
Recraft
Recraft erzeugt Grafiken aus Textvorgaben und liefert dabei echte Vektordateien, keine nachgezeichneten Pfade. Daneben stehen Rasterbilder, Symbolsätze, Produktansichten und seit 2026 auch Videos. Der Kern ist die Stilkontrolle: Aus hochgeladenen Vorlagen entsteht ein eigener Stil, den jede weitere Generierung übernimmt, ohne dass jemand ein Modell trainiert. In Recraft Studio laufen neben den hauseigenen Modellen der Reihe V4 auch fremde Modelle, darunter welche von Google, OpenAI und Black Forest Labs. Angesprochen sind Marketing- und Gestaltungsteams, die viele Motive in einer Handschrift brauchen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Echte SVG-Vektoren mit bearbeitbaren Pfaden, kein nachgezeichnetes Rasterbild
- Eigener Bildstil aus wenigen Vorlagen, ohne Modelltraining
- Oberfläche auf Deutsch, neben fünf weiteren Sprachen
- Fremde Bild- und Videomodelle laufen im selben Werkzeug
- Im Teams-Tarif ist die Nutzung der Inhalte für Modellverbesserung voreingestellt abgeschaltet
Nachteile
- Recraft verwendet Inhalte zur Verbesserung eigener Modelle, im Pro-Tarif erst nach eigenem Widerspruch
- Gratistarif ohne gewerbliche Rechte, die Motive landen öffentlich im Gemeinschaftskatalog
- Firmensitz und Hauptdienstleister in den USA, kein wählbarer EU-Speicherort
- Hilfeseiten und Beratung nur auf Englisch
- Monatsguthaben verfällt am Ende des Abrechnungszeitraums
Funktionen
- Vektoren aus Text: Erzeugt SVG-Dateien mit echten Pfaden und Knotenpunkten, die ein Grafikprogramm anschließend Punkt für Punkt weiterbearbeitet.
- V4 Styles: Lernt einen eigenen Bildstil aus hochgeladenen Vorlagen, ohne dass jemand ein Modell trainiert. Jede weitere Generierung übernimmt ihn.
- Vektor-Editor: Öffnet erzeugte Vektoren im Werkzeug selbst und ändert dort Pfade, Farben und Flächen, ohne Umweg über ein zweites Programm.
- Fremde Modelle im Studio: Stellt neben den hauseigenen V4-Modellen auch solche von Google, OpenAI und Black Forest Labs bereit, dazu Modelle für Videos.
- Bildbearbeitung: Entfernt Hintergründe, radiert Bildteile weg und malt Fehlendes nach. Das Vektorisieren wandelt vorhandene Rasterbilder in Pfade um.
- Hochskalieren in zwei Stufen: Die knackige Variante schärft nur, die kreative ergänzt fehlende Details und verbraucht dafür das Zwanzigfache an Guthaben.
- Schnittstelle und MCP-Server: Lässt eigene Systeme und angebundene Sprachmodelle Motive erzeugen und bearbeiten, ohne dass jemand die Oberfläche öffnet.
- Gemeinsame Arbeitsräume: Legt Stile, Motive und Farbpaletten für ein Team an einer Stelle ab. Das Guthaben bleibt dabei jedem Mitglied einzeln zugeteilt.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Die schnelle Erstellung von Icons und Vektorgrafiken in einem einheitlichen Stil verkürzt die grafische Arbeit im Alltag deutlich. Für die exakte Einhaltung von Designvorgaben oder finale Layouts ist jedoch meist, wie auch in anderen Designprogrammen, noch händische Nacharbeit erforderlich.
Benutzerfreundlichkeit
Recraft lässt sich ohne Installation direkt im Browser nutzen, die Oberfläche ist klar aufgebaut und auch für Nicht-Designer schnell verständlich. Die visuelle Steuerung der Bildstile und die integrierten Bearbeitungswerkzeuge benötigen jedoch etwas Einarbeitungszeit.
Kundensupport
Für zahlende Kunden nennt Recraft eine Sichtung der Anfragen binnen 24 Stunden, der Teams-Tarif führt zusätzlich eine durchgehende Betreuung. Drei Wege stehen offen: ein Formular im Werkzeug, eine Adresse für E-Mail und ein Kanal im Discord-Server. Die Dokumentation deckt Tarife, Guthaben, Datennutzung und Schnittstelle sauber ab. Alles läuft auf Englisch, für den Gratistarif nennt der Anbieter keine Frist.
Einsatzbereiche
Symbolsätze für Oberflächen: Recraft erzeugt ganze Sätze von Symbolen in einer durchgehenden Handschrift und gibt sie als SVG aus. Die Entwicklung übernimmt die Dateien direkt in die Anwendung. Das erspart das Nachzeichnen einzelner Formen.
Motive in der Markenhandschrift: Aus einer Handvoll bestehender Motive lernt ein eigener Stil Farben und Formen der Marke. Jede weitere Generierung greift darauf zurück. So erzeugen auch Mitarbeiter ohne Gestaltungsausbildung Bilder, die zum Auftritt passen.
Werbemittel in Serie: Für eine Kampagne entstehen Anzeigenmotive in mehreren Formaten aus derselben Vorlage. Einzelne Bildteile tauscht die Redaktion durch Übermalen aus, statt das ganze Motiv neu zu erzeugen.
Druckvorlagen aufbereiten: Das kreative Hochskalieren rechnet niedrig aufgelöste Entwürfe auf Druckgröße hoch und ergänzt dabei Details. Jeder Durchgang verbraucht 20 Guthabenpunkte. Für ausgewählte Motive lohnt das, für ganze Serien nicht.
Anbindung an eigene Systeme: Über die Schnittstelle erzeugt eine Warenwirtschaft Produktbilder ohne Handgriff. Ein MCP-Server öffnet Recraft zusätzlich für Sprachmodelle, die Motive aus dem Chatfenster heraus anlegen.
Screenshots





Preis
Bei Recraft wählt niemand eine Funktionsstufe, sondern eine Guthabenmenge. Basic, Pro und Teams schalten weitgehend dasselbe frei und unterscheiden sich vor allem darin, wie viele Punkte im Abrechnungszeitraum zur Verfügung stehen. Ein Rasterbild kostet den Preis des gewählten Modells, eine Vektorgrafik 2 bis 12 Punkte, ein kreatives Hochskalieren 20.
- Free: 0 $. Täglich erneuertes Guthaben, höchstens drei Uploads am Tag. Die Motive erscheinen öffentlich im Gemeinschaftskatalog, gewerbliche Nutzung schließt der Anbieter aus.
- Basic: 10 $ im Monat bei Jahreszahlung, 12 bei Monatszahlung. 1.000 Punkte, private Generierung, gewerbliche Rechte.
- Pro: 16 bis 128 $ bei Jahreszahlung, 20 bis 160 bei Monatszahlung, gestaffelt von 2.000 bis 16.000 Punkten.
- Teams: ab 18 $ je Platz bei Jahreszahlung, 22 bei Monatszahlung, mindestens zwei Plätze. Guthaben je Mitglied statt geteilt, dazu gemeinsame Stile, zentrale Verwaltung und Einmalanmeldung.
Das Monatsguthaben verfällt am Ende des Abrechnungszeitraums, nachgekaufte Punkte nicht. Sämtliche Beträge führt Recraft in Dollar. Die Schnittstelle rechnet getrennt ab, 1 $ je 1.000 Einheiten, und ein Bild aus V4.1 verbraucht 35 davon (Tarifübersicht und Preisliste der Schnittstelle, abgerufen am 19.09.2026).
Unser Fazit
Echte SVG-Dateien mit bearbeitbaren Pfaden liefert im Bestand sonst kaum ein Bildgenerator, und das ist der Grund, Recraft überhaupt anzusehen. Logos, Symbolsätze und Illustrationen kommen als Vektor heraus und landen ohne Nachzeichnen im Layout. Dazu kommt die Stilkontrolle: Aus wenigen hochgeladenen Vorlagen entsteht eine Handschrift, die jede weitere Generierung übernimmt, ganz ohne Modelltraining. Die Oberfläche gibt es auf Deutsch, die Hilfeseiten nicht. Beim Datenschutz wird es unbequem, denn Recraft verwendet Inhalte zur Verbesserung eigener Modelle, im Pro-Tarif erst nach eigenem Widerspruch, im Teams-Tarif von vornherein abgeschaltet. Agenturen, die Kundenmaterial verarbeiten, raten wir deshalb zur Teams-Stufe (ab 18 Dollar je Platz, mindestens zwei Plätze). Für Gestaltungsteams, die ohnehin in der Adobe-Welt arbeiten und Ergebnisse direkt weiterreichen, liegt Adobe Firefly näher.
Häufige Fragen
Ja, außer im Teams-Tarif oder nach Widerspruch. Recraft gibt an, Inhalte der Nutzer zur Verbesserung der eigenen Modelle zu verwenden. Im Gratistarif nennt der Anbieter dazu keinen Widerspruch, im Pro-Tarif schaltet ein Schalter im Profil die Nutzung ab, im Teams-Tarif ist sie voreingestellt aus. Ein- und Ausgaben der Schnittstelle nutzt Recraft nach eigener Angabe nie zum Training (Hilfeseite zur Datennutzung, abgerufen am 19.09.2026).
Vertrag ja, Datenstandort im Kern die USA. Recraft veröffentlicht eine Datenverarbeitungsvereinbarung, die ohne gesonderte Unterschrift Teil des Vertrags wird und die EU-Standardvertragsklauseln einbezieht. Die Liste der Unterauftragnehmer führt AWS, Google und Microsoft in den USA, einzelne Dienste zusätzlich in der EU. Einen wählbaren EU-Speicherort nennt der Anbieter nicht (Vereinbarung und Unterauftragnehmerliste, abgerufen am 19.09.2026).
Das Guthaben begrenzt, nicht der Funktionsumfang. Der Gratistarif erneuert ein kleines Tageskontingent und lässt drei Uploads am Tag zu. Basic bringt 1.000 Punkte, Pro je nach Stufe 2.000 bis 16.000, Teams dieselbe Staffel je Platz. Eine Vektorgrafik verbraucht 2 bis 12 Punkte, ein kreatives Hochskalieren 20 (Tarif- und Guthabenseiten, abgerufen am 19.09.2026).
Als SVG, PNG, JPG, TIFF, PDF und Lottie. Beim Ausspielen legt der Anwender Maße, Format und Auflösung fest. Ein Grafikprogramm bearbeitet die Vektordateien danach auf Pfadebene weiter. Beim Wechsel zu einem anderen Anbieter wandern allerdings nur die Dateien mit, die angelegten Stile und Kataloge bleiben im Werkzeug (Hilfeseite zum Ausspielen, abgerufen am 19.09.2026).
In den Bezahltarifen ja, im Gratistarif nicht. Recraft überträgt zahlenden Kunden nach den eigenen Bedingungen die Urheberrechte an den erzeugten Werken. Im Gratistarif bleiben die Werke Eigentum von Recraft, der Verkauf und die Weitergabe sind untersagt, und die Motive erscheinen im Gemeinschaftskatalog (Nutzungsbedingungen, abgerufen am 19.09.2026).
Ja, neben fünf weiteren Sprachen. Recraft Studio führt Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Ukrainisch und Russisch, die Umstellung erfolgt im Profil. Die Dokumentation und die Beratung bleiben englisch (Hilfeseite zur Oberflächensprache, abgerufen am 19.09.2026).
Drei Dinge, und eines davon ändert die Arbeitsweise. Recraft hat 2026 die Reihe V4 und V4.1 veröffentlicht, dazu einen Vektor-Editor im Werkzeug selbst. V4 Styles legt einen eigenen Stil aus hochgeladenen Vorlagen an, ohne Training. Außerdem laufen inzwischen fremde Bild- und Videomodelle im selben Studio (Änderungsliste des Anbieters, abgerufen am 19.09.2026).
Wenn am Ende kein Vektor stehen muss. Für dichte, fotorealistische Motive liefert Midjourney die besseren Ergebnisse, für Schriftzüge mitten im Bild Ideogram. Recraft spielt seine Stärke dort aus, wo eine saubere SVG-Datei gebraucht wird. Wer ohnehin in der Adobe-Welt arbeitet, vergleicht zuerst mit Adobe Firefly.






