
HeyGen ist eine KI-Videoplattform, mit der Unternehmen Videos mit digitalen Avataren aus Textskripten erstellen. Nutzer wählen Avatar und Stimme, lassen Inhalte in viele Sprachen ausgeben und nutzen automatische Lippensynchronisation sowie Vorlagen für typische Business-Formate wie Marketing, Sales, Trainings oder Onboarding. Die Software läuft webbasiert und zielt auf schnelle Produktion ohne klassische Videobearbeitung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Avatare wirken überzeugend, auch in Nahaufnahme
- Übersetzung mit angepasster Lippenbewegung
- Einwilligung realer Personen wird technisch erzwungen
Nachteile
- Verarbeitung ausschließlich in den USA
- Abrechnung in Punkten, Verbrauch schwer planbar
- Deutsche Stimmen klingen gleichförmig
Funktionen
- Avatar aus Textskript sprechen lassen: Ein Text wird automatisch zu einem Video mit sprechendem Avatar, ohne Kamera oder Aufnahmeset.
- Über 500 fertige Avatare oder digitaler Zwilling: Aus einer Bibliothek wählen oder mit eigenem Foto einen persönlichen Avatar samt Einwilligungsprüfung erstellen.
- Stimme klonen und vorlesen lassen: Über 300 Stimmen in mehr als 170 Sprachen und Dialekten, dazu lässt sich die eigene Stimme für durchgehende Erzählungen klonen.
- Vorhandene Videos übersetzen: Der Ton wechselt die Sprache, die Lippenbewegung des Avatars passt sich automatisch an die neue Tonspur an.
- Über 400 Vorlagen für Geschäftsformate: Fertige Ausgangspunkte für Werbung, Produktvorführungen, Schulungen und Einarbeitungsvideos.
- Hintergrund, Musik und Markenbild anpassen: Eigene Elemente ersetzen die Vorlagenbestandteile, ohne klassischen Videoschnitt.
- PowerPoint und Produktseiten in Video verwandeln: Präsentationen oder Amazon-Produktseiten lassen sich automatisch in ein Video umwandeln.
- Grenzen bei deutschen Stimmen: Deutschsprachige Stimmen klingen im Vergleich zu anderen Sprachen oft gleichförmig.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Durch den Wegfall physischer Dreharbeiten und die intuitive Text-zu-Video-Erstellung verkürzt sich die Produktionszeit erheblich, während Funktionen wie die automatisierte Übersetzung enorme Effizienzgewinne bieten. Punktabzug gibt es vor allem, weil bei sehr intensivem Einsatz die nutzungsbasierten Kosten deutlich ansteigen können.
Benutzerfreundlichkeit
Browserbasiert, klar strukturiert und mit Drag-and-Drop sowie Vorlagen ausgestattet: Damit ermöglicht HeyGen auch ohne Video- oder IT-Vorkenntnisse in wenigen Minuten fertige Videos. Etwas anspruchsvoller wird es nur bei fortgeschrittenen Integrationen (SSO, API, Workflows) und beim Feintuning von Brand-Elementen.
Kundensupport
Nutzer berichten von zügigen Updates als auch von langen Wartezeiten. Zudem fehlt meist eine feste deutschsprachige Ansprechperson, da der Support primär auf Englisch und US-Zeitzonen ausgerichtet ist. Ein Live Chat Support wird ab dem Creator Tarif angeboten.
Einsatzbereiche
- Schulung: Aus vorhandenen Unterlagen entstehen vertonte Videos mit einem Moderator, ohne Kamera und ohne Studio. Bei wiederkehrenden Unterweisungen spart das jedes Jahr eine Produktionsrunde. Ändert sich der Inhalt, ändert man den Text und erzeugt neu.
- Marketing: Kurze Erklärvideos zu neuen Angeboten entstehen rein aus dem Skript, wahlweise in mehreren Sprachen. Das senkt die Hürde für internationale Ansprache deutlich. Die Freigabe bleibt beim Team.
- Interne Kommunikation: Ankündigungen und Quartalszahlen lassen sich als kurze Videobotschaft aufbereiten, auf Wunsch mit dem nachgebildeten Avatar einer Führungskraft. Bei vertraulichen Zahlen ist zu bedenken, dass die Verarbeitung in den USA stattfindet.
- Einarbeitung: Aus schriftlichen Leitfäden werden Begrüßungsvideos, die sich je Abteilung durch reines Textbearbeiten anpassen lassen. Neue Mitarbeiter bekommen so überall dieselbe Einführung.
Screenshots




Preis
Seit 2026 rechnet HeyGen in Guthabenpunkten statt in Minuten, und daran hängt die Kalkulation: Wie weit ein Guthaben reicht, entscheidet die gewählte Avatartechnik, von wenigen Punkten je Minute bei der einfachen Variante bis zu mehreren Dutzend bei den aufwendigen. Beträge in US-Dollar.
- Free: 0 US-Dollar. Ein bis drei Videos im Monat, höchstens eine Minute, 720p, nach den Nutzungsbedingungen ohne gewerbliche Verwendung.
- Creator: 24 US-Dollar bei Jahreszahlung, 29 bei monatlicher. 600 Punkte, Videos bis 30 Minuten.
- Pro: rund 39 US-Dollar, 49 bei Monatszahlung. 1.000 Punkte.
- Business: 149 US-Dollar im Monat. 1.500 Punkte, Videos bis 60 Minuten, jeder weitere Platz 20 US-Dollar.
- Enterprise: auf Anfrage.
Wer die besten Avatare nutzt, verbraucht 600 Punkte in wenigen Videos. Die kostenlose Version taugt damit nur zum Ausprobieren, für jede Firmenanwendung ist mindestens der Creator-Tarif nötig (Anbieterangaben, Stand September 2026).
Unser Fazit
HeyGen löst ein Problem, das viele Betriebe haben: Videos brauchen eine Person vor der Kamera, und die hat keine Zeit. Hier entsteht das Video aus dem Skript, mit einem Avatar, der überzeugender wirkt als alles, was es vor zwei Jahren gab. Für Schulungen, Erklärvideos und mehrsprachige Ankündigungen ist das ein echter Gewinn.
Besonders gut gelöst finden wir die Einwilligung: Wer einen Avatar nach einer echten Person erstellen will, muss ein Einwilligungsvideo mit vorgegebenem Text einreichen. Der Anbieter erzwingt damit genau das, was rechtlich ohnehin nötig ist, und das unterscheidet ihn von manchem Mitbewerber.
Zwei Punkte sprechen dagegen. Die Verarbeitung findet nach Anbieterangabe ausschließlich in den USA statt, eine Datenhaltung in der EU gibt es nicht. Für Videos mit Mitarbeitergesichtern ist das eine Frage für die Rechtsabteilung, kein Detail. Und seit der Umstellung auf Guthabenpunkte ist der Verbrauch schwer planbar, weil die aufwendigen Avatare ein Vielfaches kosten. Wer das nicht vorher durchrechnet, steht Mitte des Monats ohne Guthaben da.
Häufige Fragen
Free 0 US-Dollar, Creator 29 US-Dollar im Monat oder 24 bei Jahreszahlung, Pro 49 beziehungsweise rund 39, Business 149 US-Dollar plus 20 US-Dollar je zusätzlichem Platz. Enterprise kommt auf Anfrage. (Anbieterangaben, Stand September 2026)
Seit 2026 in Guthabenpunkten statt in Minuten: 600 Punkte im Monat bei Creator, 1.000 bei Pro, 1.500 bei Business. Der Verbrauch hängt an der gewählten Avatartechnik und reicht von wenigen Punkten je Minute bis zu mehreren Dutzend. Wer die aufwendigen Avatare nutzt, verbraucht das Guthaben um ein Vielfaches schneller.
Eine Minute im kostenlosen Tarif, 30 Minuten bei Creator und Pro, 60 Minuten bei Business, unbegrenzt bei Enterprise. Für eine Schulungseinheit reicht das, für einen ganzen Kurs braucht es mehrere Videos.
Ein bis drei Videos im Monat mit höchstens einer Minute und 720p. Wichtig: Die Ergebnisse dürfen nach den Nutzungsbedingungen nicht gewerblich verwendet werden. Für eine Firmenanwendung ist also mindestens der Creator-Tarif nötig. (Anbieterangabe, Stand September 2026)
Nur mit ausdrücklicher Einwilligung dieser Person, und der Anbieter setzt das technisch durch: Für jeden Avatar nach einer echten Person verlangt er ein Einwilligungsvideo, in dem die Person einen vorgegebenen Text vorliest. Für Dritte lässt sich das über einen Verweis aus der Ferne erledigen. Das Hochladen fremder Aufnahmen ohne Einwilligung ist untersagt. (Anbieterangaben, Stand September 2026)
In den Bezahltarifen nach Anbieterangabe dem Nutzer, einschließlich der selbst erstellten Avatare und der gewerblichen Verwendung. Im kostenlosen Tarif gilt nur eine eingeschränkte, nicht gewerbliche Lizenz. (Anbieterangabe, Stand September 2026)
In den Unternehmenstarifen nach Anbieterangabe nicht. In allen übrigen Tarifen ist ein Widerspruch nötig, der per E-Mail an den Anbieter geht. Gleichzeitig räumen die Nutzungsbedingungen dem Anbieter die Verwendung für Forschung und Entwicklung eigener Modelle ein. Wer Mitarbeitergesichter hochlädt, sollte das kennen.
Nach Anbieterangabe ausschließlich in den USA. Eine Datenhaltung in der EU bietet HeyGen nicht an. Der Anbieter nennt eine Zertifizierung nach SOC 2, einen Auftragsverarbeitungsvertrag, Standardvertragsklauseln und einen Datenschutzbeauftragten in Europa. (Anbieterangaben, Stand September 2026)
Brauchbar, aber nicht auf dem Niveau spezialisierter Sprachwerkzeuge. Betonung und Sprechmelodie wirken im Deutschen stärker gleichförmig als im Englischen. Bei langen Texten fällt das auf, bei kurzen Clips kaum.
Ja, der Anbieter verlangt das in seinen Nutzungsbedingungen bei der Verbreitung. Unabhängig davon ist eine Kennzeichnung bei Avataren realer Personen auch aus eigenem Interesse sinnvoll, weil eine nicht gekennzeichnete Nachbildung schnell als Täuschung wirkt.
Fertige Videos lädt man als Datei herunter und behandelt sie danach wie jede andere Aufnahme. Selbst erstellte Avatare und Stimmen bleiben an die Plattform gebunden. Wer wechselt, exportiert die Videos und plant die Avatare im neuen System neu.
Synthesia ist der direkte Mitbewerber und bietet eine Datenhaltung in der EU, Colossyan zielt auf Schulungsvideos, ElevenLabs deckt die Sprachausgabe ab, wenn kein Avatar nötig ist. HeyGen gewinnt bei Avatarqualität und Übersetzung. Einen Vergleich bietet unser Beitrag zu den besten KI-Tools für Erklärvideos.






