
Audacity ist ein Programm für Aufnahme und Bearbeitung von Ton und läuft auf Windows, macOS und Linux. Es eignet sich für Sprachaufnahmen, Podcasts und einfache Musikprojekte, nimmt mehrere Spuren gleichzeitig auf, schneidet sie und exportiert in gängige Formate. Rauschminderung, Kompressor, Entzerrer und Frequenzanalyse gehören zum Lieferumfang, weitere Effekte kommen über Erweiterungen dazu. Zusätzliche Erweiterungen bringen Funktionen wie Transkription oder das Trennen von Stimme und Musik, die auf dem eigenen Rechner rechnen. Im September 2026 erschien Version 4.0 mit einer vollständig neu gebauten Oberfläche.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Kostenlos, quelloffen, auch kommerziell nutzbar
- Neue Oberfläche seit Version 4.0
- KI-Funktionen rechnen lokal, ohne Cloud
Nachteile
- Version 4.0 hat Funktionen aus Version 3 verloren
- Kein Ansprechpartner, keine zugesagte Reaktionszeit
- Kein gemeinsames Arbeiten am selben Projekt
Funktionen
- Mehrere Spuren gleichzeitig aufnehmen: Sprache, Podcasts und einfache Musikprojekte lassen sich in getrennten Spuren aufzeichnen und schneiden.
- Rauschminderung, Kompressor und Entzerrer eingebaut: die wichtigsten Werkzeuge zur Tonbearbeitung sind ohne Zusatzinstallation vorhanden.
- Frequenzanalyse zur Fehlersuche: zeigt das Spektrum einer Aufnahme, um Störgeräusche gezielt zu finden.
- Tempo- und Tonhöhenänderung: Spuren lassen sich nachträglich im Tempo anpassen oder in der Tonlage verschieben, ohne neu aufzunehmen.
- KI-Funktionen rechnen lokal auf dem eigenen Rechner: Stimmtrennung, Rauschunterdrückung und Transkription laufen ohne Internetverbindung und ohne Cloud.
- Stimme und Musik trennen: eine Erweiterung zieht Gesang und Instrumente aus einer fertigen Aufnahme auseinander.
- Neu gebaute Oberfläche seit Version 4.0: seit September 2026 vollständig überarbeitet, dabei sind einzelne Funktionen aus Version 3 verloren gegangen.
- Kein gemeinsames Arbeiten am selben Projekt: mehrere Personen können nicht gleichzeitig an einer Datei arbeiten.
Setup
Sprache
Datenschutz
Unsere Bewertung
Produktivität
Schneiden, Kürzen und einfacher Feinschliff gehen zügig, und Version 4.0 hat die Arbeit mit einzelnen Tonabschnitten vereinfacht. Zwei Punkte kosten die bessere Note. Es fehlt jede Automatisierung, jeder Arbeitsschritt bleibt Handarbeit. Und beim Sprung auf Version 4.0 sind Funktionen aus Version 3 weggefallen, die manche Produktion noch braucht. Diesen Verlust rechnen wir hier an, nicht bei der Bedienung.
Benutzerfreundlichkeit
Version 4.0 hat die Oberfläche neu gebaut, mit beweglichen Werkzeugleisten, drei fertigen Arbeitsumgebungen und einem dunklen Modus. Für Einsteiger ist das ein klarer Fortschritt, die Oberfläche selbst gibt es auf Deutsch. Wer von Version 3 kommt, muss sich allerdings neu zurechtfinden. Unterm Strich überwiegt der Gewinn, deshalb bleibt es bei sieben Punkten.
Kundensupport
Als freies Projekt bietet Audacity weder feste Ansprechpartner noch zugesagte Reaktionszeiten. Hilfe kommt aus dem Handbuch und dem Forum, beides auf Englisch. Die Oberfläche selbst ist auf Deutsch verfügbar. Für Betriebe, die im Störungsfall jemanden brauchen, ist das die größte Schwäche.
Einsatzbereiche
- Podcastproduktion: Sprachaufnahmen landen im Programm, fehlerhafte Passagen verschwinden über die Zeitleiste. Der Export erfolgt als MP3 in der Qualität, die die jeweilige Plattform verlangt. Für eine wöchentliche Folge reicht das völlig aus.
- Rauschunterdrückung: Maschinen- oder Raumrauschen aus Interviewaufnahmen filtert die Software direkt heraus. Eine Erweiterung trennt dabei die Stimme vom Hintergrund, und zwar auf dem eigenen Rechner. Das Ergebnis wandert anschließend in das Videoschnittprogramm.
- Transkription: Aufgezeichnete Telefoninterviews werden im Editor zu Text. Die Spracherkennung läuft ohne Internetverbindung, die Aufnahme verlässt den Rechner also nicht. Bei vertraulichen Gesprächen ist das der entscheidende Unterschied zu Cloud-Diensten.
- Schulungsmaterial: Erklärungen für interne Unterlagen entstehen als Tonaufnahme, samt Zwischenschnitt und gleichmäßiger Lautstärke. Auch ohne Tonstudio ist das Ergebnis gut genug für eine Lernplattform oder eine Präsentation.
Preis
Bei Audacity geht es nicht um Tarifstufen, sondern um die Frage, was stattdessen Geld kostet. Die Software steht unter einer freien Lizenz, auch für den kommerziellen Einsatz im Betrieb.
- Programm: kostenlos. Keine Lizenzgebühr, kein Abo, keine nutzungsabhängigen Kosten.
- KI-Erweiterungen: kostenlos (Rauschunterdrückung, Stimmtrennung, Transkription). Die Rechenarbeit läuft auf dem eigenen Rechner statt in einer Cloud, also keine Folgekosten je Minute Audio.
- Betreuung: keine. Kein Vertrag mit zugesagten Reaktionszeiten, keine Rechnung für die Buchhaltung.
- Arbeitszeit: der eigentliche Posten, Einarbeitung eingerechnet.
Der Vergleich mit einem bezahlten Werkzeug lohnt bei regelmäßiger Tonarbeit: Verbringt eine Person monatlich mehrere Stunden mit Nacharbeit, ist ein Abo für 15 Euro schnell günstiger als die eingesparte Lizenzgebühr (Stand September 2026).
Unser Fazit
Audacity war jahrelang das Programm, das man benutzt hat, obwohl es hässlich war. Mit Version 4.0 vom September 2026 fällt dieses Argument weg: Die Oberfläche ist komplett neu gebaut, mit beweglichen Leisten, dunklem Modus und einem Schnittmodell, das mit einzelnen Tonabschnitten statt mit Werkzeugmodi arbeitet.
Damit entsteht allerdings ein neues Problem. Version 4.0 hat Funktionen verloren, die es in Version 3 gab: die Stapelverarbeitung, die Skriptschnittstelle, MIDI-Spuren und einzelne Erweiterungsformate. Wer diese Dinge nutzt, wartet mit dem Umstieg oder bleibt vorerst bei Version 3.
Unsere Einschätzung: Für Podcasts, Sprachaufnahmen und schnelle Korrekturen ist Audacity nach wie vor das beste Angebot zum Nulltarif, und die KI-Funktionen rechnen lokal, was bei vertraulichen Aufnahmen zählt. Wer täglich Ton bearbeitet, viele Folgen produziert oder im Team am selben Projekt arbeitet, ist mit einem bezahlten Werkzeug schneller. Und wer einen Ansprechpartner braucht, wenn etwas nicht geht, ist hier grundsätzlich falsch.
Häufige Fragen
Nichts, auch nicht im Betrieb. Die Software steht unter einer freien Lizenz, die kommerzielle Nutzung ist erlaubt. Auch die offiziellen KI-Erweiterungen sind kostenlos und rechnen ohne nutzungsabhängige Gebühren.
Version 4.0 erschien Anfang September 2026 und bringt eine vollständig neu gebaute Oberfläche mit beweglichen Leisten, drei fertigen Arbeitsumgebungen und hellem, dunklem und kontrastreichem Erscheinungsbild. Geschnitten wird nun über einzelne Tonabschnitte statt über Werkzeugmodi, und die Aufnahme kann an jeder Stelle der Zeitleiste beginnen.
Nicht in jedem Fall. In Version 4.0 fehlen vorerst Funktionen aus Version 3, darunter die Stapelverarbeitung, die Skriptschnittstelle, MIDI-Spuren und einzelne Erweiterungsformate. Wer damit arbeitet, prüft vor dem Umstieg, ob alles Benötigte vorhanden ist.
Bei den offiziellen KI-Erweiterungen nicht. Rauschunterdrückung, Stimmtrennung und Transkription rechnen auf dem eigenen Gerät, es geht nichts an einen externen Dienst. Das ist der größte Vorteil gegenüber Cloud-Werkzeugen. Wer die neue Cloud-Ablage nutzt, überlegt sich das bei vertraulichem Material getrennt.
Für Aufnahme und Schnitt genügt ein normaler Bürorechner. Die KI-Funktionen brauchen deutlich mehr: Auf älteren Geräten dauert eine Transkription oder Stimmtrennung deutlich länger, sie läuft aber durch.
Die Grundlagen sitzen bei den meisten nach einem halben Tag: Aufnehmen, Schneiden, Lautstärke angleichen, Exportieren. Mit der neuen Oberfläche geht das leichter als früher. Für die KI-Erweiterungen kommt eine gesonderte Einrichtung dazu.
Handbuch und Forum, beide auf Englisch. Einen Support mit zugesagter Reaktionszeit gibt es nicht. Betriebe, die auf Ton angewiesen sind, sollten das einkalkulieren oder eine bezahlte Alternative wählen.
Nein. Audacity ist ein Programm für einen Arbeitsplatz. Projekte lassen sich über die Cloud-Ablage teilen und nacheinander bearbeiten, gleichzeitiges Schneiden gibt es nicht.
Ja, über die üblichen Verteilwerkzeuge der IT. Eine zentrale Verwaltung mit automatischen Updates bringt die Software aber nicht mit, Aktualisierungen müssen eingeplant werden.
Für Podcast, Videovertonung und interne Aufnahmen meist ja. Bei Musikproduktion, Werbespots oder allem, was in professioneller Qualität ausgespielt wird, bleibt der Unterschied hörbar. Die KI-Funktionen helfen beim Rauschen, ersetzen aber kein geschultes Ohr.
Ja, und zwar ohne Einschränkung. Die Projektdateien liegen auf dem eigenen Rechner, der Export in gängige Tonformate ist jederzeit möglich. Eine Abhängigkeit vom Anbieter besteht nicht.
Descript und Riverside setzen auf Bearbeitung über das Transkript und gemeinsames Arbeiten, Adobe Audition bietet die professionellere Werkzeugkiste gegen Abo, Reaper ist die günstige Vollausstattung für Musikproduktion. Audacity bleibt die Wahl, wenn nichts kosten und nichts in die Cloud wandern soll. Einen Vergleich bietet unser Beitrag zu den besten Tools für die Podcast-Produktion.


