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Easygenerator

Easygenerator B.V. (Niederlande)

Easygenerator legt das Kursbauen in die Hand der Fachabteilung, nicht der Lernabteilung. Aus einer Präsentation, einem PDF oder einer Textdatei baut der KI-Assistent einen ersten Entwurf samt Gliederung, Wissensfragen und Rückmeldung zu Ton und Lesbarkeit. Ein Übersetzungsteil zieht denselben Kurs in über 75 Sprachen nach, ein Videoteil macht aus Folien einen Film mit Sprecher-Avatar, und seit kurzem übt ein Gesprächstrainer schwierige Dialoge mit den Lernenden. Fertige Kurse verlassen das Programm als SCORM- oder xAPI-Paket und laufen in der vorhandenen Lernplattform. Die niederländische Firma hält die Daten der Kernanwendung in Frankfurt.

7,9/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
8/10
Kundensupport
7/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Fachabteilungen bauen Kurse ohne Kursdesigner
  • Aus Präsentation oder PDF entsteht ein fertiger Entwurf
  • Übersetzung in über 75 Sprachen mit eigenem Glossar
  • Ein SCORM-Paket bedient alle Sprachfassungen
  • Gesprächstrainer mit Bewertung und Teambericht
  • Kernanwendung läuft in einem Rechenzentrum in Frankfurt (Anbieterangabe)

Nachteile

  • Nur Jahresvertrag, keine Monatszahlung
  • Pro-Tarif bei 100 Lernenden gedeckelt
  • Team-Paket beginnt erst bei fünf Autoren
  • Gestaltung eng geführt, freie Anpassung erst im obersten Tarif
  • Europäische Datenhaltung gilt nicht für Übersetzung, Video und Gesprächstrainer (Anbieterangabe)
  • Kein deutschsprachiger Standort, Betreuung aus Rotterdam und Dubai

Funktionen

  • Entwurf aus vorhandenen Dateien: Wandelt Präsentation, PDF oder Textdatei in einen gegliederten Kurs samt Lernzielen und Fragen um und meldet zurück, wo der Ton nicht sitzt.
  • Gesprächstrainer mit Bewertung: Lässt Lernende ein Kundengespräch per Sprache oder Text durchspielen, bewertet den Verlauf und liefert dem Team einen Bericht dazu.
  • Übersetzung mit eigenem Glossar: Zieht einen Kurs in über 75 Sprachen nach, hält Fachbegriffe gleich und schiebt jede Änderung am Ausgangskurs in die Übersetzungen.
  • Ein Paket für alle Sprachen: Gibt ein einziges SCORM- oder xAPI-Paket aus, das jedem Lernenden seine Sprachfassung zeigt, statt je Sprache ein eigenes Paket zu verlangen.
  • Film aus Folien: Baut aus einer Präsentation ein Schulungsvideo mit Sprecher-Avatar und Stimme, mehr als 150 Figuren stehen bereit, und setzt es in den Kurs ein.
  • Gemeinsam schreiben und prüfen: Lässt mehrere Autoren zugleich am selben Kurs arbeiten und holt Fachleute zum Kommentieren dazu, ohne dass diese ein eigenes Konto brauchen.
  • Ausgabe in viele Richtungen: Liefert SCORM 1.2 und 2004, xAPI, LTI, privaten Link, Einbettungscode und PDF; die Anbindung an Lernplattformen aktualisiert den Kurs dort automatisch.
  • Erscheinungsbild zentral gesetzt: Legt Logo, Farben und Schriften einmal fest und wendet sie auf jeden Kurs an, gleich wer ihn schreibt. Freie Gestaltung erst ganz oben.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Easygenerator verkürzt die Zeit für Erstellung, Übersetzung und Aktualisierung von Trainings deutlich, weil Fachkräfte Inhalte selbst erstellen und viele Schritte automatisiert ablaufen. Die Effizienzgewinne hängen jedoch stark von der Qualität der Vorlagen, der didaktischen Planung und einem sauberen internen Review-Prozess ab.

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Der Editor arbeitet mit Ziehen und Ablegen, und genau darin liegt sein Zweck: Eine Fachkraft ohne technisches Vorwissen baut damit in einer Stunde etwas Vorzeigbares und pflegt es später ohne fremde Hilfe. Das Erscheinungsbild sitzt zentral, niemand muss an Farben denken. Der Preis dafür ist eine feste Struktur. Wer ein eigenes Bildschirmlayout will, stößt schnell an, denn die freie Gestaltung hebt der Anbieter für die oberste Stufe auf.

Kundensupport

7/10

Der Anbieter nennt eine Betreuung an fünf Tagen rund um die Uhr, dazu Kontaktformular und Chat. Das Hilfecenter erscheint auf Deutsch und deckt Inhaltselemente, Fragen, Veröffentlichung und Zusammenarbeit ab, ebenso die Website in sieben Sprachen. Für die Spitzennote fehlen zwei Dinge. Die Büros stehen in Rotterdam und Dubai, einen deutschsprachigen Standort führt Easygenerator nicht, und feste Reaktionszeiten nennt er nur in der obersten Stufe.

Einsatzbereiche

Einarbeitung neuer Kollegen: Jede Abteilung baut ihren eigenen Einführungskurs, statt ihn bei der Personalabteilung zu bestellen. Die Fachkraft schreibt das Wissen selbst auf, der Assistent gliedert es und setzt die Wissensfragen darunter. Neue Mitarbeitende gehen die Module im eigenen Tempo durch.

Wissen vor dem Abschied sichern: Wenn ein langjähriger Kollege geht, wandert sein Sonderwissen meistens mit. Hier trägt er es noch selbst ein, ohne didaktische Vorkenntnisse und ohne Umweg über einen Kursdesigner. Was bleibt, ist ein Modul, das Nachfolger aufrufen können.

Produktschulung zum Marktstart: Der Produktverantwortliche wirft die Spezifikation in den Assistenten und hat den Rohkurs für Vertrieb und Kundendienst am selben Tag. Die Übersetzung zieht die Landesgesellschaften nach. Am Starttag kennen alle dieselbe Fassung.

Pflichtschulungen aktuell halten: Ändert sich eine Arbeitsschutzregel, korrigiert der Fachverantwortliche den Ausgangskurs, und die übersetzten Fassungen ziehen nach. Die Wissensabfrage zeigt, wer verstanden hat. Führungskräfte sehen den Abschluss in der Auswertung.

Gesprächstraining statt Klickstrecke: Der Gesprächstrainer lässt Lernende heikle Dialoge üben, per Sprache oder Text, beliebig oft und mit sofortiger Rückmeldung. Reklamation, Absage, Preisgespräch. Der Bericht zeigt der Führungskraft, wo die Mannschaft steht.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Eine Monatszahlung gibt es bei Easygenerator nicht. Jeder Tarif läuft über ein Jahr, der Monatsbetrag auf der Preisseite ist nur dessen zwölfter Teil. Die zweite Größe ist die Untergrenze beim Personal: Das mittlere Paket beginnt bei fünf Autoren, darunter verkauft der Anbieter es nicht.

  • Pro: 108 Euro im Monat (1.299 Euro im Jahr). Ein Autor, 100 Lernende, Vorlagen, interaktive Elemente, SCORM-Ausgabe, Kurse als Link.
  • Team: 541 Euro im Monat (6.495 Euro im Jahr). Ab fünf Autoren, unbegrenzt Kurse und Lernende, gemeinsames Schreiben, beliebig viele Prüfer, Lernfortschritt, eigenes Erscheinungsbild.
  • Enterprise: auf Anfrage. Beliebig viele Autoren, Anbindung an Lernplattformen, freie Gestaltung, fester Ansprechpartner, Schulung nach Bedarf.

Der Sprung von Pro auf Team kostet das Fünffache und hebt vor allem zwei Decken: die 100 Lernenden und den einen Autor. Wer vier Kollegen mitschreiben lassen will, zahlt ohnehin ab fünf. Die KI-Funktionen stecken in jeder Stufe, Zusatzpakete verkauft der Anbieter dafür nicht. Zwei Wochen Probezeit ohne Kartenangabe, danach fällt das Konto auf den Gratistarif zurück: ein Kurs bleibt wählbar und aktiv, die übrigen sperrt der Anbieter bis zum Kauf, die Bezahlfunktionen schalten sich ab und im Notenbuch stehen nur die letzten zehn Ergebnisse. Einrichtungsgebühren fallen keine an (Beträge von easygenerator.com/de/preisgestaltung, Gratistarif nach dem Hilfecenter, abgerufen am 19.09.2026).

Unser Fazit

1.299 Euro im Jahr für einen einzigen Autor und 100 Lernende, danach springt die Rechnung auf 6.495 Euro: An dieser Stufe entscheidet sich, ob Easygenerator zum Betrieb passt. Wer darunter bleibt, bekommt viel für das Geld. Aus Präsentation oder PDF entsteht ein fertiger Kursentwurf, ein Übersetzungsteil zieht ihn in über 75 Sprachen nach, und ein einziges SCORM-Paket bedient danach alle Sprachfassungen in der vorhandenen Lernplattform. Am meisten überzeugt uns der Gesprächstrainer mit Bewertung und Teambericht. Gegen das Werkzeug spricht die enge Gestaltungsführung, freie Anpassung beginnt erst bei Enterprise. Und die europäische Datenhaltung in Frankfurt gilt nach Anbieterangabe nicht für Übersetzung, Video und Gesprächstrainer. Bleibt die Kurserstellung lieber in PowerPoint, ist iSpring Suite der passende Anbieter.

Häufige Fragen

Trainiert Easygenerator seine KI mit unseren Kursinhalten?

Nein, das schließt der Anbieter ausdrücklich aus. Im Nachtrag zu EasyAI steht, weder Easygenerator selbst noch ein KI-Unterauftragnehmer trainiere Modelle mit Kundendaten. OpenAI behält Ein- und Ausgaben der Schnittstelle bis zu 30 Tage zur Missbrauchserkennung und löscht sie danach. Für Kunden mit EU-Bindung laufen die Anfragen über Azure OpenAI und Google Cloud im Europäischen Wirtschaftsraum (Anbieterangabe, abgerufen am 19.09.2026).

Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo stehen die Server?

Ja, mit Standardvertragsklauseln für Drittländer. Die Kernanwendung läuft laut Anbieter bei AWS in der EU-Zentralregion, genannt wird Frankfurt. Personenbezogene Daten würden überwiegend in der EU verarbeitet; verarbeitet ein Unterauftragnehmer außerhalb, liegt ein Vertrag mit EU-Standardvertragsklauseln vor. Alle Unterauftragnehmer sind vertraglich gebunden, seit November 2022 besteht eine Zertifizierung nach ISO 27001 (Anbieterangabe, abgerufen am 19.09.2026).

Gilt die EU-Datenhaltung auch für Übersetzung, Video und Gesprächstrainer?

Nein, für diese drei Zusatzfunktionen nicht. Der EasyAI-Nachtrag hält fest, dass die EU-Bindung für die Zusatzfunktionen automatische Übersetzung, EasyVideo und EasyCoach nicht angeboten wird. Wer Kursinhalte mit Personenbezug übersetzen oder vertonen lässt, klärt das also vorher intern ab. Die Kernfunktionen der Kursbearbeitung bleiben davon unberührt (Anbieterangabe, abgerufen am 19.09.2026).

Welche Grenzen hat mein Tarif?

Der Pro-Tarif endet bei einem Autor und 100 Lernenden. Team kennt keine Decke für Kurse und Lernende, setzt dafür aber fünf Autoren als Untergrenze; weitere Autoren verhandelt der Vertrieb einzeln. Enterprise hebt auch die Autorengrenze auf. Die KI-Funktionen stecken in jeder Stufe, ein Kontingent an Durchläufen weist der Anbieter auf der Preisseite nicht aus.

Wie exportiere ich meine Kurse, wenn ich den Anbieter wechsle?

Als SCORM-, xAPI-, HTML- oder XML-Paket. Die Datenschutzerklärung nennt diese Formate ausdrücklich für den Umzug in ein fremdes Lernsystem, dazu kommen LTI, privater Link, Einbettungscode und PDF für die Verteilung. Damit bleiben die Kurse lauffähig, die Bearbeitungsmöglichkeit endet allerdings mit dem Vertrag, weil das Bearbeitungsformat beim Anbieter liegt.

Was bringt die KI beim Kursbau wirklich?

Der Assistent liefert den ersten Entwurf, nicht den fertigen Kurs. EasyAI gliedert hochgeladene Dateien, formuliert Lernziele, erzeugt Wissensfragen und meldet Schwächen in Ton, Grammatik und Lesbarkeit zurück. EasyVideo macht aus Folien einen Film mit Sprecher-Avatar, EasyCoach ein Gesprächstraining. Die fachliche Prüfung bleibt beim Menschen, denn der Assistent kennt die Hausregeln nur, soweit sie im Material stehen.

Brauchen die Lernenden ein eigenes Konto?

Nein, für Prüfer und Lernende nicht zwingend. Fachleute holt der Autor ohne Anmeldung zum Kommentieren dazu, Kurse verteilt er als privaten Link, als Einbettung oder über die Lernplattform. Ein Autorenplatz wird nur für die Menschen gebraucht, die Kurse schreiben. Genau daran hängt die Tarifwahl, denn Autoren zählt der Anbieter, Lernende nur im Pro-Tarif.

Kann ich fremde Inhalte in einen Kurs einbetten?

Ja, dafür gibt es einen eigenen Einbettungsbaustein. Das Hilfecenter führt als Quellen Canva, Microsoft, Google, SurveyMonkey, Vimeo, SlideShare, Prezi, YouTube, Powtoon und H5P auf, daneben lässt sich beliebiger Einbettungscode als Rahmen einsetzen. Die frühere Angabe zu SlideShare ist damit belegt; Google steht dort nur als Sammelname, nicht ausdrücklich als Google Drive (Hilfecenter von Easygenerator, abgerufen am 19.09.2026).

Welche Alternativen gibt es zu Easygenerator?

Die Wahl entscheidet sich daran, was im Mittelpunkt steht. Wer vor allem Schulungsvideos mit KI-Sprechern braucht und keine Kursstrecken, bekommt bei Synthesia mehr fürs Geld. Wer aus PowerPoint heraus arbeiten und Kurse tiefer gestalten will, vergleicht mit iSpring Suite. Für kurze Wissenstests ohne Kursrahmen genügt oft schon die Lernplattform, die ohnehin im Haus steht.

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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