Hostinger

Hostinger International Ltd. (Litauen)

Zwei Dinge stecken bei Hostinger unter einem Namen. Das eine ist klassisches Webhosting aus Litauen: geteilte Pakete, Cloud, eigene Server und betreutes WordPress, bedient über die hauseigene Oberfläche hPanel. Das andere ist eine Reihe von KI-Baukästen, die aus einer Beschreibung eine Website, ein Logo oder in Horizons sogar eine kleine Web-Anwendung erzeugen. Beides zielt auf Betriebe ohne eigene Technikabteilung. Wer selbst Hand anlegen will, bekommt Konsolenzugang, Datenbanken und eine Programmierschnittstelle dazu. Der Preis ist das Hauptargument des Anbieters, und genau dort steckt auch der Haken.

7,7/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
6/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Einstiegspreise, die im Markt kaum zu unterbieten sind
  • hPanel führt auch ohne Servererfahrung durch die Einrichtung
  • KI-Baukasten und Horizons decken Website und kleine Anwendung ab
  • Rund um die Uhr Hilfe im Chat, auch auf Deutsch
  • Anbieter mit Sitz in der EU, Rechenzentren auch in Europa

Nachteile

  • Verlängerung kostet das Drei- bis Vierfache des beworbenen Betrags
  • Der Werbepreis setzt 48 Monate Vorauszahlung voraus
  • Kein telefonischer Kontakt, Hilfe nur über Chat und E-Mail
  • Enge Ressourcengrenzen im Einstiegspaket
  • Aussage gegen KI-Training nur für den Assistenten, nicht für Websiteinhalte und Baukästen

Funktionen

  • hPanel als Verwaltung: Fasst Domains, Postfächer, Datenbanken, Dateien und Sicherungen in einer eigenen Oberfläche zusammen statt im verbreiteten cPanel.
  • WordPress mit LiteSpeed: Richtet WordPress in einem Schritt ein und hält es aktuell, mit Zwischenspeicher auf dem Server und automatischer Entfernung von Schadsoftware.
  • KI-Website-Baukasten: Erzeugt aus einer Beschreibung eine fertige Seite samt Text und Bildern und ändert sie danach im Zwiegespräch weiter.
  • Horizons: Baut aus einer Beschreibung kleine Web-Anwendungen wie Buchungsformulare oder Verzeichnisse und liefert Hosting und Datenbank gleich mit.
  • Kodee als Assistent: Beantwortet Fragen zur eigenen Umgebung direkt in der Verwaltung und führt einfache Einstellungen für den Nutzer aus.
  • Umzugsdienst: Holt bestehende Websites von anderen Anbietern und spielt sie ein; der Anbieter nennt für die Mehrzahl der Umzüge weniger als fünf Minuten.
  • Testumgebung: Legt eine Kopie der Seite an, nimmt Änderungen auf und spielt sie auf Knopfdruck zurück in den laufenden Betrieb.
  • Serverstandort zur Wahl: Legt bei der Einrichtung fest, aus welcher Region ausgeliefert wird; Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien stehen zur Auswahl.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Das hPanel, 1-Klick-Installer, automatische Updates und integrierte KI-Tools (z. B. Website-Builder) verkürzt viele Routineaufgaben bei Einrichtung und Wartung von Websites.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Hostinger ist in vielen Bereichen anfängerfreundlich, setzt bei anspruchsvolleren Konfigurationen aber durchaus Einarbeitung voraus. Insgesamt wirkt die Bedienung vergleichsweise zugänglich: Das hPanel ist klar strukturiert, Einrichtungsassistenten führen nachvollziehbar durch zentrale Basisschritte, und auch der Website-Baukasten lässt sich in vielen Szenarien ohne tiefere technische Vorkenntnisse sinnvoll nutzen.

Kundensupport

6/10

Der 24/7-Support reagiert im Chat meist sehr schnell und bietet gute deutschsprachige Hilfestellungen, was vor allem bei Routinefragen den Arbeitsalltag erleichtert. Da jedoch kein telefonischer Kontakt möglich ist und die Qualität bei komplexen technischen Fehlern schwankt, eignet sich der Service eher für kleinere Projekte ohne Bedarf an festen Service-Garantien.

Einsatzbereiche

Firmenwebsite betreiben: Ein Betrieb legt WordPress oder den hauseigenen Baukasten auf das Paket und pflegt Seiten, Bilder und Texte dort. Automatische Aktualisierungen, Zwischenspeicher und Schadsoftwareprüfung laufen mit. Für einen Auftritt mit überschaubarem Besucheraufkommen reicht das kleinste Paket.

Onlineshop hosten: Auf derselben Umgebung läuft ein Shop mit WooCommerce oder dem Baukasten, samt Artikeln, Beständen und Kasse. Die zugeteilten Ressourcen der oberen Stufe tragen auch Spitzen bei Aktionen. Wer Kundendaten verarbeitet, klärt vorab die Pflichten mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten.

Kleine Web-Anwendung bauen: Horizons erzeugt aus einer Beschreibung eine lauffähige Anwendung, etwa ein Buchungsformular oder ein einfaches Kundenverzeichnis, und stellt Hosting und Datenbank gleich mit. Für einen ersten Prototypen genügt das. Jeder Durchlauf zieht KI-Guthaben ab.

Postfächer an der eigenen Domain: Die Pakete bringen Postfächer zur Firmenadresse mit, eingerichtet im hPanel und verknüpfbar mit gängigen Mailprogrammen. Alle Nachrichten laufen über die Server des Anbieters. Ein einheitlicher Absender wirkt nach außen verbindlicher als eine Freemail-Adresse.

Umziehen und testen: Der Umzugsdienst holt bestehende Projekte von anderen Anbietern; die Testumgebung nimmt Änderungen auf, bevor sie live gehen. Beides läuft über das hPanel. Größere Umbauten prüft ein Betrieb damit, ohne die laufende Seite anzufassen.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Der beworbene Betrag gilt bei Hostinger nur für die erste Laufzeit, und die ist lang. Die Werbepreise setzen 48 Monate Vorauszahlung voraus; danach greift der reguläre Satz, und der liegt beim Drei- bis Vierfachen. Abgerechnet wird in Euro.

Webhosting und WordPress

  • Premium: 2,99 Euro im Monat, Verlängerung 9,99. 3 Websites, 20 GB, wöchentliche Sicherung.
  • Unlimited: 3,99 Euro, Verlängerung 16,99. Unbegrenzt Websites, 50 GB NVMe, tägliche Sicherung.
  • Cloud Startup: 7,99 Euro, Verlängerung 23,99. 100 GB NVMe, zugeteilte Ressourcen, Sicherung auf Abruf.

Eigene Server und KI-Baukasten

  • VPS KVM 1 bis KVM 8: 5,49 bis 21,99 Euro bei 24 Monaten, Verlängerung 11,99 bis 49,99.
  • Horizons: 0 Euro mit 5 KI-Guthaben, darüber 6,99 bis 39,99 Euro je nach Guthaben und Zahl der Projekte.

Was die Rechnung verschiebt, ist die Laufzeit, nicht die Stufe. Die Domain ist im ersten Jahr enthalten, danach nicht. Eine Testphase bietet Hostinger nicht, nach eigener Angabe aber 30 Tage Geld zurück (Webhosting, VPS und Horizons, abgerufen am 19.09.2026).

Unser Fazit

2,99 Euro im Monat stehen groß auf der Seite, 9,99 Euro kostet die Verlängerung, und dazwischen liegen 48 Monate Vorauszahlung. Diese Rechnung gehört vor jeder Buchung aufgemacht, bei Unlimited ebenso (3,99 gegen 16,99) wie bei Cloud Startup (7,99 gegen 23,99). Wer das einkalkuliert, bekommt viel für sein Geld: Das hPanel führt ohne Servererfahrung durch die Einrichtung, WordPress, Postfächer, Testumgebung und Umzugsdienst gehören dazu, die KI-Baukästen erzeugen Website, Logo und mit Horizons sogar eine kleine Web-Anwendung, und die Rechenzentren stehen unter anderem in Litauen, den Niederlanden und Zypern. Einen telefonischen Draht gibt es nicht. Bei All-Inkl steht der Verlängerungsbetrag von Anfang an daneben, dazu eine Telefonnummer. Für Betriebe, deren Umsatz am Onlineauftritt hängt, wiegt das mehr als der niedrige Einstiegsbetrag.

Häufige Fragen

Trainiert Hostinger mit meinen Inhalten oder Eingaben?

Für den Assistenten sagt der Anbieter Nein, für alles andere nichts. Eine Hilfeseite, zuletzt geändert am 12.08.2026, hält fest, dass Gespräche mit dem Hostinger Agent nicht zum Training von KI-Modellen verwendet werden. Für Websiteinhalte, den KI-Baukasten und Horizons fehlt eine solche Aussage: Datenschutzerklärung und Auftragsverarbeitungsvertrag schweigen dazu, letzterer nennt Anthropic Ireland als Unterauftragnehmer für KI-Dienste (Hilfeseite zum Umgang mit den Daten, abgerufen am 19.09.2026).

Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo liegen die Daten?

Vertrag automatisch, Daten überwiegend in Europa. Der Auftragsverarbeitungsvertrag hängt nach Anbieterangabe an den Nutzungsbedingungen und gilt mit deren Annahme, ohne gesonderte Unterschrift. Er bezieht die EU-Standardvertragsklauseln ein. Als Speicherorte nennt die Datenschutzerklärung Vereinigtes Königreich, Niederlande, Litauen und Zypern, daneben Server außerhalb des EWR (Fassung vom 10.07.2026).

Welche Nutzungsgrenzen gelten je Tarif?

Am Speicher und an der Zahl der Websites. Premium erlaubt 3 Websites mit 20 GB und wöchentlicher Sicherung, Unlimited hebt die Zahl auf und bietet 50 GB mit täglicher Sicherung, Cloud Startup 100 GB mit zugeteilten Ressourcen. Bei den KI-Baukästen zählt stattdessen das Guthaben, bei Horizons 5 Einheiten im Gratistarif und bis zu 200 darüber.

Wie komme ich beim Wechsel an meine Daten?

Über Dateiverwaltung, Datenbankabzug und Sicherungen. Die Dateien einer Seite und der Abzug der Datenbank gehören dem Kunden und lassen keinen Anbieter dazwischen; wer WordPress betreibt, nimmt die Installation eins zu eins mit. Enger wird es bei den hauseigenen Baukästen: Deren Seiten hängen an der Umgebung des Anbieters.

Warum ist die Verlängerung so viel teurer als der Einstieg?

Weil der Werbepreis nur die Erstlaufzeit betrifft. Hostinger weist die niedrigen Beträge für eine Vorauszahlung über 48 Monate aus und nennt daneben den regulären Satz: 9,99 Euro statt 2,99 bei Premium, 16,99 statt 3,99 bei Unlimited, 23,99 statt 7,99 bei Cloud Startup. Wer die Gesamtkosten rechnet, rechnet mit dem zweiten Betrag (Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).

Kann ich Hostinger telefonisch erreichen?

Nein, Hostinger bietet keine Telefonnummer an. Die Kontaktseite führt den Chat mit dem Team, E-Mail für die Wiederherstellung von Konten und den KI-Assistenten Kodee für sofortige Antworten. Der Anbieter gibt an, jederzeit erreichbar zu sein, und antwortet auch auf Deutsch. Für Betriebe, die im Störungsfall jemanden ans Telefon bekommen wollen, ist das der wunde Punkt.

Was kann Horizons, und wo endet es?

Es baut kleine Web-Anwendungen aus einer Beschreibung. Hostinger nennt Shops, Buchungssysteme, Kundenverzeichnisse, einfache Abo-Produkte und Chatbots als Beispiele und legt Hosting, Datenbank und Anmeldung selbst an. Jeder Durchlauf verbraucht KI-Guthaben, der Gratistarif hat fünf davon. Einen Editor für den erzeugten Code führt der Anbieter erst in der obersten Stufe.

Welche Alternativen kommen infrage?

Drei Anbieter, von Eigenleistung bis Rundumbetreuung. Hetzner Online hält den Preis niedrig und liefert aus Deutschland und Finnland, verlangt dafür mehr Eigenleistung. Raidboxes nimmt WordPress-Betrieben die Pflege ab und kostet deutlich mehr. All-Inkl passt für Betriebe, die einen deutschsprachigen Vertragspartner mit Telefonkontakt wollen.

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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