Freigabe. Der Agent nimmt damit das Sichten ab, nicht die Entscheidung.
  • Termine koordinieren: Die Software stimmt Termine mit externen Personen ab, erkennt Überschneidungen und schlägt Alternativen vor. Auf Wunsch nimmt sie am Gespräch teil, transkribiert und fasst zusammen. Bei vertraulichen Besprechungen gehört vorher geklärt, wer mithört.
  • Verkaufsgespräche vorbereiten: Vor dem Termin trägt der Agent zusammen, was über Gesprächspartner und Unternehmen öffentlich auffindbar ist. Danach hält er die Ergebnisse fest und legt sie im CRM ab.
  • Tickets vorsortieren: Eingehende Supportanfragen liest das System, ordnet sie zu und bereitet eine Antwort vor. Was durchrutscht, landet weiterhin bei einem Menschen, und genau darauf kommt es bei der Einstellung der Regeln an.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Lindy rechnet je Nutzer und Monat in US-Dollar ab, die eigentliche Zähleinheit sind aber Credits: Verbraucht werden sie nur, wenn Lindy tatsächlich arbeitet, und das Team teilt sich einen gemeinsamen Vorrat. Eine Antwort oder Zusammenfassung kostet nach Anbieterangabe 2 bis 250 Credits, ein größeres Projekt 1.000 bis 2.500.

  • Plus: 29,99 Dollar, 3.000 Credits.
  • Pro: 99,99 Dollar, 15.000 Credits.
  • Max: 199,99 Dollar, 35.000 Credits.
  • Enterprise: Betrag auf Anfrage. Prüfprotokolle, eigener Support, HIPAA-Vereinbarung und die Zusagen, nach denen eine Sicherheitsprüfung fragt.

An den Credits kippt die Kalkulation: Die laufenden Kosten lassen sich vorab schwer schätzen, der Verbrauch im Team schwer zuordnen. Einen Gratistarif gibt es nicht. Wer über Slack dazukommt, hat nach Anbieterangabe die erste Woche frei, einmal je Person; bei direkter Anmeldung wird sofort abgerechnet. (Preise von lindy.ai/pricing, Stand 30. September 2026)

Unser Fazit

Lindy hat sich vom Baukasten zum Kollegen gewandelt, und für uns ist das die brauchbarere Form: Das Team bittet in Slack um einen Bericht, ein CRM-Update oder die Vorbereitung eines Kundentermins, und Lindy liefert das fertige Stück statt einer Anleitung. Routinen mit Trockenlauf und die Freigabe vor jeder Außenwirkung nehmen dem Ganzen die Unsicherheit, die Agenten sonst begleitet. Schwer planbar bleibt der Preis: Credits verbrauchen sich nach Arbeit, ab 29,99 Dollar je Nutzer, und einen Gratistarif gibt es nicht mehr. Wer feste, immer gleiche Abläufe zwischen zwei Systemen braucht, fährt mit Make berechenbarer. Und für Betriebe, deren Alltag nicht in Slack stattfindet, lohnt Lindy nicht, denn dort spielt es seine Stärke aus.

Häufige Fragen

Verwendet Lindy die eingegebenen Daten zum Training?

Nein, in keinem Tarif. Der Anbieter schreibt, weder Lindy noch die eingesetzten Modellanbieter nutzten Kundendaten zum Training; die Daten seien verschlüsselt und würden nicht verkauft (Sicherheitsseite, abgerufen am 30.09.2026). Belegbar ist das nur über die Angaben des Anbieters, eine eigene Prüfung ersetzt das nicht.

Wo liegen die Daten, und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

In den USA. Die Nutzungsbedingungen (Fassung 24.09.2026) nennen als Hosting die Vereinigten Staaten und enthalten Bedingungen zur Auftragsverarbeitung; Standardvertragsklauseln nach Modul 1 und 2 werden auf Mitteilung des Kunden hin geschlossen. Vertragspartner ist die Crivello Corp aus Beaverton in Oregon, die unter dem Namen Lindy auftritt. Ob das für den eigenen Fall genügt, klärt die Rechtsberatung. Mehr dazu im Beitrag KI und DSGVO.

Welche Nutzungsgrenzen gelten je Tarif?

Credits statt Aufgaben: Plus bringt 3.000 Credits je Nutzer und Monat, Pro 15.000, Max 35.000, Enterprise nach Vereinbarung. Eine kurze Antwort kostet nach Anbieterangabe wenige Credits, eine Recherche über mehrere Systeme hunderte, ein Projekt bis zu 2.500. Nicht verbrauchte Credits verfallen am Monatsende. Das Team teilt sich den Vorrat, ein einzelner Vielnutzer kann ihn also leeren.

Wie kommen die Daten beim Wechsel wieder heraus?

Das Gedächtnis liegt als Dateisystem vor, das sich laut Dokumentation einsehen, bearbeiten und teilen lässt; Berichte und Seiten, die Lindy baut, liegen als Artefakte mit eigener Adresse. Einen gesammelten Export von Routinen und Skills beschreibt die Dokumentation nicht (Stand 30.09.2026). Wer wechselt, hält die Anweisungen deshalb besser zusätzlich in eigenen Unterlagen fest.

Wie lässt sich Lindy in bestehende Freigabeprozesse einbinden?

Die Freigabe ist eingebaut: Alles mit Außenwirkung, etwa eine E-Mail senden, ein Ticket ändern, in einen anderen Kanal schreiben oder ein Dokument veröffentlichen, wartet nach Anbieterangabe auf Bestätigung. Lesen und Zusammenfassen läuft ohne Rückfrage. Routinen lassen sich vor dem Scharfschalten als Trockenlauf mit echten Daten ansehen.

Wie verhindert Lindy, dass falsche Fakten verschickt werden?

Durch die Freigabe vor dem Versand und durch feste Quellen: Skills legen fest, aus welchen Unterlagen und Systemen Lindy schöpft, Filter grenzen Routinen auf passende Fälle ein. Ganz ausschließen lässt sich eine falsche Angabe nicht, deshalb bleibt die Sichtung vor dem Abschicken bei einer Person.

Kann Lindy mit gemischten Postfächern aus Deutsch und Englisch umgehen?

Die Dokumentation macht dazu keine Angabe (Stand 30.09.2026). Lindy setzt auf die großen Sprachmodelle, die Deutsch beherrschen; wer deutsche Korrespondenz will, hinterlegt Anrede, Grußformel und Ton als Skill, damit keine Mischformen entstehen. Oberfläche und Hilfe bleiben englisch.

Zeichnet Lindy Besprechungen auf?

Ja, in Google Meet, Zoom und Microsoft Teams. Lindy tritt dem Termin bei, hält Mitschrift und offene Aufgaben fest und legt sie in Slack, im Gedächtnis oder im CRM ab (Dokumentation, abgerufen am 30.09.2026). Bei vertraulichen Gesprächen gehört vorher geklärt, ob alle Teilnehmer mit der Aufzeichnung einverstanden sind.

Eignet sich Lindy für datensensible Branchen wie Steuerberatung oder Gesundheit?

Nur mit Vorbehalt. Der Anbieter nennt SOC 2 Typ II und für den Enterprise-Tarif eine HIPAA-Vereinbarung, hostet aber in den USA und stützt Übermittlungen auf Standardvertragsklauseln. Für Mandanten- und Patientendaten gehört deshalb vorher geklärt, welche Inhalte an die Modellanbieter gehen und ob die vertragliche Grundlage trägt. Was dabei gilt, erklärt unser Beitrag zum datenschutzkonformen Einsatz von KI-Tools.

Welche Alternativen zu Lindy gibt es?

Make, wenn feste Abläufe zwischen zwei Systemen genügen: Dort ist jeder Schritt sichtbar und der Preis berechenbar. n8n für Betriebe, die die Automatisierung auf eigenen Servern betreiben wollen, Relevance AI für Teams, die eigene Agenten mit Werkzeugen ausstatten. Wer nur Postfach und Kalender entlasten will, kommt mit reclaim.ai günstiger weg.

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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