
Elephant richtet sich an Belegschaften ohne Schreibtisch: Fertigung, Service, Außendienst. Die Berliner Elephant Technologies GmbH wandelt Arbeitsanweisungen, Handbücher und Präsentationen über einen KI-Kursbauer in kurze Lerneinheiten um, die auf dem Telefon laufen; ein Assistent beantwortet Fragen am Einsatzort und stützt sich dabei allein auf freigegebene Dokumente. Bedienoberfläche, Produkt und Betreuung führt der Anbieter auf Deutsch, Entwicklung und Betrieb gibt er in Deutschland an. Der Zuschnitt ist die eigentliche Hürde. Das kleinste Paket rechnet mit fünfzig Nutzern, darunter bietet Elephant nichts an.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Aus vorhandenen Dokumenten entsteht eine Lerneinheit in Minuten
- Der Assistent antwortet ausschließlich aus freigegebenen Unternehmensunterlagen
- Bedienoberfläche, Produkt und Betreuung auf Deutsch
- Der Anbieter gibt Entwicklung und Betrieb in Deutschland an, geprüft nach ISO 27001 durch den TÜV Süd
- Preise stehen öffentlich auf der Anbieterseite, samt Paketgrößen
Nachteile
- Das kleinste Paket beginnt bei fünfzig Nutzern, Kleinbetriebe fallen heraus
- Zum Training von KI-Modellen mit Kundeninhalten äußert sich der Anbieter öffentlich nicht
- Preisseite und Seite zu den Schnittstellen widersprechen sich, welcher Tarif die Anmeldung über das Firmenkonto enthält
- Junges Unternehmen, das selbst gut ein Dutzend Kunden im deutschsprachigen Raum nennt
Funktionen
- KI-Kursbauer: Aus PDF, Arbeitsanweisung oder Präsentation entsteht in Minuten eine Lerneinheit samt Kontrollfragen, die eine Fachkraft vor der Freigabe prüft.
- Assistent auf eigenen Quellen: Antworten zieht der Assistent allein aus den freigegebenen Unternehmensunterlagen; fehlt die Angabe dort, bleibt die Antwort aus.
- Field App: Die Anwendung für iOS und Android bringt Einheiten und Nachschlagewissen auf das Telefon; vorgeladene Inhalte laufen auch ohne Empfang.
- Übersetzung im Bestand: Eine einmal angelegte Einheit erscheint nach Anbieterangabe in über hundert Sprachen, ohne dass jemand sie neu aufbaut.
- Lernstand im Blick: Die Verwaltung zeigt je Team und Person, welche Einheit offen ist und welche abgeschlossen, und stellt Zertifikate aus.
- Anschluss an vorhandene Systeme: Inhalte und Personaldaten kommen aus SharePoint, Confluence, Personio, Workday oder SAP SuccessFactors herein.
- Ausgabe nach SCORM: Fertige Einheiten verlassen die Plattform als SCORM- oder xAPI-Paket und laufen in einer fremden Lernumgebung weiter.
- Live-Termine und Umfragen: Neben dem Selbstlernen plant die Plattform Termine mit Ausbildern und fragt Rückmeldungen der Belegschaft ab.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Der Kern des Nutzens liegt im Kursbauer: Aus einem vorhandenen Handbuch entsteht eine Lerneinheit samt Kontrollfragen, statt dass jemand Folien baut. Dazu kommen Übersetzung in über hundert Sprachen ohne Neuaufbau, ein Assistent, der nur aus freigegebenen Unterlagen antwortet, und eine Übersicht über den Lernstand je Team. Gegen die Höchstnote steht, dass jede erzeugte Einheit vor der Freigabe fachlich geprüft werden muss.
Benutzerfreundlichkeit
Inhalte anlegen gelingt ohne Vorkenntnisse, und die Anwendung auf dem Telefon verlangt der Belegschaft wenig ab, weil sie ohne Firmenpostfach und ohne Schulung auskommt. Abzüge gibt es an anderer Stelle: Der Anbieter widerspricht sich zwischen Preisseite und Schnittstellenseite, welcher Tarif Anmeldung über das Firmenkonto und Personaldaten-Abgleich enthält, und wie die eingesetzten Sprachmodelle arbeiten, beschreibt er öffentlich nicht.
Kundensupport
Betreuung und Produkt kommen nach Anbieterangabe aus Deutschland und auf Deutsch, mit enger Begleitung in der Einführungsphase. Telefonische Betreuung, einen festen Ansprechpartner und zugesagte Reaktionszeiten führt die Preisseite allerdings erst im obersten Tarif. Eine öffentlich zugängliche deutschsprachige Hilfesammlung fehlt, Fragen laufen über den Kontakt zum Anbieter.
Einsatzbereiche
Einarbeitung: Neue Kräfte im Schichtbetrieb bekommen die ersten Handgriffe als kurze Einheiten auf das Telefon. Erfahrene Kollegen erklären dadurch seltener dasselbe zum dritten Mal. Fachliche Freigabe der KI-erzeugten Inhalte bleibt vorher Pflicht.
Qualitätssicherung: Aus Arbeitsanweisungen und Sicherheitsvorgaben entstehen prüfbare Lerneinheiten. Die Verwaltung sieht, wer welche Einheit abgeschlossen hat, und stellt Zertifikate aus. In Fertigung und Logistik ersetzt das die Unterschriftenliste am schwarzen Brett.
Wissen am Einsatzort: Der Assistent beantwortet Fragen zu Störungen und seltenen Handgriffen und zieht die Antwort ausschließlich aus den hinterlegten Unterlagen. Techniker suchen nicht mehr im Ordner. Fehlt eine Quelle, bleibt die Antwort aus, statt erfunden zu werden.
Prozessänderung: Eine neue Maschine oder ein geänderter Ablauf geht als kurze Einheit an genau die betroffenen Teams. Die Übersicht zeigt anschließend, wer sie geöffnet und abgeschlossen hat. Präsenztermine entfallen damit für die kleinen Änderungen.
Mehrsprachige Belegschaft: Einmal angelegte Inhalte erscheinen nach Anbieterangabe in über hundert Sprachen, ohne dass jemand den Kurs neu baut. Das trifft Betriebe mit Werkverträgen und Leiharbeit. Die Übersetzung bleibt maschinell und gehört bei Sicherheitsthemen geprüft.
Screenshots






Preis
Elephant verkauft Nutzerpakete statt Einzelplätze und weist die Beträge in Euro aus. Wer zwanzig Leute schulen will, zahlt trotzdem für fünfzig. Umgerechnet liegt der Kopfpreis in beiden Paketstufen bei knapp dreizehn Euro im Monat; die Paketstufen unterscheiden sich also über den Funktionsumfang, nicht über den Preis je Kopf.
- Team: 640 Euro im Monat für 50 Nutzer. Lernverwaltung, KI-Kursbauer, Übersetzungen, Nutzerverwaltung, Zertifikate.
- Pro: 1.300 Euro im Monat für 100 Nutzer. Dazu eigenes Erscheinungsbild, eigener App-Eintrag, Wiki, KI-Assistent, Anmeldung über das Firmenkonto und Schnittstelle.
- Enterprise: ab 4.000 Euro im Monat. Zuschnitt nach Bedarf, telefonische Betreuung, fester Ansprechpartner, zugesagte Reaktionszeiten.
- KI-Kursbauer einzeln: 1.800 Euro im Jahr samt einem Zugang zum Anlegen von Inhalten, jeder weitere 540 Euro im Jahr.
- Content Hub einzeln: 5.000 Euro im Jahr für die fertige Kursbibliothek samt Ausgabe nach SCORM.
Die Nutzerzahl allein sagt wenig über den Betrag. Der KI-Assistent steckt erst in Pro, was auch einen Betrieb mit dreißig Leuten in die größere Stufe zwingt. Vierzehn Tage Test nennt der Anbieter kostenlos (Preisseite des Anbieters, abgerufen am 19.09.2026).
Unser Fazit
Wer eine Belegschaft ohne Schreibtisch schulen muss, in Fertigung, Service oder Außendienst, bekommt bei Elephant das passende Format: kurze Einheiten auf dem Telefon, erzeugt aus vorhandenen Arbeitsanweisungen und Handbüchern, dazu ein Assistent, der ausschließlich aus freigegebenen Unterlagen antwortet. Fehlt die Angabe dort, bleibt die Antwort aus. Für Betriebe mit vielen Herkunftssprachen ist die Übersetzung im Bestand der eigentliche Kaufgrund. Deutsche Oberfläche, deutschsprachige Betreuung und ein Betrieb in Deutschland nach Anbieterangabe kommen dazu, geprüft nach ISO 27001 durch den TÜV Süd. Der Zuschnitt schließt dafür alles Kleine aus: Das kleinste Paket rechnet mit fünfzig Nutzern und kostet 640 Euro im Monat, der KI-Assistent steckt erst in der Stufe für hundert. Was uns fehlt, ist eine öffentliche Aussage zum Training mit Kundeninhalten. Steht bereits eine eigene Lernplattform im Haus, passt iSpring Suite für selbst gebaute Kurse besser.
Häufige Fragen
Dazu macht der Anbieter keine öffentliche Angabe. Weder die Datenschutzerklärung noch die Produktseiten sagen, ob hochgeladene Dokumente, Fragen an den Assistenten oder erzeugte Einheiten in das Training der eingesetzten Modelle fließen; auch welche Sprachmodelle im Hintergrund arbeiten, nennt Elephant nicht. Wer darauf angewiesen ist, klärt den Punkt vor Vertragsschluss und lässt ihn in den Auftragsverarbeitungsvertrag schreiben (geprüft am 19.09.2026).
Vertrag ja, Betrieb nach Anbieterangabe in Deutschland. Elephant weist einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 aus und nennt eine Prüfung nach ISO 27001 durch den TÜV Süd. Die Produktseite schreibt, die Daten verließen die Europäische Union nie. Die Datenschutzerklärung führt für die Internetseite daneben Dienste mit Verarbeitung in den USA auf, abgesichert über Standardvertragsklauseln (abgerufen am 19.09.2026).
Die Nutzerzahl und der Funktionsumfang. Team deckt 50 Nutzer ab und bringt Lernverwaltung, Kursbauer und Übersetzungen mit; Pro deckt 100 Nutzer ab und ergänzt Wiki, KI-Assistent, eigenes Erscheinungsbild, Anmeldung über das Firmenkonto und Schnittstelle. Enterprise beginnt bei 4.000 Euro im Monat und wird zugeschnitten. Eine Stufe unter 50 Nutzern bietet der Anbieter nicht an.
Ja, über SCORM und xAPI. Die Schnittstellenseite nennt SCORM 1.2 und 2004 sowie xAPI, der einzeln buchbare Content Hub eine Ausgabe nach SCORM; beim Wechsel des Anbieters nehmen fertige Einheiten genau diesen Weg. Zur Herausgabe von Lernständen, Zertifikaten und Wiki-Inhalten äußert sich Elephant öffentlich nicht, das gehört vor Vertragsschluss geklärt.
Teilweise, und zwar nur vorbereitet. Einheiten und Unterlagen, die das Gerät vorher geladen hat, stehen auch ohne Verbindung bereit. Der Assistent dagegen braucht eine Verbindung, weil die Antwort erst beim Aufruf entsteht. In Hallen mit Lücken im Funknetz gehört das Vorladen deshalb in den Ablauf.
Das Risiko sinkt, weil die Quelle begrenzt ist. Elephant bindet den Assistenten an die hochgeladenen Unterlagen, statt ihn frei antworten zu lassen; fehlt eine Angabe im Bestand, gibt es keine Antwort statt einer geratenen. Ausgeschlossen ist eine falsche Zusammenfassung damit nicht, weshalb sicherheitsrelevante Auskunft eine fachliche Gegenprüfung braucht.
Der Anbieter spricht von wenigen Minuten. Der Kursbauer zieht die Kernaussagen aus dem hochgeladenen Dokument und baut daraus Abschnitte und Kontrollfragen. Den größeren Teil der Zeit kostet danach die fachliche Durchsicht, besonders bei Sicherheitsvorgaben. Eine Messung dazu veröffentlicht Elephant nicht.
Nach Anbieterangabe in über hundert Sprachen. Die Produktseite nennt 105 und mehr Sprachen für Assistent und Übersetzung, die Bedienoberfläche selbst führt der Anbieter auf Deutsch und Englisch. Für Belegschaften mit vielen Herkunftssprachen ist das der eigentliche Grund für das Werkzeug. Die Qualität der maschinellen Übersetzung weist Elephant nicht aus.
Ja, zwei mit anderem Zuschnitt. Easygenerator erzeugt ebenfalls Einheiten aus vorhandenen Unterlagen, zielt aber auf Büroarbeitsplätze statt auf die Halle. Synthesia spielt denselben Stoff als Film aus. Die Anwendung auf dem Telefon der Belegschaft ersetzt keines der beiden.

