
Midjourney erzeugt Bilder aus kurzen Texteingaben und hat sich dabei auf eine eigene, stark stilisierte Handschrift festgelegt. Gestalter, Werbeteams und Redaktionen holen sich damit Entwürfe, Stimmungsbilder und Motive, die in keiner Bilddatenbank liegen. Der Zugang läuft heute über midjourney.com, angemeldet wird sich mit einem Google- oder einem Discord-Konto; der Bot in Discord bleibt als zweiter Weg bestehen. Zwei Punkte entscheiden im Betrieb über den Einsatz: Ab einer Million Dollar Jahresumsatz verlangt der Anbieter für die Rechte an den Bildern einen höheren Tarif, und Eingaben wie Ergebnisse sind ohne Stealth-Modus öffentlich sichtbar. Beides steht unten als eigene Frage.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Eigene Bildhandschrift, die sich von Datenbankmaterial abhebt
- Stil über gespeicherte Referenzcodes und Moodboards festhaltbar
- Editor im Browser für Übermalen und Bildverlängerung
Nachteile
- Eingaben und Ergebnisse ohne Stealth-Modus öffentlich sichtbar
- Bildrechte für umsatzstarke Betriebe erst ab dem Pro-Tarif
- Oberfläche, Hilfe und Support ausschließlich auf Englisch
Funktionen
- Bild aus Text: Das Modell setzt eine Beschreibung in vier Vorschläge um, aus denen der Anwender weiterarbeitet. Seitenverhältnis und Stilstärke steuert er über Parameter.
- Stilreferenz: Ein gespeicherter Zahlencode überträgt Farbigkeit, Licht und Textur eines Bildes auf alle weiteren. Gefundene Codes sammelt der Style Explorer zum Wiederverwenden.
- Moodboard: Aus einer Sammlung eigener Bilder baut Midjourney ein Stilprofil, das der Anwender per Parameter an jede Eingabe hängt. Das bindet die Bildsprache an den Betrieb.
- Edit-Modell: Bis zu vier Referenzbilder halten Figuren und Gegenstände über mehrere Motive hinweg gleich. Es läuft nur unter den Modellversionen 8.1 und 8.2.
- Editor im Browser: Der Anwender radiert Bereiche weg, lässt sie neu füllen und zieht die Bildfläche über den ursprünglichen Rand hinaus.
- Bild zu Video: Aus einem erzeugten oder hochgeladenen Bild entstehen kurze Sequenzen. Die Videoerzeugung zieht deutlich mehr Rechenzeit als ein Standbild.
- Stealth-Modus: Er hält eigene Bilder und Eingaben aus der öffentlichen Übersicht heraus. Die unteren Pakete kennen ihn nicht, in offenen Discord-Kanälen greift er ohnehin nicht.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Midjourney verkürzt die Erstellung von hochwertigem Bildmaterial und kann Stockfotos, Fotoshootings oder externe Dienstleister in vielen Fällen ersetzen, was Prozesse insbesondere in Marketing und Kommunikation deutlich verschlankt. Der Effizienzgewinn wird aber dadurch begrenzt, dass für wirklich passende, fehlerarme Ergebnisse häufig mehrere Iterationen und teilweise Nachbearbeitung nötig sind.
Benutzerfreundlichkeit
Der Weg über Discord ist keine Pflicht mehr: Wer sich mit einem Google-Konto anmeldet, arbeitet vollständig auf der Website, und der Editor zum Übermalen, Austauschen und Erweitern liegt ohnehin nur dort. Das nimmt dem Einstieg die größte Hürde. Anspruchsvoll bleibt der Rest. Wer Farben, Licht und Bildaufbau steuern will, lernt Parameter, Referenzcodes und Moodboards, und bis ein Ergebnis zur Marke passt, vergehen mehrere Runden.
Kundensupport
Support läuft im Wesentlichen über eine englischsprachige Community und Discord, ohne klare deutschsprachige Strukturen oder SLAs. Für Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen kann das im Problemfall zäh werden. Zwar helfen große Community, Tutorials und Tools wie ein Prompt Helper beim Einstieg, aber der Support ist wenig formalisiert und eher auf kreative Nutzer als auf geschäftliche Anforderungen ausgerichtet.
Einsatzbereiche
Entwurfsphase: Agenturen und interne Kreativteams erzeugen binnen Minuten zwanzig Bildideen zu einem Briefing, statt Skizzen zu zeichnen. Diese Runde dient der Abstimmung, nicht der Produktion. Aus den Treffern entsteht ein Moodboard, das den Stil für alles Weitere festlegt.
Kampagnenmotive: Werbeabteilungen holen sich Motive jenseits der Bilddatenbanken. Midjourney liefert dafür eine erkennbare Handschrift. Vor der Veröffentlichung kontrolliert die Redaktion Hände, Schriftzüge und Markenzeichen, weil das Modell dort weiter Fehler macht.
Stilbindung: Wer eine Bildsprache über Monate halten will, speichert einen Referenzcode und hängt ihn an jede Eingabe. Das Modell überträgt Farben, Licht und Textur auf neue Motive. Ein Moodboard aus eigenen Aufnahmen bindet den Stil zusätzlich an den Betrieb.
Bildkorrektur: Der Editor übermalt Störendes, tauscht einzelne Bereiche aus und zieht den Rand auf ein anderes Seitenverhältnis. Das spart den Umweg in ein Bildbearbeitungsprogramm. Für feine Retusche reicht er nicht.
Bewegtbild: Aus einem fertigen Bild erzeugt Midjourney kurze Sequenzen für Anzeigen und Beiträge in sozialen Netzen. Die Clips taugen als Blickfang, nicht als Film. Jede Sequenz zieht Rechenzeit vom Kontingent ab.
Screenshots






Preis
Midjourney verkauft keine Bilder, sondern Rechenzeit. Jede Generierung zieht von einem Kontingent an Fast-Stunden ab, das sich zum Abrechnungstermin erneuert; Reste verfallen. Wer sein Kontingent leer hat, wartet im Relax-Modus oder kauft Stunden zu 4 $ nach. Der Anbieter weist nur in Dollar aus.
Tarife, Jahreszahlung in Klammern
- Basic: 10 $ (8 $), grob 9 Euro. 3,3 Fast-Stunden, kein Relax-Modus, drei gleichzeitige Aufträge.
- Standard: 30 $ (24 $), grob 26 Euro. 15 Fast-Stunden, danach unbegrenzt im Relax-Modus.
- Pro: 60 $ (48 $), grob 51 Euro. 30 Fast-Stunden, zwölf gleichzeitige Aufträge, Stealth-Modus.
- Mega: 120 $ (96 $), grob 102 Euro. 60 Fast-Stunden, sonst wie Pro.
Die Jahreszahlung nimmt 20 Prozent vom Betrag. Zwei Schwellen verschieben die Rechnung stärker als jede Stundenzahl: Betriebe über einer Million Dollar Jahresumsatz brauchen für die Bildrechte Pro oder Mega, und nur diese beiden Tarife halten Eingaben und Ergebnisse privat (Tarifvergleich und Nutzungsbedingungen, abgerufen am 19.09.2026; Euro-Beträge grob umgerechnet).
Unser Fazit
Keine andere Bild-KI hat eine so eigene Handschrift, und genau dafür holen wir Midjourney weiterhin heran: für Motive, die nach etwas aussehen und nicht nach Bilddatenbank. Der Preis dafür steht in den Nutzungsbedingungen. Betriebe über einer Million Dollar Jahresumsatz bekommen das Eigentum an ihren Bildern erst ab Pro, also ab 60 Dollar im Monat, und nur diese Stufe hält Eingaben und Ergebnisse privat. Unterhalb dieser Schwelle genügen 30 Dollar im Standard-Tarif, nur bleibt dort jede Eingabe öffentlich einsehbar. Wem die Herkunft des Trainingsmaterials wichtiger ist als die Bildsprache, greift besser zu Adobe Firefly. Redaktionen ohne Englisch im Haus kommen mit Oberfläche, Hilfe und Support nicht weit.
Häufige Fragen
Ja, mit einer Umsatzgrenze. Die Nutzungsbedingungen sprechen Abonnenten die Rechte an den erzeugten Bildern zu. Wer für ein Unternehmen mit mehr als einer Million Dollar Jahresumsatz arbeitet, braucht dafür den Pro- oder den Mega-Tarif (Nutzungsbedingungen, Fassung vom 27.05.2026).
Ja, standardmäßig sieht sie jeder. Die Nutzungsbedingungen halten fest, dass Inhalte öffentlich sichtbar und von anderen weiterverwendbar sind. Der Stealth-Modus nimmt eigene Bilder aus der öffentlichen Übersicht, der Anbieter bietet ihn nur in Pro und Mega an. In offenen Discord-Kanälen bleibt trotzdem alles sichtbar (Anbieterdoku, abgerufen am 19.09.2026).
Eine Freistellung davon nennt der Anbieter nicht. Nach den Nutzungsbedingungen räumen Abonnenten Midjourney eine dauerhafte, weltweite und unwiderrufliche Lizenz an den eingegebenen Inhalten ein, einschließlich abgeleiteter Werke. Eine tarifabhängige Ausnahme steht dort nicht (Fassung vom 27.05.2026).
Einen Auftragsverarbeitungsvertrag nennt der Anbieter nicht. Die Datenschutzerklärung beschreibt die Verarbeitung an den Standorten des Anbieters und weiteren Orten, ohne ein Land zu benennen. Für Übermittlungen aus dem EWR verweist sie auf die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission (Datenschutzerklärung, Fassung vom 03.09.2026).
Die Fast-Stunden begrenzen alles Weitere. Basic bringt 3,3 Stunden ohne Relax-Modus, Standard 15, Pro 30 und Mega 60 Stunden; Reste verfallen zum Abrechnungstermin. Wer mehr braucht, kauft Rechenzeit zu 4 $ je Stunde nach. Dazu begrenzt jeder Tarif die Zahl gleichzeitiger Aufträge (Tarifvergleich, abgerufen am 19.09.2026).
Einzeln herunterladen oder Datenexport beantragen. Die Kontoeinstellungen nehmen einen Exportantrag entgegen, einzelne Bilder gehen direkt aus der Übersicht herunter. Eine Kontolöschung wirkt nach sieben Tagen Widerrufsfrist und ist spätestens nach dreißig Tagen abgeschlossen (Anbieterdoku, abgerufen am 19.09.2026).
Teilweise, Englisch trifft die Vorgabe genauer. Oberfläche und Dokumentation liegen nur auf Englisch vor, deutschsprachigen Support bietet der Anbieter nicht. Für die Eingaben hilft eine Übersetzung, etwa mit DeepL.
Zwei, je nach Zweck. Adobe Firefly trainiert nach Anbieterangabe auf lizenziertem Material und liefert einen Muster-Auftragsverarbeitungsvertrag, was im Betrieb oft den Ausschlag gibt. Ideogram setzt Schriftzüge im Bild zuverlässiger. Die Bildhandschrift von Midjourney erreicht aber keines von beiden.





