Runway ist eine Software zur Erstellung und Bearbeitung von Video- und Bildinhalten. Das Werkzeug unterstützt Text-zu-Video, Bild-zu-Video und Text-zu-Bild sowie Funktionen wie Inpainting, Objektentfernung, Hintergrundfreistellung, Motion Tracking und weitere Videoeffekte. Inhalte lassen sich mit Prompts, Vorlagen und einfachen Workflows produzieren und iterativ anpassen. Das Tool richtet sich an Teams, die Social-Media-Clips, Marketingmaterial oder Prototypen schnell erstellen und variieren wollen.

7,4/10
Gesamtbewertung
Produktivität
8/10
Benutzerfreundlichkeit
7/10
Kundensupport
6/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Gewerbliche Nutzung in jedem Tarif erlaubt, auch im kostenlosen
  • Breite Palette an Bearbeitungswerkzeugen für vorhandenes Material
  • Unbegrenzter Modus ohne Credit-Verbrauch in Pro und Max

Nachteile

  • Eingaben und Ergebnisse fließen ins Modelltraining, kein Widerspruch
  • Server ausschließlich in den USA, keine Standardvertragsklauseln genannt
  • Credit-Verbrauch je Sekunde, teure Modelle leeren das Konto schnell

Funktionen

  • Video aus Text oder Bild: Aus einer Textbeschreibung oder einem Ausgangsbild entsteht ein Videoclip in den aktuellen Bildmodellen.
  • Bestehende Videos umbauen: Stil ändern, etwa von Realfilm zu Zeichentrick, Beleuchtung anpassen, Umgebung verändern, Figuren per Texteingabe umgestalten.
  • Objekte entfernen und ergänzen: Inpainting löscht Objekte aus dem Bild und füllt den Hintergrund passend nach.
  • Bewegung und Kamera steuern: Motion Brush legt fest, welche Bildbereiche sich bewegen, Kamerafahrten lassen sich gezielt vorgeben.
  • Ganzkörper-Bewegung übertragen: Mimik und Körperbewegung einer Aufnahme lassen sich auf eine animierte Figur übertragen.
  • Echtes Material zu Greenscreen: Aufnahmen ohne Greenscreen lassen sich nachträglich in Greenscreen-Material umwandeln.
  • Ergebnisse frei kommerziell nutzbar: Wer erstellte Bilder und Videos veröffentlicht oder verkauft, braucht dafür keine gesonderte Lizenz.
  • Vorlagen als Ausgangspunkt: Fertige Vorlagen und einfache Abläufe beschleunigen den Einstieg, Ergebnisse lassen sich danach schrittweise anpassen.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

8/10

Runway kann die Erstellung von Marketing- und Social-Media-Videos deutlich beschleunigen. Vor allem bei der Freistellung von Personen sowie bei digital erzeugten oder stark veränderten Bildinhalten zeigt das Tool seine Stärken. Die Resultate sind oft überzeugend, jedoch nicht immer konstant. In manchen Fällen ist zusätzliche Nachbearbeitung nötig, wodurch sich die Zeitersparnis relativiert.

Benutzerfreundlichkeit

7/10

Als Cloud-Lösung ist Runway ohne Installation sofort einsatzbereit. Die Oberfläche wirkt modern und ist überwiegend intuitiv. Der Umgang mit Prompts und Einstellungen erfordert jedoch etwas Einarbeitung. Im Alltag bremsen fehlende Vorschaufunktionen und das umständliche Credit-Abrechnungssystem den Arbeitsfluss.

Kundensupport

6/10

Support-Strukturen wirken eher rudimentär: überwiegend englischsprachige Doku und Community, keine klaren deutschsprachigen SLAs, keine dedizierten Ansprechpartner und Berichte über wenig kulante Reaktionen bei Problemen. Positiv sind die guten Tutorials und Beispiele, die eine schnelle, eigenständige Einarbeitung ermöglichen, ersetzen aber keinen verlässlichen Support.

Einsatzbereiche

  • Videoproduktion: Aus einer Textbeschreibung oder einem Standbild entstehen kurze bewegte Sequenzen für Kampagnen und soziale Netze. Ein Dreh entfällt damit für manche Einstellungen. Zu beachten ist der Verbrauch: Zwölf Credits je Sekunde summieren sich schnell, und eine Durchsicht vor der Veröffentlichung bleibt Pflicht.
  • Videobearbeitung: Störende Objekte verschwinden aus dem Hintergrund, Kulissen lassen sich austauschen, Freistellungen übernimmt die Software. Was in der Postproduktion früher Stunden gekostet hat, dauert hier Minuten. Für Interviews und Unternehmensfilme ist das der überzeugendste Teil des Werkzeugs.
  • Konzeptvisualisierung: Aus Skizzen und Stimmungsbildern entstehen animierte Storyboards, die eine Idee im Team greifbar machen. Fehlentscheidungen fallen so vor dem Dreh auf und nicht danach. Für diesen Zweck genügt oft schon der Gratistarif, weil das Wasserzeichen intern niemanden stört.
  • Produktpräsentation: Statische Produktfotos bekommen dezente Kamerabewegungen oder neue Hintergründe und werden damit zu kurzen Clips für den Onlineshop. Die gewerbliche Nutzung erlaubt der Anbieter in jedem Tarif. Wer eigenes Bildmaterial hochlädt, sollte allerdings die Trainingsklausel in den Nutzungsbedingungen gelesen haben.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Die Tarifstufe ist zweitrangig, entscheidend ist der Verbrauch je Modell. Eine Sekunde Video kostet 12 Credits mit Gen-4.5, 15 mit Gen-4 Aleph und 28 mit Aleph 2.0, bei eingebundenen Fremdmodellen deutlich mehr: Veo 3.1 liegt bei 20 Credits je Sekunde ohne Ton und 40 mit Ton, Seedance 2.0 in 4K bei 150. Abgerechnet wird in US-Dollar.

  • Free: 0 $. 125 Credits, die nicht ablaufen und sich nicht erneuern, 5 GB Speicher, drei Videoprojekte, Wasserzeichen auf jedem Video.
  • Standard: 12 $ im Jahresvertrag, 15 $ bei Monatszahlung. 625 Credits im Monat, kein Wasserzeichen.
  • Pro: 28 $, 35 $ bei Monatszahlung. 2.250 Credits, 500 GB Speicher.
  • Max: 76 $, 95 $ bei Monatszahlung. 9.500 Credits, Übertrag ungenutzter Credits, Aufträge ohne Warteschlange.
  • Teams: zwei bis neun Personen, je Platz abgerechnet, 6.900 Credits je Platz in einem gemeinsamen Topf (Sitzpreis unveröffentlicht).

Die 625 Credits im Standard-Tarif reichen für knapp eine Minute mit Gen-4.5, aber nur für vier Sekunden in 4K. Nachkaufen geht ab tausend Credits, die dann nicht verfallen, einen Preis dafür nennt der Anbieter nicht. In Pro und Max gibt es zusätzlich einen unbegrenzten Modus ohne Creditverbrauch, dafür langsamer und weniger parallel (Anbieterangaben, Stand September 2026).

Unser Fazit

Handwerklich steht Runway weit vorn. Objekte aus einem Video entfernen, Kulissen tauschen, aus einem Standbild eine Kamerafahrt machen: Diese Bandbreite an Bearbeitungswerkzeugen bietet derzeit kaum ein Wettbewerber. Und anders als bei manchem Konkurrenten ist die gewerbliche Nutzung in jedem Tarif erlaubt, auch im kostenlosen.

Eine Klausel in den Nutzungsbedingungen sollte man trotzdem kennen, bevor Firmenmaterial hochgeladen wird. Runway darf Eingaben und Ergebnisse zur Verbesserung der eigenen Modelle verwenden und lässt sich dafür eine unwiderrufliche, übertragbare Lizenz einräumen. Einen Widerspruch sehen die Bedingungen nicht vor, nur für Unternehmenskunden sagt der Anbieter das Training gesondert ab. Dazu kommt: Die Server stehen ausschließlich in den Vereinigten Staaten.

Unser Rat fällt deshalb zweigeteilt aus. Für eigene Kreativarbeit, Stimmungsbilder und Entwürfe ist Runway eine ausgezeichnete Wahl, und der unbegrenzte Modus in den Tarifen Pro und Max macht das Ausprobieren bezahlbar. Für unveröffentlichtes Kundenmaterial, Produktbilder vor dem Markteintritt oder Aufnahmen mit erkennbaren Personen gehört diese Entscheidung erst durch die Rechtsabteilung.

Häufige Fragen

Was kostet Runway?

Der Free-Tarif kostet nichts, Standard liegt bei 15 $ im Monat und bei 12 $ im Jahresvertrag, Pro bei 35 $ beziehungsweise 28 $, Max bei 95 $ beziehungsweise 76 $. Für Teams ab zwei Personen rechnet der Anbieter je Platz ab, den Sitzpreis veröffentlicht er nicht. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Wie viele Credits stecken in den Tarifen?

Free bringt 125 Credits mit, allerdings einmalig: Dieses Guthaben läuft nicht ab, füllt sich aber auch nicht wieder auf. Standard liefert 625 Credits im Monat, Pro 2.250, Max 9.500. Max überträgt außerdem nicht genutzte Credits eines Monats. Im Team-Tarif kommen 6.900 Credits je Platz zusammen, die sich alle teilen. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Wie lange reichen die Credits für ein Video?

Das hängt am Modell, nicht am Tarif. Eine Sekunde mit Gen-4.5 kostet 12 Credits, mit Gen-4 Aleph 15 und mit Aleph 2.0 bereits 28. Bei den eingebundenen Fremdmodellen wird es teurer: Veo 3.1 kostet 20 Credits je Sekunde ohne Ton und 40 mit, Seedance 2.0 in 4K sogar 150. Die 625 Credits des Standard-Tarifs entsprechen damit knapp einer Minute mit Gen-4.5, oder vier Sekunden in 4K. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Was kostet es, Credits nachzukaufen?

Der Nachkauf ist ab tausend Credits möglich, und diese Credits verfallen nicht. Einen Dollarbetrag dafür nennt der Anbieter auf seinen Seiten allerdings nicht. Wer regelmäßig nachkaufen muss, rechnet besser einmal durch, ob der nächsthöhere Tarif günstiger kommt.

Was ist der unbegrenzte Modus?

Eine wenig bekannte Funktion der Tarife Pro und Max: Generierungen laufen dort ohne Credit-Verbrauch, dafür langsamer und mit weniger gleichzeitigen Aufträgen. Wer viel ausprobiert und keine Eile hat, kommt damit deutlich weiter als über das Credit-Konto.

Darf ich die Ergebnisse kommerziell nutzen?

Ja, und zwar in jedem Tarif. Der Anbieter erhebt keinen Eigentumsanspruch auf Eingaben und Ergebnisse und beschränkt die gewerbliche Verwendung nicht auf bestimmte Stufen. Der Unterschied liegt woanders: Videos aus dem Free-Tarif tragen ein Runway-Wasserzeichen, das ab Standard entfällt. (Anbieterangabe, Stand September 2026)

Werden meine Inhalte für das Training der KI verwendet?

Ja, und das ist der wichtigste Punkt dieser Bewertung. Die Nutzungsbedingungen halten ausdrücklich fest, dass Eingaben und Ergebnisse zur Entwicklung und Verbesserung der eigenen Modelle verwendet werden dürfen. Eingeräumt wird dafür eine weitreichende, unwiderrufliche und übertragbare Lizenz. Ein Widerspruch ist in den Bedingungen nicht vorgesehen; nur die Seite für Unternehmenskunden sagt zu, auf deren Daten nicht zu trainieren. Wer vertrauliches Bildmaterial hochlädt, sollte das wissen. (Anbieterangabe, Stand September 2026)

Wo werden die Daten verarbeitet?

Ausschließlich in den Vereinigten Staaten. Der Anbieter schreibt, sämtliche Daten lägen in Einrichtungen auf amerikanischem Boden, und weist eine Zertifizierung nach SOC 2 Type II aus. Einen europäischen Standort gibt es nicht, und Standardvertragsklauseln erwähnt die Datenschutzerklärung nicht. (Anbieterangabe, Stand September 2026)

Brauche ich einen leistungsfähigen Rechner?

Nein. Die Berechnung läuft vollständig auf den Servern des Anbieters, ein gewöhnlicher Laptop mit stabiler Verbindung genügt. Gerendert wird im Browser, installiert wird nichts.

Lässt sich Runway mit Adobe-Programmen verbinden?

Nicht über eine Erweiterung. Der übliche Weg führt über den Browser: generieren, herunterladen, in der gewohnten Schnittsoftware weiterverarbeiten. Für den Export mehrerer Dateien gibt es eine Sammelauswahl, die ein ZIP-Archiv liefert.

Wie komme ich bei einem Wechsel wieder an meine Daten?

Über die Sammelauswahl im Asset-Bereich lassen sich Dateien und Ordner markieren und als ZIP-Archiv herunterladen; bei sehr großen Auswahlen empfiehlt der Anbieter kleinere Stapel. Einen Komplettexport des Kontos gibt es nicht. Weil die Ausgangsdateien ohnehin im eigenen Haus liegen, hält sich der Aufwand in Grenzen.

Welche Alternativen zu Runway gibt es?

Kling und Luma zielen auf dieselben Generierungsaufgaben und liegen preislich oft darunter, Pika setzt stärker auf kurze Clips für soziale Netze, und wer klassisch schneiden will, bleibt bei einer Schnittsoftware mit KI-Zusatzfunktionen. Runway punktet mit der Bandbreite an Bearbeitungswerkzeugen. Einen breiteren Überblick gibt unsere Übersicht der besten KI-Video-Generatoren.

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

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