Typewise bearbeitet Kundenanfragen bis zum Abschluss, statt Mitarbeitern nur Formulierungen vorzuschlagen. Die Schweizer Plattform nimmt Anliegen über Mail, Chat, WhatsApp und Sprache an, holt Bestell-, Rechnungs- oder Vertragsdaten aus den angebundenen Systemen, wendet die hinterlegten Regeln an und schließt den Fall oder reicht ihn an einen Menschen weiter. Eingerichtet wird das Ganze im Gespräch mit dem Assistenten Nova, der die zuständigen Fachagenten anlegt und jede Änderung vorher durchspielt. Abgerechnet wird nach gelösten Fällen. Vom Tastatur-Programm, mit dem Typewise 2019 startete, ist der Anbieter 2022 abgerückt.

7,7/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
6/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Schließt Standardfälle selbst ab, statt nur Antworten vorzuschlagen
  • Nova richtet die Fachagenten im Gespräch ein
  • Simulator und automatische Tests vor jeder Freigabe
  • Ungelöste Fälle bleiben unberechnet
  • Daten bei AWS in der EU, Schweizer Standort auf Wunsch (Anbieterangabe)

Nachteile

  • Grundgebühr und Fallpauschale addieren sich
  • Oberfläche, Hilfe und Dokumentation nur auf Englisch
  • Keine deutschsprachige Betreuung ausgewiesen
  • Fester Ansprechpartner erst ab der dritten Stufe
  • Textvorhersage und Schreibhilfe der alten Fassung entfallen

Funktionen

  • Fachagenten je Gebiet: Legt getrennte Agenten für Garantie, Abrechnung, Versand oder Beratung an, jeder mit eigenen Regeln, eigenen Quellen und eigenen Rechten.
  • Nova als Betreiber: Baut und ändert diese Agenten nach einer Anweisung in Alltagssprache, schaltet Kanäle frei und benennt von sich aus, was als Nächstes zu verbessern ist.
  • Probelauf vor der Freigabe: Spielt jede Änderung im Simulator gegen echte Altfälle durch und lässt automatische Tests laufen, bevor die neue Fassung Kunden erreicht.
  • Zugriff auf die Fachsysteme: Liest und schreibt über 3.500 Verbinder in Warenwirtschaft, Abrechnung und Kundenverwaltung, statt nur Textbausteine auszugeben.
  • Eigener Posteingang: Führt Mail, Chat und WhatsApp in einer Vorgangsliste zusammen, mit Erwähnungen, Wiedervorlage, Weiterleitung an mehrere Empfänger und geteilten Ansichten.
  • Übergabe mit Vorgeschichte: Reicht den Fall samt Verlauf an einen Menschen weiter, wahlweise in die eigene Liste oder in Salesforce, Zendesk, Freshdesk und Outlook.
  • Auswertung der Lösungsquote: Zeigt, welcher Anteil der Anliegen ohne Menschen endete, welche Anliegen sich häufen und wie Kunden die Antwort bewertet haben.
  • Maskierung vor der Verarbeitung: Entfernt personenbezogene Angaben aus dem Text, bevor das Sprachmodell ihn sieht. Für heikle Bestände gibt es den Betrieb ohne Speicherung.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Typewise zielt nicht mehr auf schnelleres Tippen, sondern auf den erledigten Vorgang. Die Fachagenten lesen und schreiben über mehr als 3.500 Verbinder in Warenwirtschaft, Abrechnung und Kundenverwaltung und schließen Standardfälle ohne Zutun ab. Das hebt den Nutzen weit über den einer Schreibhilfe. Zwei Dinge bremsen. Der Gewinn hängt an sauberen Wissensquellen und an Schreibrechten, die viele Betriebe nur zögernd vergeben. Und wer die Fälle nicht abgibt, zahlt die Grundgebühr trotzdem.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Der Einstieg läuft über ein Gespräch: Nova legt Kanäle, Fachagenten und Regeln nach einer Beschreibung in Alltagssprache an, der Anbieter nennt eine Viertelstunde bis zum ersten Betrieb. Simulator und automatische Tests nehmen dem Freischalten das Risiko, jede Änderung bleibt im Protokoll nachvollziehbar. Abzüge gibt es an zwei Stellen. Oberfläche und Hilfe stehen nur auf Englisch, und die Abrechnung nach halben und ganzen Lösungen versteht niemand beim ersten Lesen.

Kundensupport

6/10

Die Dokumentation ist ausführlich, gut gegliedert und mit einer gepflegten Änderungsliste versehen, allerdings durchgängig auf Englisch. Auf der Kontaktseite nennt Typewise eine Telegram-Gruppe, ein Abstimmungsbrett für Wünsche und ein Formular mit zwei bis vier Tagen Antwortzeit; zugesagte Reaktionszeiten für die Selbstbedienungstarife stehen nirgends. Einen festen Ansprechpartner bekommt erst, wer die dritte Stufe bucht. Eine deutschsprachige Betreuung weist der Anbieter an keiner Stelle aus.

Einsatzbereiche

Standardfälle im Versandhandel: Wo ist die Sendung, wie geht die Rücksendung, wann kommt das Geld zurück. Typewise holt Bestell- und Versanddaten aus dem angebundenen System, prüft die hinterlegte Regel und schließt den Vorgang. Erst der Sonderfall landet beim Team.

Rechnungen und Verträge: Ein Fachagent liest den Kontostand, ändert eine Laufzeit oder stellt eine Rechnung neu aus, weil er in das Abrechnungssystem schreiben darf und nicht nur daraus liest. Jeder Schreibvorgang steht im Protokoll. Wer solche Rechte nicht vergibt, verschenkt den halben Nutzen.

Dienst in vielen Sprachen: Der Betrieb antwortet in der Sprache der Anfrage, ohne dafür Muttersprachler einzustellen. Das trägt vor allem in kleinen Märkten, für die sich eine eigene Stelle nie gerechnet hat. Die Fachbegriffe kommen aus den hinterlegten Quellen.

Vorschaltung vor das eigene Helpdesk: Wer Salesforce, Zendesk, Freshdesk oder Outlook behalten will, lässt Typewise davor arbeiten und nur die harten Fälle weiterreichen. Der mitgelieferte Posteingang bleibt dann ungenutzt. Teams ohne Helpdesk ersetzen damit eines.

Änderungen vor dem Ernstfall prüfen: Eine neue Regel läuft erst im Simulator gegen echte Altfälle, bevor jemand sie freigibt. Die Auswertung zeigt danach Lösungsquote, häufige Anliegen und Zufriedenheit. So wird aus dem Nachjustieren eine messbare Tätigkeit.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Zwei Posten addieren sich, und der zweite wächst mit dem Geschäft. Neben der monatlichen Grundgebühr zahlt ein Betrieb je gelöstem Fall: Eine vollständige Lösung zählt einfach, eine Übergabe an einen Menschen zur Hälfte, ein ungelöster Fall gar nicht. Ausgewiesen wird in US-Dollar; die Euro-Näherungen rechnen mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 18.09.2026, 1,1460 Dollar je Euro.

  • Starter: 99 Dollar im Monat, rund 86 Euro (999 im Jahr). Ein Platz, Mail und Chat, 2 Dollar je Lösung, 20 Dollar Nova-Guthaben.
  • Growth: 599 Dollar im Monat, rund 523 Euro (5.999 im Jahr). Fünf Plätze, alle digitalen Kanäle, Pakete bis herunter auf 1 Dollar je Lösung, 100 Dollar Nova-Guthaben.
  • Business: 2.000 Dollar im Monat, rund 1.745 Euro, nur im Jahresvertrag. Fünf Plätze, drei Arbeitsbereiche für mehrere Marken, 500 Dollar Nova-Guthaben.
  • Enterprise: auf Anfrage. Einmalanmeldung, eigener Auftragsverarbeitungsvertrag, beliebig viele Arbeitsbereiche, 1.500 Dollar Nova-Guthaben.

Jeder weitere Platz kostet 89 Dollar im Monat, rund 78 Euro, in allen Stufen gleich. Plätze, Guthaben und Lösungen laufen über die enthaltene Menge hinaus weiter und werden nachberechnet, die Zahl der Arbeitsbereiche dagegen ist hart gedeckelt. Vierzehn Tage Test mit 100 Lösungen und 10 Dollar Guthaben, ohne Karte (Beträge von typewise.app/pricing und aus der Abrechnungsdokumentation, abgerufen am 19.09.2026).

Unser Fazit

Die Tastatur-App und die Schreibhilfe, für die Typewise einmal bekannt war, gibt es nicht mehr. Heute nimmt die Schweizer Plattform Kundenanfragen über Mail, Chat, WhatsApp und Sprache an, holt Bestell- und Vertragsdaten aus den angebundenen Systemen und schließt den Fall selbst ab oder reicht ihn an einen Menschen weiter. Abgerechnet wird nach Ergebnis: Eine vollständige Lösung kostet je nach Paket 1 bis 2 Dollar, eine Übergabe die Hälfte, ein ungelöster Fall nichts. Uns überzeugt das mehr als jede Platzpauschale, nur addiert sich die Grundgebühr obendrauf, und die beginnt bei 99 Dollar im Monat. Englisch ist Pflicht. Deutschsprachige Betreuung weist der Anbieter nirgends aus, ein fester Ansprechpartner kommt erst ab der dritten Stufe. Für Betriebe, die Hilfecenter, Postfach und Chat in einem Produkt wollen, ist Intercom breiter aufgestellt.

Häufige Fragen

Trainiert Typewise seine Modelle mit unseren Kundendaten?

Nein, nach Anbieterangabe nicht. Auf der Sicherheitsseite schreibt Typewise, Kundendaten würden niemals zum Training von Modellen für andere Kunden verwendet, und die Bestände blieben je Kundenumgebung getrennt. Der Satz gilt ohne Unterschied nach Tarif. Wer zusätzlich absichern will, schaltet die Maskierung personenbezogener Angaben vor oder den Betrieb ohne Speicherung (Anbieterangabe, abgerufen am 19.09.2026).

Bekomme ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo liegen die Daten?

Ja, als Anhang der Nutzungsbedingungen. Die Verarbeitungsbedingungen stehen laut Datenschutzerklärung in Schedule 1 zu den Terms of Service, dort führt der Anbieter auch die Unterauftragnehmer und deren Orte. Der Betrieb läuft auf AWS in der EU, als Ort nennt er Frankfurt; die oberste Stufe wählt zwischen EU und Schweiz und bringt einen eigenen Vertragstext mit (Anbieterangabe, abgerufen am 19.09.2026).

Was passiert, wenn wir mehr Fälle haben als im Tarif enthalten?

Es läuft weiter und wird nachberechnet. Plätze, Nova-Guthaben und gelöste Fälle sind weiche Grenzen: Wer eine Zahlungsart hinterlegt und den Einzug erlaubt, arbeitet über die enthaltene Menge hinaus. Ab 500 Lösungen in einer Abrechnungsperiode bucht der Anbieter zwischendurch ab. Hart gedeckelt ist nur die Zahl der Arbeitsbereiche, dort blockiert das System das Anlegen.

Wie komme ich beim Wechsel an unsere Vorgänge?

Einzeln als PDF, im Bestand über die Schnittstelle. Die Dokumentation beschreibt den Export eines Vorgangs als PDF und eine Vorgangsschnittstelle für den maschinellen Zugriff, einen Knopf für den Gesamtabzug nennt sie nicht. Nach dem Ende des Dienstes verlangt Schedule 1 die Löschung binnen 30 Werktagen, sofern kein Gesetz die Aufbewahrung verlangt.

An welche Systeme dockt Typewise an?

An über 3.500, darunter die gängigen Helpdesks. Namentlich nennt der Anbieter Salesforce, Zendesk, Freshdesk, Intercom, Gorgias, Front und Jira Service Management, dazu Microsoft Dynamics 365, HubSpot und Pipedrive auf der Kundenseite. ServiceNow steht in der aktuellen Liste nicht mehr; eine früher an dieser Stelle genannte Anbindung findet sich nicht wieder (Anbieterliste, abgerufen am 19.09.2026).

Gibt es Typewise noch als Tastatur-App fürs Handy?

Nein, dieses Kapitel endete 2022. Der Anbieter schreibt selbst, das Unternehmen habe die Tastatur-App von 2019 aufgegeben und sei nach der Aufnahme bei Y Combinator auf Unternehmenssoftware umgestiegen. Auch die Schreibhilfe für Servicemitarbeiter mit Textvorhersage taucht in Produktseiten und Dokumentation nicht mehr auf. Wer sie sucht, sucht ein eingestelltes Produkt.

Welche Alternativen kommen sonst infrage?

Je nachdem, ob das Helpdesk mitkommen soll. Wer ein vollständiges Ticketsystem mit langer Marktgeschichte braucht und die Automatisierung nur als Zusatz sieht, greift zu Zendesk. Intercom rechnet wie Typewise je gelöstem Fall ab und ist damit der direkteste Vergleich. Für einen reinen Antwortbot auf der eigenen Website genügt Chatbase zu einem Bruchteil.

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

Aktuelle Tools

1.

Zapier

19.09.2026
2.

n8n

19.09.2026
3.

Canva

19.09.2026
4.

Jasper

19.09.2026
5.

Cursor

19.09.2026
6.

Notion

19.09.2026