
LTX
LTX Studio setzt dort an, wo die meisten Videogeneratoren aufhören: bei der Planung. Aus einem Skript oder einer Idee entsteht zuerst ein Storyboard aus einzelnen Einstellungen, danach Bild, Ton und Schnitt in derselben Oberfläche. Lightricks führt das Werkzeug inzwischen unter der Dachmarke LTX, die alte Adresse leitet auf ltx.io weiter; daneben stehen die offenen LTX-Modelle, eine Schnittstelle und eine kostenlose Anwendung für den eigenen Rechner. Figuren, Orte und Gegenstände legt ein Projekt einmal an und ruft sie in jeder Einstellung wieder auf. Fremdmodelle von Google, Kling und Seedance stehen im selben Fenster zur Wahl.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Planung, Erzeugung und Schnitt laufen in einer Oberfläche
- Figuren, Orte und Gegenstände bleiben über alle Einstellungen gleich
- Fremdmodelle wie Veo 3.1, Kling und Seedance ohne eigenes Abonnement
- Daneben eine quelloffene Anwendung, die auf dem eigenen Rechner erzeugt
Nachteile
- Die Lizenz für gewerbliche Nutzung beginnt erst in der dritten Tarifstufe
- Bis einschließlich Standard fließen Eingaben und Ergebnisse ins Modelltraining (Anbieterangabe)
- Der Anbieter nennt in seinen Unterlagen keinen Serverstandort
- Das Startguthaben gibt es einmalig, nicht in jedem Abrechnungszeitraum
- Kein deutschsprachiger Support, Oberfläche und Hilfe ausschließlich auf Englisch
Funktionen
- Storyboard aus dem Skript: Aus einem Text entstehen einzelne Einstellungen samt Figuren und Modellvorschlag; Reihenfolge und Bildinhalt bleiben danach änderbar.
- Elements: Figuren, Orte und Gegenstände legt das Projekt einmal an und ruft sie über ein Zeichen in jeder Einstellung wieder auf.
- Retake: Ein Abschnitt von zwei bis sechzehn Sekunden wird neu erzeugt, während die umliegende Aufnahme unverändert stehen bleibt.
- Ton steuert Bild: Aus einer hochgeladenen Tonspur erzeugt LTX das passende Bild und richtet Lippenbewegung und Tempo danach aus.
- Modellwahl im Projekt: Neben den eigenen LTX-Modellen stehen Veo 3.1, Kling, Seedance und FLUX.2 bereit, die stärksten davon erst in den oberen Stufen.
- Kamerawege als Vorgabe: Fahrt, Schwenk, Kran oder ruhige Einstellung wählt das Projekt aus einer Liste statt über umständlichen Beschreibungstext.
- Zeitleiste und Schnitt: Einstellungen, Ton und Übergänge ordnet der Schnittbereich im selben Fenster, ohne Umweg über ein zweites Programm.
- Länge je Einstellung: Eine einzelne Aufnahme reicht je nach Modell von drei bis zwanzig Sekunden; längere Filme entstehen aus mehreren Einstellungen.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Die Software beschleunigt die Vorproduktion und das Storyboarding, da Charaktere und Stile über verschiedene Szenen hinweg einheitlich gehalten werden. Für ein markenkonformes Ergebnis ist jedoch oft noch manuelle Nacharbeit nötig.
Benutzerfreundlichkeit
Der Weg von der Idee zum ersten Entwurf ist kurz: Text eingeben, Storyboard prüfen, erzeugen lassen. Wer danach Kamera, Figuren und Schnittfolge selbst steuern will, arbeitet sich durch deutlich mehr Einstellungen als bei reinen Textgeneratoren. Dazu kommt die Rechnung in Guthaben, deren Verbrauch sich erst mit Erfahrung abschätzen lässt. Hilfe und Beschriftung bleiben durchgehend englisch.
Kundensupport
Support gibt es vor allem über englischsprachige Community-Kanäle, Discord und Tutorials, was für einfache Fragen gut funktioniert, aber keinen verlässlichen, deutschsprachigen Unternehmenssupport mit klaren Reaktionszeiten bietet.
Einsatzbereiche
Vorproduktion: Aus einem Skript baut LTX Studio eine Abfolge einzelner Einstellungen samt Figuren, Orten und Modellvorschlag. Regie und Kundschaft sehen den Ablauf, bevor eine einzige Aufnahme entsteht. Das ersetzt das Zeichnen des Storyboards, nicht die Entscheidung darüber.
Werbeclip: Kurze Filme für Anzeigen und soziale Netze entstehen ohne Dreh. Weil Figuren und Orte über alle Einstellungen gleich bleiben, hält eine Kampagne visuell zusammen. Die gewerbliche Nutzung setzt allerdings mindestens die dritte Tarifstufe voraus.
Schulungsfilm: Trockene Anleitungen werden zu bebilderten Erklärungen, die eine hochgeladene Tonspur steuert. Lippenbewegung und Rhythmus richten sich nach der Aufnahme. Betriebsinterne Unterlagen gehören dabei nicht in die Eingabefelder, solange der Tarif das Training nicht ausschließt.
Angebot und Pitch: Der Pitch-Bereich fasst Einstellungen, Stilbilder und Text zu einer Vorlage für die Kundschaft zusammen. Agenturen zeigen damit eine Idee, statt sie zu beschreiben. Der Aufwand dafür liegt bei Stunden statt Tagen.
Nachbesserung: Missrät eine Passage, erzeugt Retake einen Abschnitt von zwei bis sechzehn Sekunden neu. Der Rest der Aufnahme bleibt unangetastet. So kostet ein misslungener Blick nicht das ganze Projekt.
Screenshots




Preis
Der Anbieter rechnet in US-Dollar und nicht nach Minuten, sondern nach Guthaben: Längere Einstellungen, höhere Auflösung und die teureren Fremdmodelle ziehen mehr davon ab. Der zweite Hebel ist rechtlicher Art. Die Lizenz für gewerbliche Nutzung beginnt erst in der dritten Stufe, darunter bleibt jedes Ergebnis Privatsache.
- Free: 0 US-Dollar. 800 Guthaben einmalig statt monatlich, ein Platz, Wasserzeichen und geringere Auflösung.
- Lite: 15 US-Dollar im Monat, 12 bei Jahreszahlung (rund 11 Euro). 8.000 Guthaben, ein Platz, kein Wasserzeichen, weiterhin nur private Nutzung.
- Standard: 35 US-Dollar im Monat, 28 bei Jahreszahlung (rund 26 Euro). 28.000 Guthaben, drei Mitwirkende je Projekt, gewerbliche Lizenz.
- Pro: 125 US-Dollar im Monat, 100 bei Jahreszahlung (rund 92 Euro). 110.000 Guthaben, Zugriff auf Veo 3.1.
- Enterprise: auf Anfrage. Plätze ohne Grenze, eigenes Modelltraining, Nachweise nach SOC 2 und ISO.
An dieser Liste hängt mehr als der Betrag. Erst im Pro-Tarif sagt Lightricks zu, Eingaben und Ergebnisse nicht für das eigene Modelltraining zu verwenden; für die Standard-Stufe nennt der Rahmenvertrag genau diese Nutzung (Preisseite und Rahmenvertrag für Firmenkunden, abgerufen am 19.09.2026; Euro-Beträge gerundet).
Unser Fazit
LTX Studio ist das Werkzeug für erzählte Videos, nicht für den einzelnen Effektclip. Aus einem Skript entsteht zuerst ein Storyboard aus einzelnen Einstellungen, danach laufen Bild, Ton und Schnitt in derselben Oberfläche; Figuren, Orte und Gegenstände legt ein Projekt einmal an und ruft sie in jeder Einstellung wieder auf. Für Agenturen, die einen Ablauf vor dem Dreh zeigen müssen, liegt darin die eigentliche Ersparnis. Zwei Grenzen gehören aus unserer Sicht vorher auf den Tisch. Die gewerbliche Lizenz beginnt erst in der dritten Stufe, bei 35 US-Dollar im Monat oder 28 im Jahresvertrag, und bis einschließlich dieser Stufe nennt der Rahmenvertrag Eingaben und Ergebnisse ausdrücklich als Trainingsmaterial. Erst der Pro-Tarif schließt das aus. Gegen Runway verliert LTX Studio beim einzelnen Clip in Höchstqualität und gewinnt, sobald eine Geschichte über mehrere Einstellungen trägt. Betriebsinterne Unterlagen haben unterhalb der Pro-Stufe in den Eingabefeldern nichts verloren.
Häufige Fragen
Ja, außer im Pro-Tarif. Die Datenschutzerklärung der LTX-Plattform nennt Eingaben, Metadaten, Ergebnisse sowie daraus gebildete Gesichts- und Stimmmodelle als Grundlage für KI-Training, gestützt auf eine Einwilligung; ohne diese Einwilligung bleibt die Nutzung versperrt. Der Rahmenvertrag für Firmenkunden hält allein für die Pro-Stufe fest, dass Eingaben und Ergebnisse nicht ins Training gehen (Datenschutzerklärung, abgerufen am 19.09.2026).
Den Vertrag gibt es, den Standort nennt niemand. Der Rahmenvertrag für Firmenkunden verweist auf getrennte Auftragsverarbeitungsverträge für die Standard- und die Pro-Stufe. Einen Serverstandort nennt Lightricks in keinem der öffentlichen Dokumente; für Übermittlungen aus der Europäischen Union beruft sich der Anbieter auf Standardvertragsklauseln. Gesichts- und Stimmmodelle löscht er nach eigener Angabe spätestens zwei Jahre nach der letzten Nutzung.
Dann steht die Erzeugung bis zur nächsten Abrechnung. Die Grenze setzt in jeder Stufe das Guthaben: 800 einmalig im Gratiszugang, 8.000 in Lite, 28.000 in Standard, 110.000 in Pro. Wie viel eine Aufnahme kostet, hängt von Länge, Auflösung und gewähltem Modell ab. Zusätzliches Guthaben verkauft der Anbieter nach Bedarf.
Als fertige Video- und Bilddateien. Im Gratiszugang tragen sie ein Wasserzeichen und eine niedrigere Auflösung, ab der ersten bezahlten Stufe entfällt beides. Das Projekt selbst, also Storyboard, Figuren und Zeitleiste, verlässt die Plattform nicht in einem offenen Format. Wer Material weiterverwenden will, exportiert es deshalb einstellungsweise.
Ja, aber unter einem größeren Dach. Lightricks führt LTX inzwischen als Marke für mehrere Angebote: die Videomodelle LTX-2.5 und LTX-2.3, eine Schnittstelle, offene Modellgewichte und die kostenlose Anwendung LTX Desktop. LTX Studio bleibt davon das Produkt mit Storyboard, Zeitleiste und Abonnement. Die frühere Adresse leitet auf die neue weiter.
Für LTX Studio nicht, für LTX Desktop schon. Studio rechnet in der Cloud, es genügen Browser und Verbindung. Die quelloffene Anwendung LTX Desktop erzeugt dagegen auf dem eigenen Gerät und verlangt laut Anbieter eine NVIDIA-Karte mit mindestens 16 Gigabyte Grafikspeicher oder einen Mac mit Apple Silicon, dazu rund 160 Gigabyte Platz.
Ja, das ist die eigentliche Stärke. Unter Elements legt ein Projekt Figuren, Orte und Gegenstände an; ein Zeichen im Text ruft sie in jeder Einstellung wieder auf. Aussehen und Kleidung bleiben dadurch über das ganze Vorhaben hinweg erkennbar. Bei starken Perspektivwechseln bleibt trotzdem Nacharbeit übrig.
Der Anbieter sagt Lippensynchronität zu, ohne Sprachen zu nennen. Wer eine Tonspur hochlädt, bekommt daraus Bild, Bewegung und passende Lippen; die Dokumentation beschreibt das Verfahren ausdrücklich für Dialog und Sprechertext. Eine Liste unterstützter Sprachen veröffentlicht LTX nicht, eine deutsche Tonspur ist also zu erproben statt vorauszusetzen.
Erst ab der dritten Stufe gewerblich verwertbar. Free und Lite räumen nach der Preisseite nur eine private Lizenz ein, Standard, Pro und Enterprise eine gewerbliche. Unabhängig davon bleibt die urheberrechtliche Einordnung maschinell erzeugter Werke international ungeklärt, was bei Kampagnenmaterial eine eigene Prüfung nötig macht.
Sobald es nur um eine einzelne kurze Aufnahme geht. Für den einen Clip in höchster Bildqualität greifen viele zu Kling AI, für Werbefilme mit Vorlagen und schneller Abstimmung zu Higgsfield. Sobald eine Geschichte über mehrere Einstellungen trägt, dreht sich das Verhältnis zugunsten von LTX Studio.






