
Powtoon baut animierte Erklärvideos, Präsentationen und kurze Clips im Browser zusammen. Wer keine Videoredaktion im Haus hat, zieht Figuren, Sprechblasen und Folien per Maus auf die Bühne und lässt eine KI-Stimme den Text lesen. Vorkenntnisse braucht das nicht. Angesprochen sind Schulungs-, Personal- und Marketingabteilungen, die regelmäßig gleichartige Filme brauchen, meist nach demselben Muster. Von Vorlagenbaukästen wie Canva unterscheidet Powtoon vor allem die animierte Figur, deren Mund sich zum gesprochenen Text bewegt. Zwei Grenzen prägen den Alltag: Jeder Tarif deckelt die Videolänge, und die KI-Funktionen zehren an einem Guthaben, das sich nur einmal im Jahr auffüllt.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Animierte Figuren mit anpassbarer Erscheinung, deren Mund dem gesprochenen Text folgt
- Kein Training eigener KI-Modelle mit Kundeninhalten (Anbieterangabe, 19.09.2026)
- Zusatzvereinbarung zur Auftragsverarbeitung samt Unterauftragnehmerliste und 14 Tagen Vorlauf bei Änderungen
- Video, PDF und PowerPoint entstehen aus demselben Projekt
Nachteile
- KI-Guthaben erneuert sich nur einmal im Jahr, nicht monatlich
- Jeder Tarif deckelt die Videolänge, zwanzig Minuten im mittleren Paket
- Oberfläche und Hilfecenter ohne deutsche Fassung
- Alle Unterauftragnehmer sitzen laut Anbieterliste in den USA und in Großbritannien
- Nutzerverwaltung und Rollen erst im Unternehmenspaket
Funktionen
- Figuren mit Lippenbewegung: Animierte Charaktere ändern Kleidung, Frisur und Hautton, und ihr Mund folgt dem gesprochenen Text. Die freie Gestaltung steckt nicht in jedem Paket.
- Whiteboard-Animation: Eine gezeichnete Hand schreibt und malt die Inhalte vor den Augen der Zuschauer auf eine weiße Fläche, das klassische Muster des Erklärfilms.
- Text wird Video: Powtoon erzeugt aus einem eingetippten Skript oder einem hochgeladenen Dokument eine Szenenfolge samt Bildern, die der Bearbeiter danach umstellt.
- Stimme aus dem Text: Eine KI-Stimme liest den Szenentext vor. Der Anbieter greift dafür auf ElevenLabs zurück, für sprechende Avatare auf HeyGen und Colossyan.
- Bildschirm und Kamera aufnehmen: Das Werkzeug zeichnet Bildschirm und Kamerabild direkt im Browser auf und legt die Aufnahme als Szene ins laufende Projekt.
- Untertitel und Übersetzung: Powtoon setzt Untertitel automatisch und überträgt ein fertiges Video in weitere Sprachen, ohne dass jemand neu vertont.
- Ausgabe in Vortragsformate: Aus demselben Projekt entstehen neben der Videodatei auch PDF- und PowerPoint-Dateien, dazu geht der Film auf Wunsch direkt zu YouTube oder LinkedIn.
- Gesperrte Markenvorlagen: Die Verwaltung friert Logo, Farben und Schriften in Firmenvorlagen ein, sodass einzelne Bearbeiter sie nicht überschreiben. Nur im Unternehmenspaket.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Aus Vorlage, Figur und eingetipptem Text entsteht in einer Stunde ein vorzeigbares Video, und bei wiederkehrenden Formaten zahlt sich das aus. Zwei Deckel bremsen den Dauerbetrieb: Die erlaubte Videolänge endet je nach Tarif bei zehn, zwanzig oder dreißig Minuten, und das KI-Guthaben füllt Powtoon nur einmal im Jahr auf. Wer regelmäßig vertont oder Bilder erzeugen lässt, kauft Punkte nach oder wartet bis zur nächsten Erneuerung.
Benutzerfreundlichkeit
Der Einstieg verlangt keine Kenntnisse im Videoschnitt: Szene wählen, Elemente auf die Bühne ziehen, Zeitpunkte setzen. Die Zeitleiste zeigt je Folie, wann ein Objekt auftaucht und wieder verschwindet, was für kurze Clips genügt und bei langen Projekten kleinteilig wird. Abzüge gibt es für die englische Oberfläche, denn eine deutsche Fassung samt Hilfecenter fehlt.
Kundensupport
Powtoon führt ein englischsprachiges Hilfecenter mit Anleitungen zu Ausgabe, Tarifen und KI-Funktionen, dazu eine spanische Fassung. Anfragen laufen als Tickets, betreut von einem Dienstleister in Großbritannien. Persönliche Begleitung, Einarbeitung und feste Ansprechpartner nennt der Anbieter erst beim Enterprise-Angebot. Eine deutschsprachige Anlaufstelle weist Powtoon nicht aus.
Einsatzbereiche
Pflichtunterweisungen: Die Schulungsabteilung gießt Brandschutz, Arbeitssicherheit oder Datenschutz in kurze Animationen. Figuren und Symbole zerlegen einen Ablauf in Schritte, die hängen bleiben. Bei zwanzig Minuten je Video endet der mittlere Tarif, längere Kurse zerfallen also in Folgen.
Kurze Clips für den Außenauftritt: Das Marketing zieht aus einem Produktnutzen einen Film von unter einer Minute. Die Vorlagenbibliothek liefert Szenenaufbau und Rhythmus, das Team tauscht Text, Farben und Logo. So entsteht Material für Anzeigen und soziale Netzwerke, ohne dass jemand eine Kamera aufbaut.
Ankündigungen an die Belegschaft: Statt einer langen Rundmail geht ein zweiminütiges Video heraus, das eine Umstellung erklärt. Abstrakte Entscheidungen bekommen ein Bild. Sensible Inhalte gehören vorher geprüft, denn Powtoon verarbeitet alles auf fremden Servern.
Einarbeitung neuer Beschäftigter: Begrüßung, IT-Zugänge und Urlaubsregeln laufen als Videoreihe, die jede neue Person im eigenen Tempo ansieht. Die Fachabteilung wiederholt denselben Termin nicht mehr. Ändert sich eine Regel, wird die betroffene Folie überschrieben.
Weitergabe an vorhandene Kanäle: Das fertige Video geht als Datei heraus oder direkt an YouTube, Vimeo, LinkedIn und Microsoft Teams. Für Vortragsunterlagen erzeugt Powtoon zusätzlich PDF- und PowerPoint-Dateien. Den Weg als MP4-Datei öffnet erst ein bezahlter Tarif.
Screenshots






Preis
Zwei Zahlen entscheiden, nicht der Tarifname: die erlaubte Länge je Video und das KI-Guthaben, das Powtoon einmal im Jahr erneuert und nicht monatlich. Wer viel vertont oder Bilder erzeugen lässt, kauft nach. Alle Beträge in US-Dollar, die genannten Sätze gelten bei Jahreszahlung.
- Free: 0. Drei Minuten je Video, 720p, Wasserzeichen, kein KI-Guthaben.
- Lite: 15 US-Dollar im Monat. Zehn Minuten je Video, 1080p, fünf Ausgaben ohne Wasserzeichen je Monat, 300 Guthabenpunkte im Jahr.
- Professional: 40 US-Dollar im Monat, 70 bei Monatszahlung. Zwanzig Minuten je Video, Ausgaben ohne Mengengrenze, 500 Guthabenpunkte im Jahr.
- Advanced: 125 US-Dollar im Monat. Dreißig Minuten je Video, eigene Schriften, freie Figurengestaltung, Lippensynchronität, 1.200 Guthabenpunkte im Jahr.
- Enterprise: auf Anfrage. Nutzerverwaltung, Rollen, gesperrte Markenvorlagen, Anmeldung über SSO. Vierzehn Tage Test über eine eigene Anmeldeseite.
Der Aufpreis auf Advanced kauft die Marke, nicht die Menge: eigene Schriften und die feste Firmengestaltung liegen ausschließlich dort. Geht das Guthaben aus, kosten 125 Punkte 49 US-Dollar, 300 Punkte 99 und 450 Punkte 149; zurück nimmt der Anbieter sie nicht (Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).
Unser Fazit
Drei, zehn, zwanzig, dreißig Minuten: An dieser Staffel entscheidet sich, ob Powtoon in einen Betrieb passt, denn jeder Tarif deckelt die Länge eines einzelnen Videos. Dazu kommt das KI-Guthaben, das sich nur einmal im Jahr erneuert, 500 Punkte im Professional-Tarif für 40 US-Dollar im Monat. Nachkaufen kostet 49 US-Dollar für 125 Punkte. Die animierte Figur, deren Mund dem gesprochenen Text folgt, findet sich sonst kaum in einem Baukasten dieser Preisklasse, und für Pflichtunterweisungen, Einarbeitung und Ankündigungen an die Belegschaft reicht das Ergebnis. Freie Figurengestaltung, eigene Schriften und das Recht, fertige Videos an Kunden zu verkaufen, beginnen allerdings erst im Advanced-Tarif. Wer Grafiken, Folien und kurze Clips aus einer Hand braucht und auf die Figur verzichtet, ist bei Canva besser aufgehoben. Deutsch spricht Powtoon weder in der Oberfläche noch im Hilfecenter.
Häufige Fragen
Nach Anbieterangabe nicht. Powtoon schreibt auf der Sicherheitsseite ausdrücklich, es finde kein Training mit Kundendaten statt, und nennt dazu eine knappe Aufbewahrung. Die KI-Funktionen laufen allerdings über fremde Häuser: Google, OpenAI, ElevenLabs, Colossyan und HeyGen stehen als Unterauftragnehmer in der Liste, deren eigene Bedingungen gelten zusätzlich (Sicherheitsseite und Unterauftragnehmerliste, abgerufen am 19.09.2026).
Der Vertrag liegt vor, die Daten außerhalb der EU. Powtoon veröffentlicht eine Zusatzvereinbarung zur Auftragsverarbeitung mit Standardvertragsklauseln und britischem Zusatz. Die Liste der Unterauftragnehmer führt AWS, MongoDB, Mux und Fastly, sämtlich mit den USA als Verarbeitungsort, dazu Pusher und Ciklum in Großbritannien. Einen Speicherort in der EU weist der Anbieter nicht aus (Vertragstext, abgerufen am 19.09.2026).
Das Guthaben rechnet pro Jahr, nicht pro Monat. Lite bringt 300 Punkte im Jahr, Professional 500, Advanced 1.200. Ist das Jahresguthaben verbraucht, ruhen die KI-Funktionen bis zur nächsten Erneuerung, sofern niemand nachkauft. Ein Paket mit 125 Punkten kostet 49 US-Dollar, 300 Punkte 99 und 450 Punkte 149 (Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).
Drei bis dreißig Minuten, je nach Tarif. Der Gratiszugang endet bei drei Minuten in 720p und mit Wasserzeichen, Lite bei zehn, Professional bei zwanzig, Advanced bei dreißig Minuten. Längere Schulungen zerfallen deshalb in Folgen. Für das Unternehmenspaket nennt der Anbieter keine veröffentlichte Grenze (Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).
Die fertigen Filme, nicht die Projekte. Powtoon gibt Videos als MP4-Datei heraus, dazu PDF und PowerPoint, und veröffentlicht direkt auf YouTube, Vimeo, Wistia, LinkedIn und in Microsoft Teams. Die MP4-Ausgabe hängt an einem bezahlten Tarif. Ein Format, das Szenen, Figuren und Zeitverläufe in ein anderes Programm trägt, bietet der Anbieter nicht (Ausgabeformate, abgerufen am 19.09.2026).
Ja, als PPTX-Datei bis 100 MB, die Funktion führt Powtoon aber als Beta. Nach dem Hochladen gibt es drei Wege: unverändert weiterarbeiten, eine KI-Stimme darüberlegen oder den Inhalt neu als Video gestalten. Text, Formen, Bilder, Tabellen und einfache Diagramme wandern mit; Animationen, Ton, eingebettete Videos, SmartArt und Notizen bleiben zurück. Keynote und Google-Folien verlangen vorher eine Umwandlung (Hilfeartikel zum Import, abgerufen am 19.09.2026).
Ja, mit einer Grenze beim Weiterverkauf. Die bezahlten Tarife decken den betrieblichen Einsatz der Vorlagen und Medien ab. Das Recht, damit erstellte Videos an Dritte zu verkaufen, führt Powtoon ausdrücklich erst beim Advanced-Tarif auf. Agenturen, die im Kundenauftrag produzieren, klären diesen Punkt vor der Buchung (Preisseite, abgerufen am 19.09.2026).
Rollen und gemeinsame Ordner erst im Unternehmenspaket. Nutzerrechte, Rollenverwaltung, geteilte Teamordner sowie Kommentare und Freigaben am Video nennt Powtoon ausschließlich beim Enterprise-Angebot. Zwischen Advanced und Enterprise führt die Preisliste keine Zwischenstufe für kleine Gruppen. Ob mehrere Personen dasselbe Projekt zeitgleich bearbeiten, beschreibt der Anbieter nicht (Enterprise-Seite, abgerufen am 19.09.2026).
Nein, weder Oberfläche noch Hilfecenter. Der Anbieter führt Website und Hilfecenter auf Englisch, zusätzlich auf Spanisch, und betreut Anfragen über englischsprachige Tickets. Deutsche Inhalte im Video selbst bleiben davon unberührt, den Text schreibt ohnehin die eigene Redaktion (Hilfecenter, abgerufen am 19.09.2026).
Die Wahl fällt danach, wer im Video spricht. Soll ein fotorealistischer Mensch als Avatar auftreten, führt der Weg zu HeyGen, dessen Technik Powtoon für die eigenen Avatare ohnehin zukauft. Für Schnitt an echtem Filmmaterial statt Animation passt CapCut. Wer Grafiken, Folien und kurze Clips aus einem Baukasten braucht, findet bei Canva den größeren Vorlagenbestand.




