Der Quartalsbericht ist fertig, aber auf Seite vier stehen vierzehn Zahlen in einem Absatz, und niemand liest ihn. Die Personalabteilung will den Onboarding-Ablauf auf ein Blatt bringen, das Marketing braucht für LinkedIn eine Grafik zur Kundenumfrage, und die Präsentation für den Beirat soll zeigen, wohin die Kosten gehen. Infografik-Tools helfen dabei mit Vorlagen, Diagrammen und Symbolen, und ihre KI baut aus einem Text oder einer Tabelle einen ersten Entwurf. Die Aussage liefern sie nicht: Welche Zahl zählt, welcher Vergleich trägt und welche Diagrammform passt, entscheidest du. Beim Vergleich zählen deshalb der Weg der Daten ins Diagramm, die Exportformate, die Treue zum Erscheinungsbild und die Frage, was der Anbieter mit deinen Zahlen macht.
Unsere Favoriten für Infografiken
Für die Auswahl zählen Marktverbreitung, unsere redaktionelle Prüfung, unabhängige Testergebnisse, Erfahrungen aus der Praxis und die rechtlichen Anforderungen für den Einsatz in der EU. Die Note stammt aus unserem Testbericht zum jeweiligen Tool und bewertet Produktivität, Benutzerfreundlichkeit und Kundensupport, also das Tool insgesamt und nicht nur für diesen Zweck.
Venngage
Venngage ist auf Infografiken und Berichte zugeschnitten, nicht auf Videos oder Werbemittel in Serie. Tabellen aus CSV- und Excel-Dateien wandern direkt in Diagramme, und vor der Ausgabe meldet eine Prüfung zu schwache Kontraste nach WCAG 2.1 AA. Das PDF zeichnet Überschriften, Tabellen und Vorlesereihenfolge aus, wie es Ämter und öffentliche Auftraggeber verlangen. Das Training mit deinen Eingaben schließt der Anbieter schriftlich aus. Der Haken liegt beim Export: Im Gratistarif kommt keine einzige Datei heraus, PNG beginnt bei 10 Dollar im Monat, PDF und Marken-Kit erst bei Business für 24 Dollar je Nutzer. Laufend aktualisierte Diagramme findest du bei Infogram.
Hier beginnt die Arbeit mit der Tabelle, nicht mit der Vorlage: Infogram macht aus Zahlenreihen Diagramme in über 35 Formen und bringt mehr als 800 fertige Landkarten mit. Nach dem Veröffentlichen bleibt eine eingebettete Grafik beweglich und holt neue Werte aus der verknüpften Quelle, statt als starres Bild zu altern. Der Gratistarif stellt allerdings jedes Projekt öffentlich ins Netz, Suchmaschinen nehmen es auf, und herunterladen kannst du nichts. Download und private Projekte beginnen bei Pro für 19 Dollar im Monat, das eigene Erscheinungsbild erst bei Business für 67 Dollar. Für ein Plakat aus Text und Symbolen passt Piktochart besser.
Piktochart
Einen Absatz Text oder ein ganzes Dokument hochladen, und der Generator baut daraus einen ersten Entwurf für Infografik, Bericht oder Plakat: Schneller kommst du in dieser Liste nicht zum Layout. Diagramme hängst du bei Piktochart an CSV-, Excel- und Google-Tabellen, geänderte Zahlen zieht die Grafik nach. Pro kostet 10 Dollar je Mitglied im Monat bei Jahreszahlung und gibt PNG ohne Wasserzeichen aus, PDF und PowerPoint beginnen erst bei Business für 17 Dollar. Schwerer wiegt, dass hochgeladene Bilder nach Anbieterangabe ohne Widerspruchsmöglichkeit ins KI-Training fließen, Firmenfotos und vertrauliche Grafiken gehören also nicht hinein. Wer das ausschließen muss, nimmt Venngage.
Visme
Die größte Auswahl an Diagrammarten in dieser Liste bietet Visme, dazu einen Editor auf Deutsch. Animationen, Pop-ups und Verlinkungen machen aus dem Bericht ein klickbares Dokument, und Schulungsunterlagen gibt Visme nach SCORM und xAPI aus, die übernimmt deine Lernplattform direkt. Eine Klausel verschiebt aber die Rechnung: Die Nutzungsbedingungen beschränken Basic und Starter auf den privaten Gebrauch. Für einen Betrieb liegt der Einstieg deshalb nicht bei 12,25 Dollar je Person und Monat, sondern bei 24,75 Dollar für Pro. Die Server stehen in den USA, zum Modelltraining sagt der Anbieter nichts Klares. Günstiger kommst du mit Canva zu ansehnlichen Grafiken.
Canva
Jede Woche eine Übersicht, ein Diagramm oder ein Aushang, aber niemand im Haus, der gestaltet: Dafür reicht Canva, mit Oberfläche, Hilfe und Support auf Deutsch. Die 8,7 gilt der ganzen Design-Plattform, nicht dem Infografik-Teil, denn Folien, Video und Druckstücke liegen im selben Fenster. Aus deiner Beschreibung baut das Canva Design Model ein Design, das du Element für Element weiterbearbeitest. Pro kostet 110 Euro im Jahr je Person, Business 170 Euro. Die Kehrseite der Beliebtheit: Unveränderte Vorlagen erkennt man schnell wieder, das schwächt jede Grafik mit Markenanspruch. Hängen deine Zahlen an einer laufenden Quelle, ist Infogram näher dran.
Adobe Express
Sobald Vertrieb, Personalabteilung und Filialen ihre Grafiken selbst bauen, gerät das Erscheinungsbild unter Druck. Adobe Express hält es über Marken-Kits zusammen: Logo, Firmenfarben und Schriften liegen gesperrt, im Team ändert sie niemand. Die 8,2 gilt dem Gestaltungsprogramm, nicht der Datenarbeit. Premium kostet 11,89 Euro brutto im Monat ohne Jahresbindung, Teams 7,99 Euro je Platz ab zwei Lizenzen. Knapp werden die 250 Credits je Person und Monat, sobald die KI regelmäßig Bilder erzeugt. Zahlenreihen bringst du mit Infogram besser ins Diagramm. Adobe verarbeitet Daten nach eigener Angabe vor allem in den USA und in Indien, Vertragspartner ist Adobe Ireland.
Worauf es bei Infografik-Tools ankommt
Die folgenden Kriterien helfen dir, Infografik-Tools gezielt zu vergleichen. Kläre vorher, ob du vor allem Geschäftszahlen im Berichtswesen darstellen, schnelle Grafiken für Social Media bauen oder Abläufe für Schulungen erklären willst.
Checkliste
- Datenimport: Das erste Kriterium ist der Umgang mit echten Daten. Nicht jedes Tool verarbeitet CSV-Dateien, Excel-Tabellen oder eine Verbindung zu Google Sheets und Datenbanken. Das ist aber entscheidend, wenn du regelmäßig aktuelle Geschäftszahlen darstellen musst. Ein Tool, das nur Text annimmt, eignet sich für Finanzberichte oder laufende Auswertungen schlecht.
- Aktualisierung: Veröffentlichte Diagramme veralten, sobald sich die Zahlen ändern. Prüfe, ob eine eingebettete Grafik neue Werte aus der verknüpften Quelle selbst nachzieht oder ob du jede Änderung neu exportieren und hochladen musst.
- KI-Funktionen: Ein gutes System passt nicht nur Vorlagen an, sondern erkennt, was die Eingabedaten bedeuten, und schlägt eine passende Diagrammform vor. Es unterscheidet etwa zwischen Werten über die Zeit, für die ein Liniendiagramm sinnvoll ist, und Vergleichen zwischen Kategorien, für die Balken besser funktionieren.
- Qualität der Texte: Viele Tools erzeugen Überschriften, Beschriftungen und Erklärungen mit integrierten Sprachmodellen. Das spart Zeit, aber die Texte klingen oft generisch und können Fehler enthalten, die nicht sofort auffallen. Jede Beschriftung sollte sich deshalb leicht bearbeiten lassen, und jede Zahl prüfst du gegen die Quelle. Warum das nötig ist, erklärt unser Beitrag Warum KI Fehler macht.
- Vorlagen: Viele Tools arbeiten auf Basis von Vorlagen. Die Frage ist, ob diese professionellen Gestaltungsstandards entsprechen oder generisch wirken. Schwache Ausgangsvorlagen lassen sich auch mit guten Funktionen nur begrenzt aufwerten.
- Markentreue: Das System sollte eigene Schriften und Farbpaletten unterstützen, sonst passen die Grafiken nicht zum Corporate Design. Sinnvoll ist außerdem, solche Vorgaben als feste Vorlagen zu speichern und für das Team zu sperren. Achte darauf, in welchem Tarif das eigene Erscheinungsbild beginnt, manche Anbieter lassen ihr Zeichen bis dahin in der Grafik stehen.
- Export: Eine Infografik ist erst nützlich, wenn sie im richtigen Format vorliegt: PNG für Social Media, PDF für Druck und formale Dokumente, HTML oder Einbettungscode für interaktive Webversionen, PowerPoint für Präsentationen und SVG für verlustfreie Skalierung. Prüfe, welche Formate der Gratistarif überhaupt herausgibt.
- Barrierefreiheit: Infografiken sollten auch für Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich sein. Das heißt ausreichender Farbkontrast, lesbare Schriftgrößen und Alternativtext für Screenreader. Nur wenige Tools kümmern sich aktiv darum. Ein gutes Tool warnt, wenn Kontraste unter die WCAG-Vorgaben fallen, und gibt PDF-Dateien mit festgelegter Vorlesereihenfolge aus.
- Integrationen: Die Anbindung an andere Systeme unterscheidet sich je nach Anbieter stark. Manche Tools bieten Erweiterungen für Präsentationsprogramme oder Content-Management-Systeme, andere beschränken sich auf Dateiexporte. Wer Grafiken regelmäßig in bestehende Abläufe einbinden will, prüft das frühzeitig.
- Nutzungsrechte: Gratis- und Einstiegstarife schließen die gewerbliche Nutzung teils aus oder veröffentlichen jedes Projekt automatisch. Lies vor dem Einsatz, ab welchem Tarif du Grafiken für Kunden, Werbung und Berichte verwenden darfst und ob deine Entwürfe privat bleiben.
- Datenschutz: Viele Tools stammen aus Ländern außerhalb der EU und speichern die Daten dort, bei Umsätzen, Kundendaten oder Personalzahlen ist das ein Risiko. Prüfe Speicherort und Auftragsverarbeitungsvertrag und ob der Anbieter deine Uploads für das Training eigener Modelle verwendet. Grundlagen dazu im Beitrag KI und DSGVO.
Einsatzbereiche für Infografik-Tools
- Zahlen im Berichtswesen: Controlling und Geschäftsführung bringen Quartalszahlen, Kostenverteilung oder Kennzahlen auf eine Seite, die der Beirat in einer Minute erfasst. Das Tool übernimmt die Werte aus der Tabelle, statt dass jemand Balken von Hand nachbaut. Wie du die Ergebnisse vor Publikum zeigst, vergleicht unser Beitrag zu KI-Tools für Präsentationen.
- Schulungsunterlagen in der Personalabteilung: Onboarding, Sicherheitsunterweisung oder ein neuer Ablauf im Lager lassen sich als Grafik mit wenigen Schritten schneller erfassen als auf zehn Seiten Text. Die Personalabteilung baut solche Blätter selbst und passt sie an, wenn sich der Ablauf ändert. Passende Lernplattformen zeigt unser Beitrag zu KI-Tools für E-Learning.
- Grafiken für Kampagnen und Social Media: Das Marketingteam macht aus einer Kundenumfrage oder aus Branchenzahlen eine Grafik für LinkedIn, Newsletter und Website, ohne auf eine Agentur zu warten. Weitere Tools dafür findest du bei den KI-Tools für Social-Media-Content.
- Pressearbeit mit beweglichen Diagrammen: Die Pressestelle bettet ein Diagramm in eine Aussendung oder einen Blogbeitrag ein, und die Grafik zieht neue Werte nach, wenn sich die Zahlen ändern. So bleibt ein Beitrag über Monate aktuell, ohne dass jemand die Grafik neu exportiert. Wie du solche Beiträge schreibst, zeigt unser Vergleich der KI-Tools für Blogartikel.
- Barrierefreie Berichte für öffentliche Auftraggeber: Gemeinden, Bildungseinrichtungen und geförderte Projekte müssen Berichte oft so ausgeben, dass Vorleseprogramme sie erfassen. Die Projektleitung prüft Kontraste und Bildbeschreibungen schon beim Gestalten, statt das PDF nachträglich reparieren zu lassen.
Welches Infografik-Tool für welche Aufgabe?
Wenn du regelmäßig Zahlen und Abläufe als Infografik aufbereitest, ist Venngage unsere erste Empfehlung: Das Tool ist auf Infografiken und Berichte zugeschnitten, übernimmt Daten aus CSV und Excel, prüft Kontraste und schließt das Training mit deinen Eingaben schriftlich aus. Für bestimmte Aufgaben passen andere Tools besser:
- Diagramme, die neue Werte aus der Quelle nachziehen: Infogram
- Erster Entwurf aus einem Text oder Dokument: Piktochart
- Klickbarer Bericht und Schulungsunterlagen nach SCORM: Visme
- Viele Formate ohne Vorkenntnisse, auf Deutsch: Canva
- Erscheinungsbild im ganzen Team halten: Adobe Express
- Barrierefreies PDF für Ämter und Hochschulen: Venngage
Häufige Fragen
Ja, Canva lässt die gewerbliche Nutzung schon im Gratistarif zu, mit bis zu 20 KI-Nutzungen und einem Markenpaket mit drei Farben. Bei anderen Anbietern ist der Gratistarif eine Sackgasse: Venngage erlaubt keinen Download, Infogram veröffentlicht jedes Projekt, und Visme beschränkt Basic und Starter auf den privaten Gebrauch.
Ja, aber meist erst im höheren Tarif. Piktochart gibt PDF und PowerPoint ab Business für 17 Dollar je Mitglied aus, Venngage ab Business für 24 Dollar je Nutzer, dort auch als barrierefreies PDF. Visme liefert PDF schon im Gratistarif, allerdings mit Anbieterlogo und nur für den privaten Gebrauch. Schau vor dem Kauf ins Exportmenü des gewünschten Tarifs.
Ja, bei den spezialisierten Tools schon. Piktochart hängt Diagramme an CSV-, Excel- und Google-Tabellen und zieht geänderte Zahlen nach, Venngage übernimmt CSV- und Excel-Dateien. Infogram geht am weitesten: Ab Pro holt eine eingebettete Grafik neue Werte selbst aus der verknüpften Quelle, ab Business auch per SQL aus einer Datenbank. Allround-Programme sind bei eigenen Daten schwächer.
Vollständig auf Deutsch, also mit Oberfläche, Hilfe und Support, arbeiten Canva und Adobe Express. Visme, Infogram und Venngage haben eine deutsche Oberfläche, der Support läuft aber auf Englisch. Bei Piktochart sind nur die Werbeseiten deutsch, der Editor ist englisch. Wie du Tools nach solchen Kriterien auswählst, zeigt unser Beitrag KI-Tools auswählen.
Am einfachsten mit Venngage, das als einziges Tool dieser Liste barrierefreie PDF-Dateien mit Auszeichnung, Vorlesereihenfolge und Bildbeschreibungen ausgibt. Eine Prüfung meldet vorher zu schwache Kontraste nach WCAG 2.1 AA. Bei anderen Tools achtest du selbst auf Kontrast, Schriftgröße und einen Alternativtext beim Einbinden. Die wichtigsten Zahlen gehören zusätzlich in den Text, damit Screenreader sie vorlesen.
Bei manchen ja. Piktochart nutzt hochgeladene Bilder nach eigener Angabe ohne Widerspruchsmöglichkeit fürs KI-Training, Infogram behält sich das für öffentliche Inhalte vor, und Visme äußert sich nicht klar. Venngage schließt das Training mit Nutzereingaben schriftlich aus, Adobe Express trainiert nach Anbieterangabe nicht mit Inhalten von Creative-Cloud-Kunden.
Nein, sie liefert einen ersten Entwurf, die Aussage bleibt deine Arbeit. Piktochart und Canva bauen aus einem Text ein Layout, Infogram schlägt zu einem Datensatz eine Diagrammform vor. Welche Zahl zählt, ob der Vergleich fair ist und ob jede Beschriftung stimmt, prüfst du selbst. Warum KI-Texte Fehler enthalten, erklärt unser Beitrag Warum KI Fehler macht.
Für wiederkehrende Grafiken im Alltag oft ja, für ein neues Erscheinungsbild nicht. Mit Canva oder Venngage baut das Team Übersichten, Diagramme und Aushänge selbst. Eine Agentur entwickelt dagegen Bildsprache, Vorlagen und Konzept, die das Tool danach nur anwendet. Viele Betriebe lassen die Vorlagen einmal gestalten und befüllen sie intern. Mehr dazu bei den KI-Tools für Agenturen.
Ja, wenn du Farben, Schriften und Logo als Vorgabe hinterlegst und im passenden Tarif bist. Adobe Express sperrt diese Elemente im Marken-Kit, damit im Team niemand sie ändert. Bei Infogram weicht das Anbieterzeichen erst ab Business für 67 Dollar im Monat dem eigenen Auftritt, bei Piktochart gibt es das Markenkit ab Business für 17 Dollar je Mitglied.
Ja, und bei Infogram bleibt sie dabei beweglich: Der Einbettungscode zeigt ein interaktives Diagramm, das neue Werte aus der verknüpften Quelle nachzieht. Visme gibt HTML5 aus, gewerblich allerdings erst ab Pro. Die anderen Tools liefern meist ein Bild, das du bei jeder Änderung neu hochlädst. Welche Systeme für deine Website infrage kommen, zeigt unser Beitrag zu Content-Management-Systemen.







