
Zoom AI Companion sitzt nicht neben Zoom, sondern darin. Der Assistent schreibt Besprechungen mit, zieht Aufgaben aus dem Gesprächsverlauf und formuliert Antworten in Chat und E-Mail vor. Gedacht ist er für Betriebe, die Zoom ohnehin als Besprechungssoftware einsetzen und keine zweite Anwendung einführen wollen. Der Unterschied zu eigenständigen Protokollwerkzeugen liegt in der Abrechnung: Die KI steckt nach Anbieterangabe in den bezahlten Zoom-Tarifen, ein eigener Vertrag entfällt. Seit Juni 2026 trennt Zoom allerdings zwischen diesen enthaltenen Funktionen und dem Zusatzprodukt ZoomMate, das die selbständig arbeitenden Agenten übernimmt.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- KI-Funktionen in den bezahlten Zoom-Tarifen enthalten, kein zweiter Vertrag
- Kein Training der KI-Modelle mit Gesprächsinhalten (Anbieterangabe)
- Deutsche Zusammenfassungen und deutschsprachiges Hilfecenter
- Eigenes Datencluster in Europa für Konten auf europäischer Infrastruktur
Nachteile
- Selbständig arbeitende Agenten nur im Zusatzprodukt ZoomMate
- ZoomMate startete auf Englisch und zunächst in Nordamerika
- Ohne Zoom als Besprechungssoftware kein Nutzen
- Kein dokumentierter Sammelexport der KI-Inhalte für den Anbieterwechsel
Funktionen
- Zusammenfassung ohne Aufzeichnung: Der Assistent protokolliert eine Besprechung, auch wenn niemand aufzeichnet, und teilt den Verlauf in Kapitel und Tagesordnungspunkte.
- Aufgaben aus dem Gespräch: Die KI erkennt Zusagen und nächste Schritte, legt sie in Zoom Tasks an und ordnet sie den genannten Personen zu.
- Rückfrage in der Seitenleiste: Während der laufenden Konferenz beantwortet der Assistent Fragen zum bisherigen Verlauf, ohne dass die anderen Teilnehmer davon etwas sehen.
- Textentwürfe in Chat und Mail: Aus Stichworten entstehen Antworten samt Betreffzeile, mit einstellbarem Ton und einstellbarer Länge.
- Deutsche Zusammenfassungen: Zoom fasst mehrsprachige Runden in der Sprache der Mehrheit zusammen, bei Gleichstand in der Sprache des Gastgebers.
- Grenzen im Meeting: In Breakout-Räumen arbeitet die Zusammenfassung nicht, und Teilnehmer erhalten sie nur, wenn sie während des Termins angemeldet sind.
- Auswertung im Kundenservice: Im Contact Center fasst die KI Kundengespräche zusammen, misst Stimmung und Sprechkennzahlen und leitet Folgeaufgaben ab.
- Agenten und Suche: Die Suche über Meetings, Chats und angebundene Speicher sowie selbständig arbeitende Agenten gehören zu ZoomMate und nicht zum Grundumfang der Zoom-Tarife.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Der Assistent nimmt vor allem die Nachbereitung ab: Protokoll, Aufgabenliste und Zuordnung entstehen ohne Zutun, und zwar auch auf Deutsch. Wer Zoom ohnehin nutzt, spart sich ein zweites Werkzeug. Die Ergebnisse brauchen wie bei allen Protokoll-KIs eine Nachkontrolle, und in Breakout-Räumen arbeitet die Zusammenfassung gar nicht.
Benutzerfreundlichkeit
Der Assistent sitzt in der Anwendung, die das Team schon kennt. Es gibt nichts zu installieren, die Freischaltung kostet den Administrator wenige Klicks. Punktabzug gibt es für die Einrichtung der Rechte und Aufbewahrungsfristen, die einmalig Arbeit macht, und dafür, dass nur Gastgeber die Zusammenfassung steuern.
Kundensupport
Zoom betreibt ein deutschsprachiges Hilfecenter mit ausführlichen Anleitungen, dazu je nach Tarif Erreichbarkeit rund um die Uhr. Kleine Kunden bleiben allerdings weitgehend auf Selbsthilfe verwiesen, und die Antwortwege hängen stark am gebuchten Tarif.
Einsatzbereiche
Protokoll ohne Mitschreiber: Der Assistent fasst eine Besprechung am Ende zusammen und schickt das Ergebnis an die angemeldeten Teilnehmer. Eine Aufzeichnung braucht er dafür nicht. Starten und stoppen dürfen die Zusammenfassung nur Gastgeber und Co-Gastgeber, was die Kontrolle an einer Stelle hält.
Anschluss nach dem Termin: Aus dem Gespräch zieht die KI Zusagen und nächste Schritte und legt sie in Zoom Tasks ab. Die Zuordnung zu den genannten Personen übernimmt sie mit. Die Projektleitung prüft vor dem Versand, ob die Zuordnung stimmt.
Späte Ankunft: Wer sich verspätet einwählt, fragt den Assistenten in der Seitenleiste nach dem bisherigen Verlauf. Die Antwort sehen die übrigen Teilnehmer nicht. Das Gespräch läuft weiter, niemand muss unterbrechen.
Schriftverkehr: In Zoom Team Chat und Zoom Mail entwirft die KI Antworten aus wenigen Stichworten und stellt Ton und Länge ein. Lange Verläufe verdichtet sie auf die Kernaussagen. Der Entwurf geht erst nach Durchsicht hinaus.
Ideensammlung: Auf dem digitalen Whiteboard schlägt der Assistent erste Gliederungen vor und sortiert lose Notizen in Gruppen. Das Team startet damit nicht vor einer leeren Fläche. Bewertet und verworfen wird danach von Hand.
Screenshots


Preis
Zoom verkauft die KI nicht einzeln. Wer einen bezahlten Zoom-Tarif hat, bekommt Zusammenfassung, Aufgabenerkennung und Textvorschläge nach Anbieterangabe ohne Aufpreis dazu. Der Hebel ist damit die Zoom-Lizenz selbst, und über die entscheidet die Teilnehmerzahl, nicht der Assistent.
- Basic: 0 Euro. Besprechungen bis 40 Minuten, KI nur in Häppchen: drei Zusammenfassungen und 20 Abfragen im Monat (Anbieterangabe).
- Pro: 149,90 Euro je Nutzer und Jahr, also 12,49 im Monat, 15,99 bei Monatszahlung. Ein bis 99 Lizenzen, 100 Teilnehmer, KI ohne Mengengrenze.
- Business: 209,90 Euro je Nutzer und Jahr, 17,49 im Monat, 20,99 bei Monatszahlung. Ab zehn Lizenzen, 300 Teilnehmer.
- Enterprise: auf Anfrage, ab 250 Lizenzen, bis 1.000 Teilnehmer.
- ZoomMate: ab 20 US-Dollar je Nutzer und Monat (rund 18 Euro), Monatsguthaben von 2.200 KI-Credits. Seit 1. Juni 2026 Nachfolger des abgeschalteten Custom AI Companion.
Den Aufpreis auf Business zahlt die Teilnehmerzahl, nicht der Assistent: Pro und Business bekommen dieselbe KI. Wer Agenten will, die Aufträge selbst abarbeiten, bucht ZoomMate zusätzlich, vorerst auf Englisch und zunächst in Nordamerika. (Eurobeträge aus zwei Händlerquellen, software-express.de und giga.de, weil Zoom seine Tariftabelle erst im Browser aufbaut; übrige Angaben von zoom.com, abgerufen am 19.09.2026)
Unser Fazit
Wer Zoom ohnehin für Besprechungen bezahlt, hat den Assistenten längst gekauft: Zusammenfassung, Aufgabenerkennung und Textvorschläge stecken nach Anbieterangabe in jedem bezahlten Tarif, ein zweiter Vertrag entfällt. Das ist der ganze Reiz, und er trägt. Ab Pro, also 12,49 Euro je Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, laufen die KI-Funktionen ohne Mengengrenze; der Aufpreis auf Business bezahlt mehr Teilnehmer, nicht mehr KI. Unbrauchbar wird die Rechnung, sobald jemand selbständig arbeitende Agenten erwartet: Die liegen seit Juni 2026 im Zusatzprodukt ZoomMate, ab 20 US-Dollar je Nutzer und Monat, vorerst englisch und zunächst in Nordamerika. In Microsoft Teams leistet Microsoft Copilot dasselbe nach derselben Logik. Für uns endet der Nutzen dort, wo Zoom nicht die Hausanwendung ist.
Häufige Fragen
Nein, das schließt der Anbieter ausdrücklich aus. Zoom erklärt, keine Audio-, Video-, Chat-, Bildschirmfreigabe- oder vergleichbaren Kundeninhalte zum Training eigener oder fremder KI-Modelle zu verwenden. Die Aussage nennt keine Ausnahme für einzelne Tarife und stand am 19.09.2026 unverändert auf der Seite zu den Verarbeitungsoptionen (zoom.com, Beitrag vom 16.10.2025).
Für europäische Konten ja, auf einem eigenen Datencluster (Anbieterangabe). Zoom nennt ZM+ als voreingestellte KI-Variante für Konten auf europäischer Infrastruktur. Welche Variante ein einzelnes Konto nutzt, sagt der Anbieter erst auf Nachfrage beim Support. Den Auftragsverarbeitungsvertrag führt Zoom im Vertragswerk; eine frei abrufbare Fassung stand am 19.09.2026 nicht auf den Produktseiten.
Gedeckelt ist allein der Gratistarif. Basic erlaubt nach Anbieterangabe drei Meeting-Zusammenfassungen und 20 KI-Abfragen im Monat. Ab Pro nennt Zoom für Notizen und Zusammenfassungen keine Mengengrenze mehr. Die harten Grenzen setzen dort Teilnehmerzahl und Besprechungsdauer. In Breakout-Räumen bleibt die Zusammenfassung ganz aus (support.zoom.com, Stand 06.05.2026).
Nur einzeln, über das Zoom-Konto. Zusammenfassungen liegen im Konto, Gastgeber laden sie herunter oder leiten sie per E-Mail weiter. Einen gesammelten Export aller KI-Inhalte für einen Wechsel beschreibt Zoom auf den öffentlichen Hilfeseiten nicht (geprüft am 19.09.2026). Wer darauf angewiesen ist, klärt den Punkt vor Vertragsschluss.
Zoom hat ihn am 1. Juni 2026 abgeschaltet. An seine Stelle trat ZoomMate, ein eigenständig buchbares Produkt für Suche, Rechercheaufträge und selbständig arbeitende Agenten. Die enthaltenen Funktionen wie Zusammenfassung und Textentwurf blieben in den Zoom-Tarifen. ZoomMate startete für Online- und Direktkunden auf Englisch (nojitter.com, abgerufen am 19.09.2026).
Ja, Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen. Bei mehrsprachigen Runden fasst Zoom in der Sprache der Mehrheit zusammen; ohne Mehrheit entscheidet die Sprache des Gastgebers. Voraussetzung sind ein Tarif ab Pro und eine aktuelle Programmversion. Automatisch bekommen die Zusammenfassung nur Teilnehmer, die während des Termins angemeldet waren (Zoom-Hilfecenter, Stand 06.05.2026).
Über Freigaben je Nutzer und je Gruppe. Die Verwaltung schaltet einzelne KI-Funktionen frei oder sperrt sie, getrennt nach Abteilung. So bleibt steuerbar, in welchen Bereichen überhaupt protokolliert wird. Zusammen mit den Aufbewahrungsfristen ist das der Hebel, an dem der Datenschutz eines Zoom-Kontos hängt.
Dann lohnt ein Werkzeug ohne feste Konferenzsoftware. Fireflies.ai klinkt sich in mehrere Konferenzsysteme ein, Bliro kommt ohne sichtbaren Bot aus und speichert nach Anbieterangabe keine Tondateien. Wer ohnehin Microsoft 365 betreibt, findet dieselbe Logik bei Microsoft Copilot.



