Microsoft Power Automate ist eine Prozessautomatisierungs-Software, mit der Unternehmen Workflows zwischen Apps und Diensten erstellen, um Dateien zu synchronisieren, Benachrichtigungen auszulösen oder Daten zu erfassen. Nutzer automatisieren wiederkehrende Aufgaben und standardisieren digitale Abläufe ohne tiefes Programmierwissen. Dafür stehen Funktionen wie AI Builder und Process Mining zur Verfügung, die Prozesse analysieren und KI-gestützte Schritte in Automationen einbinden.

8,2/10
Gesamtbewertung
Produktivität
9/10
Benutzerfreundlichkeit
7/10
Kundensupport
8/10

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Einfache Abläufe ohne Zusatzlizenz in Microsoft 365
  • Verarbeitung nach Anbieterangabe in der EU-Datengrenze
  • Sehr viele fertige Verbindungen und Vorlagen

Nachteile

  • Verbindungen außerhalb von Microsoft kosten Zusatzlizenz
  • Guthabenpunkte für KI laufen am 1. November 2026 aus
  • Abläufe lassen sich nicht in ein fremdes System übertragen

Funktionen

  • Abläufe zwischen Apps verknüpfen: ein Auslöser wie der Empfang einer E-Mail startet Aktionen in anderen Diensten, in der Cloud als Cloud Flow.
  • Über 1.000 fertige Schnittstellen: Konnektoren verbinden Microsoft-Dienste und Fremdsysteme wie SAP, Salesforce oder Google, außerhalb von Microsoft 365 nur mit Zusatzlizenz.
  • Automatisierung am Bildschirm als Desktop Flow: zeichnet Maus- und Tastatureingaben in älteren Programmen und auf Webseiten auf, braucht eine höherwertige Lizenz.
  • Bestehende Abläufe analysieren: Process Mining zeigt anhand echter Nutzungsdaten, wo Prozesse stocken und wo sich Schritte einsparen lassen.
  • KI-Bausteine einbinden: der AI Builder liest zum Beispiel Rechnungen aus und übernimmt Beträge automatisch in den weiteren Ablauf.
  • Abläufe per Zuruf erstellen: Copilot baut aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache einen ersten Entwurf für einen neuen Ablauf.
  • Unbeaufsichtigte Bots: Abläufe laufen im Hintergrund ohne angemeldete Person, etwa nachts oder auf einem eigenen Rechner.
  • Start nach Zeitplan oder Ereignis: ein Ablauf lässt sich zu festen Zeiten auslösen oder sobald in einer angebundenen App etwas passiert.

Setup

Browser-Version
Desktop-App
Mobile-App

Sprache

DE-Interface
DE-Support
DE-Dokumentation

Datenschutz

Serverstandort in der EU
EU-Standardvertrag

Unsere Bewertung

Produktivität

9/10

Deutliche Produktivitätsgewinne entstehen durch die tiefe Integration in M365 (SharePoint, Teams, Outlook) und die Möglichkeit, ganze End-to-End-Prozessketten sowie auch Legacy-Systeme via RPA zu automatisieren. Dadurch werden manuelle Routinearbeiten, Durchlaufzeiten und Fehler reduziert. Ein Punkt Abzug, weil der volle Effizienzhebel oft erst mit etwas Einarbeitung und klar definierten Prozessen im Unternehmen gehoben wird.

Benutzerfreundlichkeit

7/10

Dank Vorlagen, einer Oberfläche zum Ziehen und Ablegen und der engen Verzahnung mit Microsoft lassen sich einfache Automatisierungen schnell umsetzen, besonders wenn bereits mit M365 gearbeitet wird. Für komplexere Workflows, Lizenz- und Governance-Themen ist jedoch technisches Know-how und IT-Unterstützung nötig.

Kundensupport

8/10

Das umfangreiche Partnernetzwerk und vertragliche SLAs bieten Sicherheit, allerdings sind die Daten zur Qualität der offiziellen Dokumentation nicht konsistent und werden von Nutzern teils kritisch gesehen. In der Praxis fungiert meist die riesige Community als effektivste Hilfe, da der Direktsupport mitunter schwankende Reaktionszeiten aufweist.

Einsatzbereiche

  • Genehmigungen: Mehrstufige Freigaben für Urlaubsanträge, Rechnungen oder Dokumente laufen automatisch an die richtige Stelle. Der Bearbeitungsstand bleibt jederzeit sichtbar. Die Entscheidung selbst trifft weiterhin ein Mensch, das System sorgt nur dafür, dass nichts liegen bleibt.
  • Datenübertragung: Informationen wandern zwischen Programmen, ohne dass jemand abtippt. Das senkt Fehlerquellen bei Routinearbeit deutlich. Bei personenbezogenen Daten gehört vorher geklärt, welche Systeme beteiligt sind und wo verarbeitet wird, dafür bleibt der Betrieb verantwortlich.
  • Dokumentenablage: E-Mail-Anhänge und neue Berichte landen selbsttätig im richtigen Ordner, nach festen Regeln für Benennung und Speicherort. Das Ergebnis ist eine Ablage, in der alle dasselbe finden. Der Aufwand liegt darin, die Regeln einmal sauber festzulegen.
  • Benachrichtigungen: Hinweise zu Fristen, Statuswechseln oder neuen Anfragen kommen ins Postfach oder in den Team-Chat. Gute Filterregeln sind dabei wichtiger als die Technik, sonst entsteht nur mehr Rauschen.

Screenshots

Preis

Kostenloser Testzeitraum
Kostenlose Basisversion

Der Hebel liegt nicht in der Tarifstufe, sondern in der Frage, was Microsoft 365 schon abdeckt: Abläufe mit Standardverbindungen innerhalb der Microsoft-Welt sind enthalten, begrenzt auf 6.000 Anfragen je Nutzer und Tag. Nicht enthalten sind Verbindungen zu Fremdsystemen, eigene Schnittstellen, die Automatisierung am Arbeitsplatzrechner und die Anbindung an Systeme im eigenen Haus. Beträge netto in Euro bei jährlicher Abrechnung.

  • Premium: 13,00 Euro je Nutzer und Monat. Abläufe in der Cloud und am Arbeitsplatzrechner.
  • Process: 130,00 Euro je Bot und Monat, nicht je Nutzer. Abläufe, die ohne Person im Hintergrund laufen.
  • Process mit bereitgestelltem Rechner: 186,30 Euro je Bot.
  • Prozessanalyse: 4.332,40 Euro je Mandant und Monat, als Zusatzpaket.

Sobald ein Ablauf eines dieser Dinge braucht, fällt die Premium-Lizenz an, und das ist der häufigste Überraschungsmoment im Projekt. Dazu kommt ein Wechsel mit Frist: Die bisherigen Guthabenpunkte für KI-Funktionen laufen am 1. November 2026 aus, auch die in Lizenzen enthaltenen, an ihre Stelle treten getrennt zu kaufende Copilot-Punkte (Anbieterangaben, Stand September 2026).

Unser Fazit

Power Automate ist selten die beste Automatisierung, aber oft die naheliegende. Wer ohnehin mit Microsoft 365 arbeitet, baut einfache Abläufe ohne einen einzigen Euro Zusatzkosten, mit Verarbeitung nach Anbieterangabe innerhalb der EU-Datengrenze und einer Verwaltung, die eine IT-Abteilung ernst nehmen kann.

Die Rechnung kippt an einer klaren Stelle: Sobald ein Ablauf ein System außerhalb der Microsoft-Welt anspricht, braucht es die Premium-Lizenz zu 13 Euro je Nutzer und Monat. Das trifft mehr Projekte, als man vorher denkt, und es trifft sie meist erst beim Rollout. Wer plant, klärt diese Frage am ersten Tag.

Zwei weitere Punkte gehören auf den Zettel. Die bisherigen Guthabenpunkte für KI-Funktionen laufen am 1. November 2026 aus und werden durch ein eigenes Punktesystem ersetzt. Und die gebauten Abläufe lassen sich nicht in ein anderes System übertragen: Was hier entsteht, bleibt bei Microsoft. Für einen Betrieb, der ohnehin dort zu Hause ist, ist das kein Argument. Für alle anderen sind Make oder n8n günstiger und beweglicher.

Häufige Fragen

Was kostet Power Automate?

Die Premium-Lizenz kostet 13,00 Euro je Nutzer und Monat, netto, bei jährlicher Abrechnung. Die Process-Lizenz für unbeaufsichtigte Abläufe liegt bei 130,00 Euro je Bot und Monat, die Variante mit von Microsoft bereitgestelltem Rechner bei 186,30 Euro. Das Zusatzpaket für Prozessanalyse kostet 4.332,40 Euro je Mandant und Monat. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Was ist in Microsoft 365 schon enthalten?

Abläufe mit Standardverbindungen, also innerhalb der Microsoft-Welt, mit einer Grenze von 6.000 Anfragen je Nutzer und Tag. Nicht enthalten sind die sogenannten Premium-Verbindungen zu Fremdsystemen, eigene Verbindungen, die Automatisierung am Arbeitsplatzrechner, die Anbindung an Systeme im eigenen Haus und die Prozessanalyse. Genau diese Punkte führen in der Praxis zur Zusatzlizenz.

Wann brauche ich die Premium-Lizenz?

Sobald ein Ablauf ein System außerhalb von Microsoft 365 anspricht, etwa eine Warenwirtschaft, eine Datenbank im Haus oder eine beliebige Schnittstelle. Diese Grenze ist der häufigste Überraschungsmoment: Der Ablauf funktioniert im Test und stoppt beim Rollout an der Lizenzfrage.

Wann lohnt die Process-Lizenz?

Wenn ein Ablauf ohne Person im Hintergrund läuft und viele Menschen davon profitieren. Diese Lizenz gilt je Bot, nicht je Nutzer, es dürfen also beliebig viele Personen den Ablauf auslösen. Ab etwa zehn Nutzern ist sie günstiger als zehn Einzellizenzen.

Wie viele Durchläufe sind erlaubt?

Gerechnet wird in Anfragen an die Plattform je 24 Stunden: 6.000 je Nutzer mit Microsoft 365, 40.000 je Nutzer mit Premium, 250.000 je Process-Lizenz. Diese Grenzen gelten seit einer Übergangsphase, deren Ende Microsoft noch nicht festgelegt hat. Für die Planung sind sie die entscheidende Größe.

Was passiert mit den Guthabenpunkten für KI-Funktionen?

Die bisherigen Punkte laufen aus. Der Verkauf der bisherigen Punkte endete am 1. November 2025, die Nutzung endet am 1. November 2026, auch für die in Lizenzen enthaltenen Punkte. An ihre Stelle treten Copilot-Punkte, die getrennt gekauft werden. Wer heute KI-Funktionen in Abläufen einsetzt, plant diesen Wechsel ein. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Gibt es eine kostenlose Version?

Keinen eigenständigen kostenlosen Tarif. Wer Microsoft 365 hat, kann einfache Abläufe ohne Zusatzkosten bauen. Dazu gibt es eine Testphase, deren Dauer Microsoft an verschiedenen Stellen unterschiedlich angibt, zwischen 30 und 90 Tagen.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Nach Anbieterangabe innerhalb der EU-Datengrenze. Eine Ausnahme betrifft Abläufe, die vor November 2024 angelegt wurden: Diese übertragen pseudonymisierte Daten zeitweise aus der EU heraus, bis sie mit einem eigenen Werkzeug umgestellt werden. Wer ältere Abläufe betreibt, sollte das prüfen. (Anbieterangaben, Stand September 2026)

Braucht es Programmierkenntnisse?

Für einfache Abläufe nicht, Vorlagen und ein Baukasten reichen. Sobald Daten zwischen Systemen umgeformt werden müssen, braucht es aber ein Verständnis dafür, wie diese Daten aufgebaut sind. An dieser Stelle steigen viele aus.

Was unterscheidet Abläufe in der Cloud von denen am Arbeitsplatzrechner?

Abläufe in der Cloud verbinden Onlinedienste miteinander und laufen ohne eingeschalteten Rechner. Abläufe am Arbeitsplatz steuern klassische Programme wie ein Mensch, per Mausklick und Tastatur. Letztere brauchen die Premium-Lizenz und einen laufenden Rechner.

Was passiert mit meinen Abläufen, wenn wir Microsoft verlassen?

Die Abläufe bleiben im Microsoft-Umfeld. Abläufe lassen sich als Datei exportieren, aber nur für den Import in eine andere Power-Automate-Umgebung, nicht in ein fremdes System. Wer eine Ablagestruktur darauf aufbaut, geht eine langfristige Bindung ein.

Welche Alternativen zu Power Automate gibt es?

Make und n8n sind günstiger und flexibler bei Verbindungen außerhalb der Microsoft-Welt, n8n läuft zudem auf eigenen Servern. Zapier deckt die meisten Dienste ab und ist am einfachsten. Power Automate gewinnt, wenn der Betrieb ohnehin auf Microsoft 365 läuft. Einen Vergleich bietet unser Beitrag zu den besten KI-Assistenten für den Arbeitsalltag.

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026

Über den Autor

Beitrag von Redaktion KI Kompass

Redaktion KI Kompass

Die Redaktion des KI Kompass recherchiert, analysiert und bewertet Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz, Automatisierung und KI-Tools. Beiträge dieses Profils entstehen gemeinschaftlich innerhalb der Redaktion und dienen der sachlichen Einordnung, Orientierung und Aktualisierung relevanter Themen.

Aktuelle Tools

1.

Zapier

19.09.2026
2.

n8n

19.09.2026
3.

Canva

19.09.2026
4.

Jasper

19.09.2026
5.

Cursor

19.09.2026
6.

Notion

19.09.2026